SARIA-Tochter Sarval wird in Marl Frentrop zwei Wochen lang testweise Schweineborsten verarbeiten

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Die SARIA-Tochter Sarval im Landschaftsschutzgebiet Rennbach hat am Freitag, den 12.05.2017 angekündigt, dass sie ab Montag (15.5.2017) zwei Wochen lang testweise Schweineborsten verarbeiten will. Damit versucht das Unternehmen erneut das Material zu verarbeiten, das durch ein Verbot des Kreises Recklinghausen nicht mehr verarbeitet werden durfte, weil es ekelerregende Gerüche zur Folge hatte und eine der Ursachen war, warum die Bürger in Alt-Marl und Frentrop durch übelen Gestank belästigt wurden.

SARIA und Kreis Recklinghausen machen Rolle rückwärts.

Es ist aus Bürgersicht unglaublich, dass nach dem einjährigen Geruchsgutachten mit klaren Ergebnissen nun wieder in die Experimentierphase zurückfallen wird. Das sind gleich mehrere Rollen rückwärts. Es ist inakzeptabel, dass die Anwohner wieder als Versuchskaninchen benutzt werden sollen, damit der Milliardenkonzern Rethmann-SARIA im Livebetrieb seine Gewinnmaximierung testen kann.

MHNV – Anwohnerinitiative für Umweltschutz und Lebensqualität in Marl

Das ist aus Sicht der Bürger leider auch sehr traurig. So geht man nicht mit Nachbarn um! SARIA hat nichts gelernt und verhält sich wie früher. Außerdem nehmen Nachbarn seit Jahren an runden Tischen teil, an denen SARIA-Vertreter, Vertreter des Kreises (untere Immissionsschutzbehörde) und MHNV-Mitglieder sich austauschen. Dass der Kreis Recklinghausen die betroffenen Anwohner nicht im Vorfeld informiert, ist nach jahrelangem und inzwischen auch erfolgreichem Engagement der Bürger für gute Luft inakzeptabel. Stattdessen erhalten sie kurzfristigst vor dem Versuch die amtliche Pressemitteilung auf dem Briefpapier des Kreises Recklinighausen über die Kommunikationsabteilung der Firma SARIA. Es wirkt als würde Saria jetzt schon die Kommunikation des Kreises Recklinghausen übernehmen, das wirkt geschmäcklerisch.

Das Landschaftsschutzgebiet Rennbach in Marl Frentrop

Auszug aus Amtsblatt Nr. 47 der Bezirksregierung Münster vom 23.11.2012
„26. Rennbach
Das Landschaftsschutzgebiet wird ausgewiesen, um die bestehenden positiven Funktionen für den Naturhaushalt, das Landschaftsbild und die Erholung zu sichern.

Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen prägen den Freiraum zwischen den Siedlungs- und Gewerbe-flächen von Marl und Polsum, der wichtige Ausgleichs-funktionen neben den Aufgaben zur Grundwasser-anreicherung, Schadstofffilterung und Frischluftent-stehung erfüllt. Aber auch als bedeutende Rückzugs-räume für die Flora und Fauna leisten Mischwälder, ein-zelne Eichengehölze, Buchen-Hallenwälder, Feldgehölze, Heckenzüge, Baumreihen und Alleen sowie der Renn- und Deipenbach mit ihren bachbegleitenden Gehölzen, Gründlandflächen und feuchten Brachen wesentliche Beiträge. Selten gewordene, intakte Lebensräume mit ihren spezifischen Lebensgemeinschaften sichern die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Die gute Ausstattung mit prägenden Strukturelementen und die enge Verzahnung von Wald- und Feldfluren, Acker und Grünlandflächen sind Ausdruck für eine vielfältige Kulturlandschaft. Darüber hinaus haben Bergsenkungen zu Veränderungen in der Landschaft geführt und besonders wertvolle Lebensräume entstehen lassen, die erhalten werden sollten.
Durch die gute Wegeerschließung ist auch dieser Landschaftsraum besonders für die Naherholung der angrenzenden Siedlungsbereiche von Marl und Polsum bedeutend.“

Pressemitteilung des Kreises Recklinighausen

Meldung vom 12.05.2017

Mess- und Testphase bei SARVAL in Marl

Umfangreiche Messungen der Abluft wird es ab Montag bei der SARVAL GmbH in Marl geben. Testweise sollen zwei Wochen lang auch wieder Schweineborsten verarbeitet werden. Da es in der Vergangenheit deswegen viele Beschwerden gab, hat das Unternehmen eine Vielzahl von Veränderungen vorgenommen.

Nun wird in einem mit der Kreisverwaltung abgestimmten Vorgehen und einem ausführlichen Messplan geprüft, ob die durchgeführten Maßnahmen die künftige Verarbeitung von Schweineborsten ermöglichen. Im Rahmen des Messprogrammes werden vom Ingenieurbüro LIUTEC aus Münster und der Universität Stuttgart neben den Abluftmessungen auch Versuche zu einer erweiterten Abluftreinigung durchgeführt.
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