Der WDR dreht bei Drobs

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Autor Ulf Priester (2.v.li.) bei den ersten Einstellungen mit seinem Kamerateam. Jörg König (2.v.re) und Thomas Zimmermann (re.) am Eingang zur Anonymen Drogenberatung.
  Menden (Sauerland): Westwall Menden | Gutschein für ein Menü - das Fernsehen bei der Drogenberatung

Seit Januar 2001 bietet die Einrichtung der Ambulanten Drogenhilfe in Trägerschaft der Stadt Menden Beratungen und Hilfsmöglichkeiten im Bereich Drogen an. „Das Angebot richtet sich an suchtgefährdete und drogenabhängige Menschen sowie deren Familien“, beschreiben die beiden Diplom-Sozialarbeiter Kristina Böcher und Thomas Zimmermann ihren Tätigkeitsbereich. Das Team ist hochmotiviert, hat einen ganzen Katalog an Angeboten. Dazu gehören unter anderem Informationsvermittlung, Krisenintervention, Therapievorbereitung, die Vermittlung von Entgiftungs- und Therapieplätzen oder Hilfe bei rechtlichen Problemen. Alles absolut kostenfrei, die Mitarbeiter unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht.
Und doch wissen Kristina Böcher und Thomas Zimmermann eine gute Idee, die von außen an sie herangetragen wird, zu schätzen. Eine dieser Überlegungen brachte jetzt sogar den Besuch eines Kamerateams des WDR in den Räumen am Westwall 21 - 23.
Ausgangspunkt war allerdings Jörg König. Der ehemalige Drogensüchtige hat sich seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben, etwas gegen die Auswüchse des Konsums illegaler Stoffe zu tun. „Ich kenn das Leben ganz unten ja“, beschreibt der Mendener seinen Antrieb. „Ich will helfen, damit weniger Menschen zu dem Zeug greifen.“ Außerdem möchte er die, die süchtig sind, unterstützen. Zum Beispiel mit Essen. „Ich habe mir gedacht, es gibt in der Hönnestadt doch so viele hilfsbereite Leute“, erklärt König. „Mancher davon hat einen Schnellimbiss.“
Dort „putzte“ der Initiator dann Klinken. „Ich habe bei Döpi vorgesprochen und bei Ciao Pizza“, schmunzelt er. Erst waren einige Vorurteile zu beseitigen. „Jeder dachte, da kommen dann Betrunkene oder abgerissene Typen, die den Betrieb stören oder die Kunden sogar belästigen.“ Es gehört schon einige Sturheit dazu, Überzeugungsarbeit zu leisten. Wer Jörg König kennt, der weiß, diese gewisse Dickköpfigkeit hat der Mann.
Nun läuft der Deal schon einige Wochen. Die Drogenberatungsstelle gibt Gutscheine heraus, damit geht es zu Döpi oder Ciao Pizza, demnächst auch zum Chicken House. Dort gibt es nach Vorlage des Bons einen Döner und ein Getränk, in der Pizzeria kann sich die Pizza sogar ausgesucht werden. „Ich hab gar nicht mehr gewusst, wie so ein Döner schmeckt“, gibt ein Klient zu. Das Beste daran, betont König extra, es gibt etwas frisch Zubereitetes. „Wann haben das die Süchtigen schon mal?“
„Wir hatten uns vorgestellt, dass etwa zwei Menüs pro Tag ausgegeben werden“, verweist Thomas Zimmermann auf die Modalitäten. „Großen Dank an unsere Sponsoren, denn es wurde noch niemand zurück gewiesen, auch wenn am Tage mal mehr kommen.“
Während der Öffnungszeiten des „Drobs“ sind die Gutscheine erhältlich. „Aber wenn außerhalb der Zeiten geschellt wird und wir sind da, dann wird selbstverständlich geöffnet,“ so Zimmermann. Natürlich werden weitere Besitzer ähnlicher Betriebe, die ein großes Herzen haben, gesucht. Wer helfen möchte, einfach bei Drobs melden.
Und wie kommt jetzt das Fernsehen ins Spiel? Selbstverständlich durch Jörg König. „Ich habe in Siegen angerufen und dort auch sofort einen interessierten Mann gefunden“, strahlt umtriebige Mann. Ulf Priester, der Autor, der dem Kamerateam die Anweisungen gibt, hat recherchiert und die Geschichte für gut befunden. „Ich hab schon mal einen Dreh über den Mittagstisch in Iserlohn geleitet, hab also Erfahrung in dieser Richtung“, zeigt sich Ulf Priester zudem als Insider.
Gesendet wurde der Beitrag am Freitag, 15. April, in der Lokalzeit Siegen. Im Studio war auch Thomas Zimmermann, der weitere Einblicke gab.
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