Zeitzeugin Holocaust-Überlebende Halina Birenbaum am 27. Januar in Marl

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Am Freitag, 27. Januar 2017 beginnt um 19 Uhr die Gedenkfeier, zu der die Stadt Marl Halina Birenbaum aus Marls israelischer Partnerstadt Herzliya erwartet. Halina Birenbaum wuchs im Warschauer Ghetto auf und wurde nach dem Ghetto-Aufstand von den Nationalsozialisten in die Konzentrationslager Majdanek, Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück deportiert.

Halina Birenbaums Geschichte beginnt, als sie zehn Jahre alt ist, am herbeigefügtem Ende einer Kindheit. Sie kommt zusammen mit ihrer Familie als zehnjähriges Mädchen ins Warschauer Ghetto. Dort muss sie von Heute auf Morgen lernen, was es heißt, dort zu über-leben. Sie begreift, dass ihre Eltern ihr keinen Schutz mehr bieten können, sie muss die "Aktionen" mitansehen, die die Nazis zu Deportierung und Ermordung von Jüd*innen aus dem Ghetto regelmäßig durchführen. Drei Jahre lang gelingt ihnen das Entkommen und Überleben, bis auch Halina mit ihrer Mutter zusammen in einem Deportationszug landet. Ihr Vater ist schon lange vor ihr von den Nazis deportiert wurden.
Halina kommt nach Majdanek, dann nach Auschwitz-Birkenau. Gerade mal dreizehn Jahre alt und dem Tod nahe, erlebt sie Verfolgung und Vernichtung ihrer Familie. Doch sie überlebt und wird kurz vor der Befreiung auf den Todesmarsch nach Ravensbrück geschickt.
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

Der 27. Januar ist in Deutschland ein gesetzlicher Gedenktag

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er ist als Jahrestag bezogen auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt. In der Stadt Marl wird an diesem Tag an öffentlichen Gebäuden Trauerbeflaggung gesetzt.
Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.
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