Flossbachs Querpass: Die Mutter aller Derbys - Schalke wäre der wahre Meister

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Fußball-Kolumnist Holger Flossbach beherrscht das ironische verbale Dribbling, zu lesen im Stadtspiegel und auf Lokalkompass.
Hört mir auf mit Fußball. Der Rummenigge meckert auf alles und jeden. Er will die Roten Karten nur für die Gegner. Am besten, er pfeift selbst, lost selbst aus und bestimmt die Verteilung der Fernsehgelder ganz alleine. Milliarden will er. Kein Otto Normalverbraucher soll mehr umsonst Fußball gucken. Ich sage: Nimm Dir Deine „Bauern“ und spiel in einer eigenen Liga.

Darum gebe ich meiner Ironie einmal freien Lauf: Die Schalker wären schon lange Meister, aber die wollten keinen einseitigen Wettbewerb. Das kann ich erklären, indem ich sage, dass der weltbeste Keeper und Weltmeister Manuel Neuer für 20 Punkte in einer Saison gut ist. Glauben Sie nicht? Zuletzt gegen Bremen und in Frankfurt hätten die Blauen mit Neuer gewonnen. In der Endphase der Hinrunde hätten sie auch gegen Köln und gegen Hamburg gewonnen. Macht schon allein 10 Punkte in den letzten sieben Spielen. Ganz zu schweigen vom ersten Tor gegen REAL. Jetzt rechnen Sie sich einmal aus, wenn man Bayern 20 Punkte abzieht und den Schalkern 20 drauf packt, wer ist der wahre Meister? Na,...

Neuer macht den Unterschied


Und es geht weiter, denn nicht zu verschweigen sind die Bayern-Zugängen Götze und Lewanwski. Die sind jeweils für 10 Punkte gut. Bayern wäre ohne die oben genannten Transfers also nur Mittelmaß, und der S04 und der BVB würden Jahr für Jahr konkurrenzlos um die Meisterschale spielen.
Aber das wollen die Vereine im Pott nicht. Sie wollen Spaß, Spannung und Leidenschaft. Anders ist der kluge Verkauf von Raul und Neuer nicht zu erklären. Vor allem die Einkäufe von Santana, Marica, Obasi und Sam sind Volltreffer für eine ausgeglichene Liga. Beim BVB sorgen Ginter, Ramos und Großkreutz für einen reellen Wettbewerb.
Was allerdings schade ist, ist die Tatsache, dass man dann international nicht mithalten kann. So verstehe ich die Zufriedenheit der Schalker gegen Real Madrid nicht. Das Team CR7 war sicherlich besser, aber zu schlagen.
Was passiert? Ein 2:0 wird schöngeredet. Krass, wenn man Ende auch auf Geldeinnahmen verzichten muss. Nicht schlimm, es gibt bald wieder Fan-Anleihen für Neuzugänge wie Pukki, Fuchs oder Kirchhoff Ende!
Jetzt wartet nämlich das Derby. Die Mutter aller spannungsgeladenen Fußballspiele. Brisanz, Rasanz und Rivalität.
Da gibt es keinen Neustädter, der nur trabt wie ein Dressurpferd. Keinen Choupo-Moteng, für den man eine Stunde braucht, um ihn nach seinen Pirouetten wieder aus dem Rasen zu drehen, oder einen Mkhitaryan, der das Waschgeld sparen will und sich nicht bewegt. Auch keinen Keeper ohne Arme oder einen Subotic mit Schlupflöchern.
Nein, es ist Derbytime. Es geht um mehr als alles. Eine ganze verkorkste Saison kann mit diesem Spiel wieder lebendig werden. Das ist Fußball, das ist Dramatik und das ist Nervenkitzel. Nicht wie bei den Filetköpfen vom FCB, wo Geschäft, Events und Steuersparmodelle zu Hause sind. Kauft Euch die Welt, aber das Derby-Feeling werdet Ihr nie erleben.
So, ich ruf‘ jetzt den Heldt an, denn ich habe gerade an der Bushaltestelle einen sportlichen Typ gesehen, der zu Schalke passt.
Bis nächste Woche, Ihr Holger Flossbach
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