Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung in der LWL-Haardklinik in Marl Sinsen, Tiere als Therapeuten

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Rund dreißig Experten auf dem Gebiet der Tiergestützten Intervention aus dem In- und Ausland und fast fünfzig, die es noch werden wollen, treffen sich seit kurzem regelmäßig in Marl zum gemeinsamen Lehren und Lernen.

Der Grund ist eine 16monatige Weiterbildungsmaßnahme zur „Fachkraft für Tiergestützte Intervention“, die unsere LWL-Klinik in Kooperation mit dem niedersächsischen ‚Institut für soziales Lernen mit Tieren‘ auf dem Klinikgelände anbietet. Zum inzwischen zweiten Block haben sich jetzt 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien in Marl einquartiert. Themen der berufsbegleitenden Weiterbildung in fünf jeweils drei bis fünftägigen Weiterbildungsmodulen, sind unter anderem die Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung, der Einsatz von Tieren im Heimalltag, in Begegnungshäusern und Kliniken sowie der Tiergestützten Therapie im Rahmen der Psycho- und Ergotherapie und Psychiatrie.
Das interdisziplinäre Dozenten-Team besteht unter anderem aus Ärzten, Tierärzten, Psychologen, Pädagogen, Biologen und Tierausbildern. Die Experten reisen zu den einzelnen Weiterbildungsblöcken aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz an. Die Absolventen/-innen schließen die Maßnahme mit einem Zertifikat zur „Fachkraft für Tiergestützte Intervention“ der ISAAT (International Society for Animal Assisted Therapy) ab.
Bereits seit 2007 bietet die Haardklinik gemeinsam mit dem Marler LWL-Wohnverbund eine Tiergestützte Therapie an. Auf einem zwei Hektar großen Areal am Rande des Haard-Waldgebietes leben in friedlicher Eintracht mit den jungen Patienten dreißig vierbeinige Co-Therapeuten, darunter Esel, Ziegen, Schafe, Damwild, Meerschweinchen und Kaninchen. „Die Behandlungserfolge, die wir mithilfe dieser Therapieform bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen, AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) oder traumatischen Belastungsstörungen erzielen konnten, haben in Marl nicht nur zu vermehrten Behandlungsanfragen, sondern auch zu einem großen Interesse bei (angehenden) Fachleuten geführt,“ so Dorothea Dapper, Diplom-Sozialarbeiterin und neben Petra Wiethoff und Elke Bein eine der drei Fachkräfte für Tiergestützte Intervention in der LWL-Haardklinik.
„Wir sind überzeugt von der Wirksamkeit dieser Therapieform“, sagt Dapper, „das sehen wir nicht nur an den häufig erstaunlichen Entwicklungen der 40 bis 50 Kinder und Jugendlichen, die uns pro Woche besuchen, sondern das belegen auch wissenschaftliche Studien.“ Die 45-Jährige, die ebenfalls als Dozentin für Tiergestützte Therapie tätig ist, war es, die eine Kooperation der LWL-Klinik mit dem niedersächsischen ‚Institut für soziales Lernen mit Tieren‘ angeregt hat. „ Für mich lag es auf der Hand, dass die Haardklinik mit ihren einzigartigen Möglichkeiten der ideale Ort für eine Weiterbildung ist“. – „Eine gute Idee!“, findet auch Dr. Claus-Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Marl-Sinsen, „ Wir freuen uns, mit unserem Know-how und unserem professionellen Setting dazu beizutragen, dass immer mehr Menschen von einer Therapie mit Tieren profitieren können.“
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