SARIA-Gestank: Bürger sprechen mit Kreis Recklinghausen und SARIA

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Drei Vertreter der Anwohnerinitiative MHNV haben sich Anfang der Woche auf Einladung der Immissionschutzbehörde im Kreishaus mit Behördenvertretern getroffen. Bei dem Gespräch waren auch vier SARIA-Verantwortliche dabei.

88 Beschwerden über SARIA-Gestank

Laut Kreis Recklinghausen haben sich bis Anfang Dezember erneut viele Familien aus Alt-Marl, Frentrop und Polsum über Gestank vom SARIA-Gelände beschwert. Damit ist die Zahl wieder sehr hoch. Vor allem seien die Beschwerden nach der Installation des neuen “Biobeet”-Filters deutlich gestiegen.
Darauf antwortete der SARIA-Pressesprecher Marcel Derichs, was das Unternehmen bislang noch nicht kommuniziert hat: Es könne bis zu drei Monate nach Filtereinbau stinken. Anderslautende Berichte in der Marler Zeitung, in der auch SARIA-Mitarbeiter mit einer schnellen Verbesserung der Geruchssituation oder sogar einem Ende des Gestanks zitiert wurden, bewertete der SARIA-Pressesprecher als “Unsinn”, sowas sei niemals gegenüber der Zeitung gesagt worden.

„Geruchs-Gutachten“ startet Januar- 1 Jahr Geruchsproben

Weil die SARIA-Tochter SARVAL (frühere Knochen- und Fettunion (KFU-Group)) auf dem eigenen Gelände durch die fertiggestellte zweite Knochenverarbeitungslinie jetzt pro Tag 300 (in Worten: Dreihundert!) Tonnen Blut, Knorpel, Ohren, Nasen, Augen, Klauen, Hörner, Borsten, etc. verarbeiten darf, muss sie vermeidbare Gerüche abstellen und das über ein Gutachten sicherstellen. Die Firma SARIA hat deshalb ein Gutachter-Büro mit der Erstellung eines Geruchs-Gutachtens beauftragt.

Ein Gutachterteam wird ab dem 1. Januar 2015 ein Jahr lang in einer Rasterbegehung in Riegefeld, Frentrop und Richtung Polsum stichprobenartig die Geruchsentwicklung vom Firmengelände dokumentieren. Von dem Termin haben die Anwohner erst beim Gespräch im Kreishaus erfahren.

Die Anwohnerinitiative MHNV will Informationen haben und diese an Bürger weiter geben. Um sich ein Bild von der Gutachterarbeit zu machen, baten sie bei dem Gespräch die SARIA-Verantwortlichen um die Weitergabe der dort präsentierten Vorab-Unterlagen und Skizzen zur Geruchs-Studie, damit sie den betroffenen Anwohnern auf ihrer Internetseite zur Verfügung stellen können und die Informationen noch einmal nachlesen können.

Ferner schlugen sie vor, dass sie bei der „Kalibrierung“ der Gutachter-Nasen auf dem SARIA-Gelände dabei sein können, um sich einen Eindruck von der Arbeit der auf Gerüche spezialisierten Gutachterarbeit zu ermöglichen. Dabei sollen die Prüfer laut SARIA die am Standort bei den verschiedenen Produktionsprozessen auftretenden Gerüche „abspeichern“, damit sie bei Auftreten zugeordnet werden können.

Der Leiter der Immissionsschutzbehörde, Hans-Dieter Görß, der Gutachter und die Mehrheit der anwesenden SARIA-Verantwortlichen sahen keine Gründe, die dagegen sprechen könnten,die Anwohner an den Vorbereitungen zur Gutachterarbeit teilhaben zu lassen. Der SARIA-Pressesprecher hat zugesagt, dass er ihrer Bitte intern prüfen müsse und sie informieren wird. Da die Studie bereits in knapp zwei Wochen starten soll, rechnen sie jeden Tag mit einer Antwort der SARIA.

Bei dem Gespräch unterbreiteten sie dem Unternehmen auch noch einmal ihre Verbesserungsvorschläge zur „SARIA“-Hotline, über die sie bereits auf ihrer Internetseite mehrfach berichtet haben.

Diese Anregungen wurden auch vom Kreis Recklinghausen als sinnvoll angesehen. Dabei betonte der Behördenleiter Görß, dass er mit der öffentlichen Informations-Weitergabe durch SARIA auch nach den technischen Zwischenfällen auf dem SARIA-Gelände nicht zufrieden gewesen sei und er “Optimierungsmöglichkeiten” sehe.
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