Biene Maja ist schuld: Imkerin Katja Karow

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Ihre Brötchen verdient sich Katja Karow als Standesbeamtin in Marl - ihre Brötchen bestreicht sie mit selbsterzeugtem Honig.
 
Holger Karow hilft seiner Frau Katja in die Schutzkleidung.
Wenn Katja Karow und ihr Ehemann Holger morgens lustvoll ihre Löffel ins Honigglas tauchen und den süßen Muntermacher aufs Brötchen streichen, stellt sich neben dem Genuss unwillkürlich auch ein wohliger Gedanke ein: „Es ist Blütenhonig aus eigener Herstellung.“

Katja Karow verdient ihre Brötchen als Standesbeamtin der Stadt Marl, aber sie hat ein Hobby, was sie oft und gerne in die freie Natur lockt. Seit drei Jahren pflegt und hegt die Bienenzüchterin (Mitglied im 80 Jahre alten Imkerverein Sickingmühle-Marl) ihre fleißigen Völkchen an einem besonderen Standort.

Später Nachmittag. Während auf dem Flugplatz Loemühle reger Betrieb herrscht, erhalten Katja Karow und Ehemann Holger Einlass, um auf einen abgeriegelten Teil zu gelangen. Hier vertauscht Katja ihre schicken Schuhe gegen lustig geblümte Gummistiefel und stiefelt sofort munter los zu ihrem Bienenstand.

Erst seit drei Jahren betreibt die Standesbeamtin dieses doch eher ungewöhnliche Hobby. „Biene Maja ist schuld. Ich war schon als Kind von Bienen fasziniert.“ Dabei beließ sie es nicht, sondern besuchte aus Neugier einen Kurs des Recklinghäuser Imkervereins. „Das war so spannend, dass ich auch mitmachen wollte.“

Tag des offenen Honigtopfes

Seitdem geht es zwei Mal die Woche raus zu ihrem Stand auf dem Flugplatzgelände, in Schutzkleidung, mit Netzhut und Handschuhen.
Während Katja die Rahmen mit den Völkern herauszieht und inspiziert, füttert Holger ein Gefäß mit trockenem Gras und Hölzern, entzündet sie. „Der Rauch beruhigt die Bienen“, erläutert der Angetraute der Standesbeamtin.
Immerhin profitiert auch Holger Karow von den Erzeugnissen der schwarz-gelben Fleißarbeiterinnen seiner Frau, denn der Honig aus eigener Herstellung schmeckt beiden prima. Ihre Freunde freuen sich auch auf die Gläser mit dem süßen Genuss. Katja streicht über die Rahmenseiten: „Besonders wertvoll ist das Propolis, dass sich hier absetzt. Das ist sehr gesund, wirkt entzündungshemmend und ist sehr gut für die Haut.“

Bienenzucht ist "wunderbar entspannend"

Warum sammelt Katja Karow keine Briefmarken, fertigt Patchwork-Decken an oder pokert, um nur drei Beispiel zu nennen, wie man oder frau sich die Freizeit vertreiben könnte? „Die Imkerei ist wunderbar entspannend. Schon auf dem Weg zu meinem Stand fällt alles von mir ab. Besser als Yoga“, schwärmt die sich ehrenamtlich engagierende Züchterin. Seit einem Jahr ist sie die zweite Vorsitzende des eingetragenen Imkervereins Sickingmühle-Marl.
Der Verein wurde vor 80 Jahren in Sickingmühle gegründet und heißt deshalb auch so, obwohl die 41 Mitglieder aus ganz Marl stammen. Jeden dritten Donnerstag treffen sie sich beim Schwatten Jans.
Katja Karow freut sich über eine Entwicklung, die sie selbst mitträgt: „Es gibt immer mehr Frauen, die sich für die Imkerei interessieren.“ Jung-Imker werden vom Imkerverein-Recklinghausen ausgebildet, der auch bei Besuchen in Schulklassen Kinder über die Bedeutung von „Biene Maja“ und ihre Schwestern aufklärt.

Darum soll es nun auch beim Geburtstag des Marler Vereins gehen.
Unter dem süßen Motto „Tag des offenen Honigtopfes“ feiert der Marler Imkerverein sein 80-jähriges Bestehen am 31. August am Forsthaus Haidberg mit einem großen Programm.
Treffpunkt: Forsthaus Haidberg, Halterner Straße 294, 13-18 Uhr. Eintritt frei
Programm: Einblicke in die Imkerei, Spiele und Infos, Hüpfburg für die Kleinen, Grill-Spezialitäten und Getränke
Tipp: Bitte benutzen Sie den Wanderparkplatz gegenüber des Forsthauses (Haardgrenzweg)
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