Lisbeth im Leserausch: Buchtipp aus aktuellem Anlass

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Alan Bennett schreibt sehr amüsant. Wer die Geschichte noch nicht kennt, sollte das Versäumte nachholen. (Foto: Klaus-Wagenbach-Verlag)
Sie ist immer tadellos, wenn auch etwas bieder, in Schale. Mit ihrem Mann ist sie schon 65 Jahre verheiratet, und das ist doch im 21. Jahrhundert ungefähr so bemerkenswert wie ein englischer Torhüter, der beim Elfmeter die Nerven behält.

Elisabeths Liebe für ihre zahlreichen und ungezogenen Corgies ist mindestens ebenso bekannt wie die von George Clooney für sein Hausschwein.
Was aber die Königin des in Restbeständen noch vorhandenen Britischen Empires wirklich umtreibt, das hat ihr Untertan Alan Bennett in seinem Roman „Die souveräne Leserin“ aufs Köstlichste beschrieben.

Darin verfällt „datt Lisbeth“, wie sie im Ruhrgebiet liebevoll genannt wird, einem so unstillbaren Lesehunger, dass die nationalen und internationalen Auswirkungen verheerend sind und die royale Sippe zu verzweifeln droht. Das Ende ist wunderbar überraschend.

Klatschblätter liest man meistens beim Friseur, und wenn, dann mit Wonne. Das britische Königshaus ist doch allemal interessanter als Katzenberger oder Klum, weil es ständig Stoff bietet: Traumhochzeiten, Scheidungskrieg, Geburt, Beerdigung, Party-Peinlichkeiten...

Bennett, Alan: Die souveräne Leserin. Übersetzung: Ingo Herzke. Verlag Klaus Wagenbach, ISBN: 978-3-8031-1254-5, 116 Seiten, 14.90 Euro.

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