UN-Klimagipfel: Die Zeit der Appelle ist vorbei

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(Foto: Yann Levy)

Zum Ende des UN-Klimagipfels sind weit mehr als 10.000 Menschen trotz Versammlungsverbots auf die Straßen von Paris gegangen. Sie protestierten gegen die unzureichenden Ergebnisse des Gipfels und machten deutlich, dass es eine starke, globale Bewegung gibt, von der die Lösungen für die Klimakrise ausgehen.

"Die Zeit der zahmen Appelle ist vorbei", sagte Dorothee Häussermann,
Mitglied im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis und derzeit in Paris.
"Trotz des verhängten Ausnahmezustands hat sich die Klimabewegung hier
in Paris den Platz genommen, um ihre Vorstellung von einer
klimagerechten Gesellschaft jenseits von Profit- und Wachstumszwang in
die Öffentlichkeit zu tragen. Wir haben uns untereinander weiter
vernetzt und unsere Strategien für das kommende Jahr abgestimmt." Unter
anderem verabredeten die Aktiven bei ihren Treffen in Paris für Mai
weltweit koordinierte Blockaden von fossiler Infrastruktur, darunter im
Braunkohlerevier in der Lausitz.
Gegen Mittag am Samstag demonstrierten mehr als 10.000 Menschen in der Nähe des Arc de Triomphe und gedachten der Opfer des Klimawandels. Mit roten Blumen, Bannern, Regenschirmen markierten sie"rote Linien", die nicht überschritten werden dürfen, wenn die Möglichkeit eines ökologischen und sozialen Gleichgewichts bestehen bleiben soll. Von dort zog die Menschenmenge in einer spontanen, von der Polizei tolerierten Demonstration zum Champ-de-Mars in der Nähe des Eiffelturms.

+ Schwaches Verhandlungsergebnis wird Klimakrise weiter verschärfen

Attac kritisiert den Vertragstext als unzureichend. Das
schwache Ergebnis sei unter anderem dem massiven Einfluss von
Wirtschaftsverbänden und Unternehmen auf die Verhandlungen geschuldet.
"Die EU und USA haben es geschafft, sich als 'hochambitionierte'
Klimavorreiter zu profilieren. Doch was hier beim Klimagipfel als Erfolg
verkauft wird, wird die Klimakrise weiter verschärfen. Die Regierungen
bedienen vorrangig die Interessen der Öl-, Agrar- und Finanzmarktkonzerne und ignorieren die Ursachen des Klimawandels", sagte Dorothee Häussermann. Statt auf den raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, auf weniger globalen Güterhandel oder weniger industrielle Landwirtschaft zu setzen, würden marktbasierte und technologische Lösungen forciert und klimaschädliche Abkommen wie TTIP vorangetrieben. Verpflichtende Emissionsreduktionen oder die Anerkennung der Menschenrechte fehlten im Text.
Dorothee Häussermann: "Von den Regierungen sind keine ernsthaften
Lösungen für die Klimakrise zu erwarten. Lösungen werden nur von unten,
vom lokalen und globalen Widerstand der Menschen kommen."

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Udo Surmann aus Herten | 14.12.2015 | 00:10  
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