Schutz vor tieffrequenten Schallimmissionen

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Zur Berichterstattung über die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) in Marl und Umgebung

Der Schutz der Bevölkerung muss Vorrang haben

Windkraftanlagen laufen im Mittel nur in 20 Prozent der Jahresstunden mit ihrer Nennleistung. An ungünstigen Standorten im Binnenland ist das noch seltener der Fall, warum dort viele Anlagen nicht rentabel sind, obwohl sie mit den von uns Stromkunden zwangsweise zu zahlenden EEG-Abgaben hoch subventioniert werden. Bei zu starkem Wind müssen sie abgestellt werden bei zu geringem stehen sie still. Immerhin ist das gut für die Nachbarn solcher Anlagen. Zwar sind die bis zu 200m hohen Bauwerke dann noch immer weithin sichtbar, aber sie verbreiten wenigstens keinen Discoeffekt und keine Schallemissionen und massakrieren in diesen Zeiten auch keine Vögel und Fledermäuse!



Im Betrieb aber verursachen WK weithin Schattenwurf und Discoeffekte, vor allem aber beträchtliche Schallimmissionen. Irrtümlich gehen viele Menschen davon aus, dass nur die Schallwellen, die deutlich hörbar sind, eine Wirkung entfalten können. Dem ist aber nicht so! So war die Esseler Bürgerinitiative Windstill gut beraten, zusammen mit dem Windkraftexperten Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, der die technischen und wirtschaftlichen Aspekte der Stromerzeugung durch Wind hinterfragte, auch den Infraschall-Experten Prof. Detlef Krahé referieren zu lassen. Als Infraschall bezeichnet man die Frequenzen unterhalb von 20 Hertz, die die meisten Menschen nicht hören können. Seit den Achtzigern ist hingegen bekannt, dass tieffrequenter Schall (0 bis 140 Hertz) erhebliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben kann.



Wie weit diese Wirkungen reichen können, ist in der Diskussion. Manche Experten gehen davon aus, dass biologische Wirkungen auch weit über zwei Kilometer hinaus möglich sind. Ob die von der Esseler BI geforderte 10H-Regelung, wie sie auch von der Weltgesundheitsorganisation gefordert und in einigen Bundesländern bereits angedacht ist, daher tatsächlich einen Schutz vor den Wirkungen von tieffrequentem Schall bieten würde, ist fraglich. Schließlich kommunizieren Elefanten bekanntermaßen auf Entfernungen bis zu 20 Kilometer mit Infraschalllauten. Sollten die Auswirkungen von WKA tatsächlich so weit reichen, wären durch die geplante Anlage in Frentrop und die anderen in Hüls und Sinsen und die immer zahlreicher werdenden Anlagen im Marler Umland alle Marler Bürger gleich vielfach von Infraschall-Immissionen betroffen. Diese Wellen werden weder durch Schallschutzfester noch durch dicke Mauern aufgehalten und können sich durch Reflexionen in Innenräumen sogar noch verstärken.



Mittlerweile geht man davon aus, dass die zum Teil heftigen Beschwerden, die im Voralpenland bei Föhnwetterlagen bei vielen Menschen hervorgerufen werden, auch mit den dann messbaren Immissionen von Infraschall zusammenhängen.



Zu detaillierteren Informationen über die möglichen Auswirkungen von tieffrequentem Schall führt dieser Link: http://aefis.de/images/Briefe/Positionspapier-aefi...



Die in diesem Papier aufgeworfenen medizinischen Bedenken gegen eine Errichtung von WKA in der Umgebung von Wohnbebauung sind jedenfalls so massiv, dass vorsorglich keine weiteren Anlagen im Marler Stadtgebiet zugelassen werden sollten, solange nicht auf der Grundlage validierter wissenschaftlicher Studien Sicherheitsabstände festgelegt werden können, die einen Schutz vor den biologischen Wirkungen von tieffrequentem Schall garantieren.


Dr. Ulrich Otto, CDU Marl
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