Das digitale Sirenennetz soll Schritt für Schritt in Marl eingeführt werden

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Die Stadt Marl erneuert ihr Warnsystem: 20 neue elektronische Sirenen werden die Bevölkerung künftig bei größeren Schadensereignissen flächendeckend und unüberhörbar warnen. Das Sirenen-Signal soll im Notfall dazu auffordern, sich in geschlossene Räume zu begeben und Türen und Fenster zu schließen sowie das Radio einzuschalten und auf Durchsagen zu achten. Ein Weckeffekt mit entsprechender Lautstärke ist dabei ausdrücklich beabsichtigt.

Bis Anfang der Neunzigerjahre gab es ein flächendeckendes Sirenennetz des Bundes, das ursprünglich die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen warnen sollte. Viele Menschen kannten die dazugehörigen Warntöne, regelmäßige Probealarme gehörten vielerorts zum Alltag. Nach dem Ende des so genannten Kalten Krieges hat der Bund dieses Sirenennetz aufgegeben und den Kommunen zur Übernahme angeboten. Nur einige haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht, so dass viele Sirenen abgebaut wurden.

Inzwischen installieren viele Kommunen, auch Marl, wieder ein Sirenensystem, um die Bürgerinnen und Bürger im Gefahrengebiet mit einer Warnung zu erreichen. Der laute und schrille Ton einer Sirene ist ein effektives Mittel, das zumindest die Existenz einer Gefahr für die Menschen in der Umgebung deutlich hörbar anzeigt. Nur wer von der Gefahr weiß, kann sich dann über die Medien weitere Informationen zur Gefahrenlage beschaffen.

Folgende Sirenenwarntöne werden in Nordrhein-Westfalen einheitlich verwendet:

WARNUNG
Sirenenton Warnung
1 Minute
Heulton
(an- und abschwellend)

ENTWARNUNG
Sirenenton Entwarnung
1 Minute
Dauerton

ALARMIERUNG
Sirenenton Alarmierung Feuerwehr
Alarmierung Feuerwehr
1 Minute
Dauerton
2x unterbrochen


Flächendeckendes Netz von Sirenen

Im September letzten Jahres hatte der Rat der Stadt Marl beschlossen, die wenigen verbliebenen Warnanlagen abzubauen und flächendeckend Sirenen mit zeitgemäßer Technik zu installieren. Eine Fachfirma hatte zuvor einen Beschallungsplan für das Stadtgebiet erstellt und die geplanten Standorte auf ihre technische Eignung überprüft. Hierbei wurde eine Prioritätenliste erstellt, die sowohl besondere Gefährdungspunkte als auch noch vorhandene Sirenenstandorte berücksichtigt.

Ausbau erfolgt Schritt für Schritt

Das Sirenennetz soll in den nächsten fünf bis sechs Jahren Schritt für Schritt ausgebaut werden. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der bereits veranschlagten Haushaltsmittel unter Einbeziehung eines entsprechenden Landeszuschusses. Zusätzliche Haushaltsmittel werden nach aktuellem Planungsstand nicht benötigt, so Werner Arndt. „Spenden aus der Wirtschaft würden die Umsetzung allerdings beschleunigen“.
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