Fachdienst für Barrierefreiheit

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Bochum: Ruhr-Universität Bochum | Einschätzung der Relevanz der Systemkomponente stolperstop für die Initiative “Barrierefreiheit” in der Bundesrepublik Deutschland
Dr.rer.soc. Heidi Bischoff

In der Bundesrepublik Deutschland leben derzeit rund

7,5 Mio. Menschen mit einer körperlichen Schwerbehinderung

. Wenn diese nicht dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden sollen, müssen die öffentlichen Anstrengungen für ein barrierefreies Wohn- und Lebensumfeld drastisch erhöht werden.

Weitere

17 Mio. Menschen leiden altersbedingt an körperlichen Einschränkungen und weisen erfahrungsgemäß eine hohe Sturzneigung auf

Studien insbesondere aus dem angloamerikanischen Raum belegen, dass in der Gruppe der über 65-jährigen, selbstständig lebenden Personen etwa 30 Prozent mindestens einmal pro Jahr stürzen.

1.
In der Alterskohorte der 90- bis 99-Jährigen sind es sogar mit 56 Prozent mehr als die Hälfte.
2.
Am häufigsten stürzen Senioren in Pflegeheimen. Hier liegt die jährliche Sturzquote mit 1,5 Stürzen pro Bewohner deutlich über der von Menschen, die zu Hause leben.
3.
Frauen sind übrigens häufiger betroffen als Männer. Die jährlichen direkten Kosten von Hüftfrakturen - eine sehr häufig auftretende Folge von Stürzen bei Senioren - belaufen sich auf rund 2,8 Milliarden Euro. Die indirekten Kosten liegen deutlich höher.
4.
Es sind oft extrinsische Faktoren, welche die Gefahr zu stürzen vervielfachen: Absätze und Stufen erhöhen das Unfallrisiko und das Risiko, dauerhaft pflegebedürftig zu werden, für alte Menschen immens. Hier besteht auch aus Sicht des VdK schon lange Handlungsbedarf, zumal der Anteil der alten und sehr alten Menschen allen Bevölkerungsprojektionen zufolge in Zukunft stark ansteigen wird. Aktuell sind 20 % aller in Deutschland Lebenden 65 Jahre und älter, im Jahr 2060 werden es 35 % sein.
5.
Wesentlich für eine rasche Umsetzung der Forderung des VdK nach größtmöglicher Barrierefreiheit ist eine praktikable, flexibel einsetzbare und vor allem bezahlbare Systemlösung. Im Idealfall erstreckt sich ihre Einsatzfähigkeit auf öffentliche Räume und das private Lebensumfeld gleichermaßen.

Die vorgestellte Systemkomponente des „stolperstop“ ist ein gültiger Problemlösungsansatz, der den Kriterien Flexibilität, Praktikabilität und Finanzierbarkeit vollauf genügt. Im Gesamtkontext der bereits entwickelten Komponenten wird sie aufgrund ihrer flächendeckenden Anwendbarkeit und einfachen Handhabung in Zukunft einen hohen Stellenwert haben.

Dr. H. Bischoff
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