Verpackungstricks: Zu viel Luft und Plastik

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Kerstin Ramsauer, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale Marl, und Peter Hofmann, Abfallberater des Zentralen Betriebshofs, informierten zum Auftakt der Klimawoche in Marl über verschwenderische Verpackungen. (Foto: ST)
Marl: Verbraucherzentrale |

Wer kennt das nicht: nachdem man es sich voller Vorfreude mit einer Packung Chips auf dem Sofa bequem gemacht hat, muss man feststellen, dass man sein Geld vor allem für eins ausgegeben hat – Luft.

Dass dies ein weitverbreitetes Ärgernis ist und nicht nur auf Chips-Tüten zutrifft, zeigte sich Tag bei der Veranstaltung der Verbraucherzentrale. Mit der Veranstaltung „Verpackungen vermeiden“ gab die Verbraucherzentrale den Startschuss für die Klimawochen Ruhr 2016 in Marl. Viele Bürger kamen, um Beispiele für verschwenderische Packungen zu besprechen und Lösungen
zur Vermeidung von Verpackungsabfällen zu finden.

Zuvor konnten Marler Verpackungen bei der Verbraucherzentrale einreichen, die ihnen ein Dorn im Auge sind. Dabei landeten auf dem Präsentationstisch besonders viele Verpackungen, die zu großen Teilen mit Luft gefüllt sind, wie zum Beispiel Tassensuppen oder Müslis. Auch unnötige Kunststoffhüllen bei Obst und Gemüse wurden bei der Informationsveranstaltung bemängelt. Eingeschweißte Bananen oder Gurken standen besonders in der Kritik der Konsumenten.

Hersteller in Pflicht nehmen


„Anhand dieser Beispiele wollten wir die Teilnehmer für die Vermeidung von Verpackungen sensibilisieren, damit sie künftig möglichst auf Produkte zurückgreifen, für die weniger oder gar keine Verpackungen nötig werden“, erklärte Kerstin Ramsauer, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale Marl.


Wie wichtig die Information und Aufklärung der Konsumenten ist, zeigen aktuelle Zahlen der Verbraucherzentrale. Abfallvermeidung wird seit Jahren in allen politischen Programmen als wichtiges Ziel genannt, dennoch wächst der Berg an Verpackungsabfällen kontinuierlich. Rund 212 Kilogramm Verpackungsmüll fielen 2013 pro Kopf an, knapp die Hälfte davon direkt in den Privathaushalten – so viel wie nie zuvor. Die Verbraucherzentrale setzt dabei jedoch nicht allein auf die Aufklärung der Konsumenten. Die eingereichten Verpackungsbeispiele der Bürger sollen daher auch genutzt werden, um die Hersteller direkt zu konfrontieren. „Wir wollen die Hersteller in die Pflicht nehmen und konkret nachfragen, warum das nicht besser geht“, so Ramsauer.

Verpackungswut bis 30. September melden


Noch bis zum 30. September können Bürger verschwenderische Verpackungen bei der Verbraucherzentrale einreichen. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/verpackungsaerger.
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Monika Wübbe aus Marl | 20.06.2016 | 14:59  
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