DEICHVERLEGUNG an der Lippe in Marl, Lippeverband bietet Sprechstunde an

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Foto der Baumaßnahme aus der Luft: Gut zu sehen sind die ersten Erdarbeiten rechts der Lippe (Foto: Markus Greulich / Lippeverband).)

Der Lippeverband bietet im Rahmen seiner Baumaßnahme zum Neubau der Deiche in Haltern-Lippramsdorf und Marl („HaLiMa“) am 12. Oktober die erste Bürgersprechstunde an: Sie findet von 14 bis 17 Uhr im Info-Container des Lippeverbandes am Oelder Weg in Haltern am See statt und soll zunächst alle 14 Tage angeboten werden.

Der Auftrag

Vergeben wurde der Auftrag im Juni an die Firma Bunte. Der erste Spatenstich zur Rückverlegung der Lippedeiche fand unter Beteiligung der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Anfang August statt. Die Baustelleneinrichtung ist mittlerweile abgeschlossen, das Arbeitsgelände eingezäunt, der Oberboden ist in Teilbereichen bereits abgeschoben worden.

Hintergrund:

Es wird ein Deichbau der Superlative: Zwar bleiben die künftigen Deiche mit maximal 14 Metern Höhe exakt auf der Höhe der alten Deiche, sie werden aber wesentlich breiter, dadurch weniger steil und fügen sich besser in die Landschaft ein. Auch der Umfang der Arbeiten und die Bodenmengen, die für den Deichneubau auf fünf Kilometern Flussstrecke beiderseits der Lippe benötigt werden, sind beachtlich: In siebeneinhalb Jahren Bauzeit sollen rund 3,2 Millionen Kubikmeter Sand, Kies und Oberboden bewegt. 5,6 Kilometer Deiche werden neu gebaut und 800 Meter vorhandene Deiche zu „Drei-Zonen –Deichen“ umgestaltet. Außerdem werden zwei Entwässerungspumpwerke neu gebaut.

Hochwasserschutz

Dadurch wird nicht nur der Hochwasserschutz in der Region langfristig sichergestellt – da die neuen Deiche im Hinterland der alten Deiche gebaut werden, hat das Bauprojekt auch einen hohen ökologischen Wert: Zwischen dem Fluss und den neuen Deichen entsteht eine breite Aue von rund 60 Hektar Fläche, die mit dem Fluss, der deutlich flacher und breiter wird, eine enge Verbindung eingeht.
Damit reiht sich das „HaLiMa“-Projekt in die Kette von Renaturierungsvorhaben ein, mit denen der Lippeverband im Auftrag des Landes die Lippe nach und nach weg vom Industriefluss hin zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum entwickelt. Das Ziel: Die Lippe soll in einigen Jahren nicht nur der längste Fluss Nordrhein-Westfalens sein, sondern auch der schönste!

Kosten

Finanziert wird das Projekt vom Bergbau und dem Umweltministerium: Sie stemmen die hohe Investitionssumme von 95 Millionen Euro gemeinsam im Verhältnis ein Drittel (NRW) zu zwei Dritteln (RAG). Das entspricht im Wesentlichen dem Verhältnis der Aufwendungen für die ökologische Verbesserung einerseits, die im öffentlichen Interesse liegt, und andererseits der langfristigen Sicherung des Hochwasserschutzes als Bergbaufolgelast.
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