Fährmann patzt, Gladbach vergeigt: Flossbachs Querpass

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Trainer Holger Flossbach kommentiert exklusiv für den Stadtspiegel und auf www.lokalkompass.de Fußball.

Tausend Mal gespielt, tausend Mal ist nix passiert. Tut mir leid, der Schalker Franco di Santo scheint ein netter Kerl zu sein, beklagt sich nicht über vier Millionen Euro im Jahr, drängt sich im Training auf und doch ist er die einzige Gemüsestaude auf einer Obstplantage.

Es passt einfach nicht. Am vergangenen Samstag verriss er sein Lenkrad und schoss den Ball bei einer todsicheren Chance in Richtung Gegengerade. Eine wichtige Szene, denn hätte er das 2:0 gemacht, wären die Bremer Kruse-Musikanten als Verlierer vom Platz gegangen. So gewannen die schlecht singenden Haustiere noch nicht einmal unverdient 2:1. Dabei war es ein 0:0-Spiel. Doch im Tor der beiden Teams standen diesmal zwei Hütchen mit Händen und schon war der Drops gelutscht oder der Ball geflutscht.
Der BVB zähmte am Freitag beim 3:2 den wilden Kölner Geißbock. Immer und immer wieder hatten die Kölner Bock, ihrem alten Coach die Hörner in die Flanke zu stoßen. Doch der Auba-Ersatz oder der neue Stein am Borsigplatz, Michy Batshuayi, traf beim Debüt gleich zweimal und brachte den Pottclub in die Spur. Bitter nötig, denn mit 140 Millionen hat der Club den zweithöchsten Etat in der Liga. Das muss einfach für die Quali zur Champions-League reichen.

Trainer Nagelsmann entzaubert

Ich weiß nicht, ob die Sterne am Bundesliga-Himmel verglimmen oder ob die junge Trainergarde sogar schuld am schwächsten Niveau der Liga seit Bestehen ist. Das, was die Vereine zeigen, hat mit internationaler Klasse nichts zu tun. Nahezu alle Clubs hinter dem FC Bayern schwächeln und kämpfen um Platz drei, denn Zweiter will ja keiner werden. Jedenfalls sollte Hoffenheims Trainer Nagelsmann vor wenigen Wochen noch Bundestrainer oder Trainer bei Real Madrid werden. Jetzt gibt es Querelen im Team und Nagelsmann freut sich über 28 Punkte und dass seine Grinsheimer nicht mehr absteigen können. Tabasco macht einen guten Job. Ohne Zweifel, aber auch hier glimmt es. Zwei Siege aus den letzten neun Spielen ist, bei aller Blauäugigkeit, nicht der Anspruch von Schalke 04. Da ich ja ein „ständiger Vertreter“ in der Schalker Arena bin, kann ich auch sagen, dass ich die Aufstellungen manchmal nicht verstehe. Pjaca beispielsweise hat mich überzeugt. Nein, nicht wie Sie meinen, liebe Leser, auf der Bank, sondern aufm Platz. Frech, ballsicher, torgefährlich, guter Körpereinsatz und gute Spielauffassung. Warum der nicht spielen darf, ist mir ein Rätsel. Aber ich bin ja ehrgeizig und löse gerne Rätsel. Deswegen, Auflösung demnächst.

BVB wird HSV ans Tabellenende schicken

Übrigens: Goretzka ist ein Münchner Schatten. Auf seinen Einsatz sollte man verzichten. Das würde nahezu jeden Fan freuen und die sind bekanntlich die Seele des Vereins.
Was war noch? Gladbach vergeigte gegen Leipzig. Schade, das hätte ein Sprung werden können.
Frankfurt verliert sogar 3:0 in Augsburg und Leverkusen quält sich, stark lädiert, zu einem 0:0 in Freiburg. Alles andere war mehr oder weniger uninteressant. Oder wollen Sie wissen, dass Hertha gegen Hoffenheim 1:1 gespielt hat oder dass die Bayern den Mainzern Narren zwei Kappen aufgesetzt haben?
Aber der kommende Spieltag hat es in sich. Der BVB verpackt den HSV am Samstag und steckt ihn in den Karnevalszug Richtung nordisches Tabellenende. Gladbach spekuliert mit Stuttgarter Punktkamellen. Leverkusen verspeist Berliner Ballen, Kölner Bützjes gibt es für die Frankfurter und der Faschingsball des FC Bayern mit dem Schalker Klüngel startet ebenfalls.
Bis denne, Ihr Holger Flossbach
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