„Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ in Marl

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(Foto: Bundesarchiv)
 

Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ und damit ein nationaler Gedenktag, an welchem man in Deutschland, der EU und der Welt der über sechs Millionen Juden und der vielen anderen Opfer gedenkt, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden. Das Datum selbst erinnert an die Befreiung der Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945.

Im Mittelpunkt der Gedenkfeier im Rathaus in Marl stehen in diesem Jahr die Stolpersteine. An fünf Stellen in Hüls und Brassert gibt es in Marl insgesamt sieben Stolpersteine. Der Leistungskurs Geschichte vom Gymnasium im Loekamp hat sich mit diesem Thema beschäftigt und berichtet darüber bei der Gedenkfeier. Das weitere Programm wird mitgestaltet vom KunterBunten Chamäleon und vom Integrationsrat.

Zusatzinfos

Um 18 Uhr laden Pfarrer Ulrich Walter und Pfarrer Herbert Roth im großen Sitzungssaal zum ökumenischen Gottesdienst ein. Die Gedenkfeier beginnt nach einer kurzen Pause um 19 Uhr.

Stolpersteine

Wenn Steine sprechen…


Marl 1938. Berthold Boldes erinnert sich.

Die Gedenksteine vor dem Haus 12 A in der Hülsstraße werden oft übersehen. Dennoch haben sie eine Geschichte zu erzählen – eine deutsche Geschichte.
Der Kölner Künstler Gunther Demnig hat in Marl-Hüls diese „Stolpersteine“ – wie er sie nennt – verlegt, um an das Ehepaar Rudolf und Paula Boldes zu erinnern, das von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager ermordet wurde.
In den 20er und 30er Jahren betrieb die Familie Boldes in Hüls ein eigenes Möbel- und Haushaltswarengeschäft mit Tischlerei. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 mussten die letzten jüdischen Familien Marl verlassen und in ein spezielles Haus in Recklinghausen übersiedeln – eine Vorstufe zu ihrem Abtransport in die Konzentrations- und Vernichtungslager im Jahre 1942.
In vielen deutschen Städten erinnern solche „Stolpersteine“ an die individuellen Spuren jener Menschen, die im 3. Reich von brutalen und menschenverachtenden Nazi-Terror systematisch verfolgt und ermordet worden sind – wegen ihrer Rasse, ihrer politischen oder religiösen Überzeugungen oder wegen ihrer sexuellen Neigung.
Das Gymnasium im Loekamp hat im Jahr 2007 die Patenschaft über die Gedenksteine in Marl-Hüls übernommen und arbeitet dabei eng mit dem Skulpturenmuseum der Stadt Marl und der Volkshochschule DIE INSEL zusammen.

STOLPERSTEINE

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in 1099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas.

'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist', zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 3. Januar 1996 proklamierte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.
Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ (Proklamation des Bundespräsidenten vom 3. Januar 1996, in: BGBl. I, 16.1.1996,
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