Paris zu dem Ort machen, wo die Welt einen gerechten Klimaschutzvertrag beschließt

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Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. (Foto: Foto: Julia Puder / BUND)

142 Delegierte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben als Vertreter von mehr als 530.000 Mitgliedern und Unterstützern bei ihrer Jahresversammlung im hessischen Bad Hersfeld unter anderem zwei Resolutionen zur Pariser Weltklimakonferenz einstimmig verabschiedet.

„Nach dem Terror sollte Paris im Dezember durch gute Ergebnisse zu dem Ort werden, wo die Welt einen gerechten Klimaschutzvertrag beschließt, der seinen Teil dazu beiträgt, unseren Planeten vor zunehmenden Naturkatastrophen zu bewahren und sicherer und friedlicher zu machen", heißt es in der ersten Klimaresolution. In der zweiten fordern die Umweltschützer die Abkehr von fossilen Energien. Die Energiewende funktioniere am besten „von unten“, getragen von Bürgerinnen und Bürgern, Genossenschaften und Kommunen, die in erneuerbare Energien investieren und den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas voranbringen, heißt es in dem Beschluss.

In Paris müssten die Staats- und Regierungschefs strenge und verbindliche Reduktionen der Treibhausgasemissionen beschließen. Diese müssten gerecht unter allen Staaten aufgeteilt werden und die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad beschränken. Länder, die von Klimaschäden besonders betroffen seien, müssten finanzielle, technische und weitere Hilfen erhalten. Industriestaaten wie Deutschland seien dabei besonders gefordert, da sie bislang am meisten Kohlendioxid ausgestoßen hätten. Fluchtgründe von Menschen, die aufgrund der Klimakrise ihre Lebensgrundlagen verlören, müssten international anerkannt werden.

In einer Rede vor den Delegierten sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger: „Zuerst muss der Abschied vom Klima- und Landschaftskiller Braunkohle erfolgen. Es dürfen keine neuen Tagebaue eröffnet oder genehmigt werden. Für den geordneten Kohleausstieg ist ein politisch tragfähiger und glaubwürdiger Plan erforderlich. Das ist auch Voraussetzung für einen sozialverträglichen Strukturwandel in den Kohlerevieren. Fossile Energieträger dürfen nicht länger subventioniert und erneuerbare Energien müssen stärker gefördert werden.“

Als wichtige Aufgabe beim Klimaschutz in Deutschland sieht der BUND-Vorsitzende auch die Ausrichtung der Landwirtschaft auf mehr Umwelt- und Naturschutz: „Die Massentierhaltung, der Grünlandumbruch und die ackerbauliche Nutzung von Moorböden verursachen große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase wie Ammoniak, Methan und Kohlendioxid. Mehr Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft nützt dem Klimaschutz. Mittelfristig muss auf 100 Prozent der Agrarflächen in Deutschland ökologisch gewirtschaftet werden“, sagte Weiger. Auch im Verkehrsbereich, wo der CO2-Ausstoß zu- statt abnehme, seien umfangreiche Maßnahmen für mehr Klimaschutz, zur Luftreinhaltung und zum Schutz von Flächen erforderlich.

Die BUND-Delegierten bestätigten zudem nach intensiver Debatte mit großer Mehrheit die Mitarbeit des Verbandes in der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“. In dem Beschluss fordern die Delegierten auch die Verankerung des Atomausstieges im Grundgesetz sowie eine Erweiterung des Auftrags der Kommission. Sie müsse unter anderem die Sicherheitsrisiken bei der Zwischenlagerung von Atommüll neu überprüfen. Um die Öffentlichkeit ausreichend beteiligen zu können, müsse die Kommission außerdem ihre Arbeit bis Ende 2016 fortsetzen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist als unabhängiger und gemeinnütziger Verband mit mehr als 530.000 Mitgliedern und Unterstützern der größte basisdemokratisch organisierte Natur- und Umweltschutzverband in Deutschland. Der BUND hat 16 Landesverbände, seine Mitglieder sind flächendeckend in ca. 2000 Kreis- und Ortsgruppen organisiert. Der Verband ist Mitglied des internationalen Netzwerks Friends of the Earth (FoE) und hat Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.
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