Jägers-Mond - Der letzte Vollmond vor Samhain
Samhain - die letzte Nacht im alten Jahr, und die erste Nacht im neuen Jahr.
Was heute als Allerheiligen bezeichnet wird, ist vom Ursprung ein Neujahrsfest. In der Keltenzeit war diese Nacht der Beginn des neuen Jahres. Der letzte Vollmond im alten Keltenjahr war der "Jägers-Mond", oder auch "Die Nacht der wilden Jagd" genannt.
Die alten keltischen Priester und Magier machten in dieser Nacht ein Wettrennen mit den Geistwesen eines mittelgroßen Waldstückes. Ein Start- und ein Zielpunkt wurden festgelegt, eine Zeit ausgemacht und die genauen Bedingungen verkündet.
Der Jäger startete dann das Rennen bei absoluter Dunkelheit. Er konnte fast nichts sehen, mußte sich auf seinen Orientierungssinn verlassen und konnte nur seiner Intuition folgen.
Die Geisterwelt des Gebietes, in dem das Rennen stattfand, versuchte, den Jäger mit allen Mitteln davon abzuhalten, den Zielpunkt zu erreichen. Halluzinationen wurden ihm vorgegaukelt, und alle möglichen Hindernisse in den Weg gelegt. Bei dem kleinsten Anzeichen des Morgengrauens war das Rennen beendet.
Hatte der Jäger sein ziel erreicht, so waren die Geistwesen dieses Gebietes ihm verpflichtet, bei all seinen magischen Handlungen zu helfen, ihn zu unterstützen.
So lange wie der Magier lebte, hatte er die volle Unterstützung sämtlicher Geistwesen dieses Gebietes.
Wenn der Jäger sein Ziel nicht erreichte, mußte er den Wesen ein Opfer bringen. Dieses bestand aber immer nur aus kostbaren Weinen, Früchten und anderen Esswaren. Blutopfer wurden nicht gefordert.
Der Jäger hatte auch die Möglichkeit, das Rennen aufzugeben, er mußte sich dann nur umdrehen und den gleichen Weg zurückgehen, den er gekommen war. Das Opfer mußte in diesem Fall aber auch gebracht werden.
In einigen Gegenden Europas und Teilen der USA wird dieser Jägers-Mond auch heute noch durchgeführt.
Diese über 5.000 Jahre alte Tradition wurde dann durch die erzwungene Christianisierung in das Allerheiligenfest umgewandelt.


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