Die Eiszeit startet wieder

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  Menden (Sauerland): Kornblumenweg | Vielfalt zeigt die handwerkliche Kompetenz

Ganz langsam traut sich die Sonne hervor, die Tage werden wärmer und die Erinnerung an den Winter verblasst. Und schon sind die ersten Mensch wieder mit den Hörnchen in der Hand zu sehen, die eisschleckend über die Straßen flanieren.
Sidonio Tonon von der Mendener Platten Heide schaut auch in den Himmel und überlegt, ob er schon einmal Tische und Stühle auf seine kleine Terrasse vor dem Eiscafé Adria im Kornblumenweg 4 stellen soll. „Am Wochenende sitzen die Gäste gerne unter freiem Himmel“, weiß der 57-Jährige.
Sein erster Gast an diesem Morgen schaut auf die vielen Behälter in der Glastheke. „Alles selbst hergestellt“, verspricht der Inhaber. „Es werden nur frische Zutaten verwendet.“ Milch - Ei - Zucker sind Bestandteile, dies lässt sich der Norditaliener noch entlocken, die genaue Rezeptur allerdings verschweigt er: „Das ist das Geheimnis des Chefs.
„Ich stehe mehr auf die Klassiker“, outet sich der Besucher. Und da dürfte Vanille seinem Geschmack entsprechen, denn laut des zuständigen Verbandes belegt diese Sorte immer noch unangefochten den ersten Platz im deutschen Ranking. Auch Schokolade und Erdbeere sind weiterhin sehr beliebt. Aber Stracciatella hat gewaltig aufgeholt, rangiert nun auf Rang drei. Und tatsächlich verlangt der Kunde die beiden Favoriten, Vanille und „Schokko“, kombiniert mit Zitrone. Dazu ein Cappuccino. So lässt sich der Tag gut beginnen.
Fast sein ganzes Leben dreht sich bei Sidonio um Eis. Geboren im Proseccoland Italien, zwischen Meran und den Dolomiten in Conegliano, kam er 1981 nach Deutschland. Münster hieß seine erste Station, elf Jahre arbeitete er dort in einer Eisdiele. Nach kurzem Zwischenstopp führte sein Weg 1994 nach Menden, war dann im Eiscafé Adria lange angestellt und wagte 2014 den Schritt in die Selbstständigkeit. „Seit 1974 war das Geschäft an diesem Ort, hatte und hat viele Stammkunden. Was sollte schiefgehen?“, erklärt Sidonio seine damaligen Überlegungen.
Erst kürzlich tätigte er eine größerer Investition: „Ich mache, wie gesagt, alles selbst, deshalb habe ich mir nun den Rolls-Royce unter den Eismaschinen zugelegt.“ Rolls Royce? Was kostet denn so ein Ding? Da schweigt der Besitzer. Nur so viel: „Ein Mittelklasseauto kann man sich dafür schon leisten.“
Insgesamt sind 28 verschiedene Sorten im Angebot, da ist natürlich die beste Maschine gerade gut genug. Denn neben den bereits erwähnten Klassikern gibt es noch die Exoten. Wie beispielsweise Mango, oder Maracuja, oder Granatapfel. „After Eight-Eis“ steht inzwischen bei den Erwachsenen auch ganz oben auf dem Wunschzettel.
Die Kinder wiederum bevorzugen die „blauen Sorten“ wie Sidonio Tonon erklärt: „Ich sag immer, Kaugummieis.“
Diese Vielfalt zeigt deutlich die Kreativität und das handwerkliche Wissen, was ein Eismacher in der heutigen Zeit beherrschen muss.
Gerade geht wieder die Tür auf, herein kommt eine ganze Familie. Der Nachwuchs hat schon eine Ahnung, was er will: „Ich nehme den Micky Maus-Becher.“ Mutter klagt, dass es doch noch etwas kühl ist am Vormittag: „Haben Sie heiße Waffeln?“ Und Vater? „Sie kommen doch aus einem italienischen Weinanbaugebiet. Gibt es hier einen Prosecco?“
Ruckzuck werden die Wünsche erfüllt und auch die Nachbestellung, ein heißer Kakao, ist kein Problem.
„Wie lange ist eigentlich geöffnet? Wir wollen auch mal am Abend ein Eis genießen“, kommt am Ende noch eine Frage. „Von 10 bis 22 Uhr - kein Ruhetag“, zeigt der Inhaber, dass er einen ausgefüllten Arbeitstag hat. Und dann noch: „Im Sommer mache ich auch schon mal länger, wenn es schön ist.“
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