"Bürgerhaus" in der Diskussion

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Das "Bürgerhaus" im Mendener Zentrum spaltet die Meinungen. Wobei - anscheinend - nicht allen klar ist, worum es bei dem Konzept überhaupt geht. Die Stadt beschreibt es so: Ein inklusiv und generationsübergreifend ausgerichtetes interkulturelles Begegnungszentrum. Skizze: Architekten Simon-Hilker
 
Die drei Preisträger des Wettbewerbs - hier der Entwurf, der auf Platz 1 kam - sollen die Kosten für ihre jeweiligen Planungen schätzen. Das Projekt kann insgesamt mit maximal 3.804.725 Euro bezuschusst werden. Skizze: Architekten Simon-Hilker

Menden. Das "Bürgerhaus" im Mendener Zentrum schien für viele bereits in "trockenen Tüchern", als ein Statement der CDU-Ortsunion Menden vor einigen Tagen die Diskussion wieder neu entfacht hat.

Die Christdemokraten hatten sich vergangene Woche gegen den Bau ausgesprochen. Ein aktuelles Statement war auf Anfrage nicht zu bekommen.
Dafür aber eines von Bürgermeister Martin Wächter. Der Verwaltungschef und Christdemokrat hält an dem Projekt weiterhin fest und kommentiert für den Stadtspiegel: "Ich stehe nach wie vor zum 'Bürgerhaus' und vor allem dazu, dass das Verfahren weitergeht. Also, dass die Politik den nächsten Schritt geht, damit die tatsächlichen Ausgaben ermittelt werden können. Entscheidend sind natürlich auch die Kosten für den späteren Betrieb des 'Bürgerhauses'. Dazu brauchen wir ein Nutzungs- und Betreiberkonzept. Über dieses Konzept muss dann auch mit den 'Ehrenamtlichen' gesprochen werden und auch darüber muss in der Politik entschieden werden."

Große Ungewissheit
über Konzept?


Betrachtet man Kommentare auf Social-Media-Plattformen, kommt bisweilen der Eindruck auf, dass viele Bürger immer noch nicht eingehend über das Konzept des "Bürgerhauses" informiert sind und es für eine reine Veranstaltungshalle halten. Wohl deshalb hat Stadt-Pressesprecher Johannes Ehrlich der heimischen Presse am Mittwoch umfangreiche Informationen zum Projekt zugemailt. "Ein neues 'Bürgerhaus' ist ein weiterer von vielen Bausteinen für Menden, aber ein besonders wichtiger", heißt es darin unter anderem. "Denn, um sich zu engagieren und als soziale Gemeinschaft viele Dinge zusammen anzugehen, braucht es einen zentralen Treffpunkt mitten im Herzen von Menden. Und um so etwas zu schaffen, bietet sich jetzt die Gelegenheit: Fördergelder stehen jetzt zur Verfügung. Geld, das sonst in eine andere Stadt oder Gemeinde fließen würde, wenn wir es nicht in Anspruch nehmen. Eine Chance für Menden, um das 'Drumherum' für bürgerliches Engagement zu schaffen."
Und weiter: "Deshalb gab es einen Architektenwettbewerb, bei dem kreative Köpfe gezeigt haben, wie ein neues 'Bürgerhaus' baulich aussehen könnte. Drei Entwürfe wurden von einer Jury ausgewählt. Aktuell soll in der Politik die Entscheidung getroffen werden, welcher dieser Vorschläge gebaut wird. Denn nur mit dieser politischen Entscheidung kann der nächste Schritt angegangen werden, bei dem auch die genauen Baukosten ermittelt werden und vor allem ein konkreter Förderantrag gestellt werden kann."

Die komplette Pressemitteilung der Stadt steht hier.

Stimmen
zum Projekt


Volker Fleige, Ex-Bürgermeister: "Das neue 'Bürgerhaus' ist ein positives Zeichen an die Ehrenamtler in unserer Stadt und eine wichtige Belebung der Innenstadt!"
Stephan Wiggeshoff, bekannt als einer der Sprecher und Mitgründer der Kulturinitiative Menden (KIM): "Ich bin überzeugt von diesem Konzept. Hier wird für Kinder, für Jugendliche, für Erziehende, für Menschen zwischen Arbeit und Ruhestand, für Rentner, für Alte mit und und ohne Behinderung gearbeitet. Jeden Euro werden wir durch das ehrenamtliche Engagement der Mendener Bürger vielfach zurückbekommen."
Marie Krause, Vorsitzende des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (VKM): "Der Bau des neuen 'Bürgerhauses' bietet Menden die einmalige Chance, mitten in der schönen Stadt einen einladenden und barrierefreien Ort der Begegnung zu schaffen: für Kinder, Familien und Senioren, mit und ohne Handicap. Als soziales und kulturelles Zentrum soll das Haus besonders den vielen ehrenamtlich engagierten Gruppen und Vereinen eine zentrale Heimat geben."
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Klaus Gerling aus Menden (Sauerland) | 30.10.2016 | 21:23  
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