GigA46: "Netzvariante schlägt Autobahn"

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Foto: Stadtspiegel-Archiv

Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell, Sprecher der GigA, kommentieren die derzeit laufende Diskussion um die A46.

In ihrer Pressemitteilung heißt es:

"Die momentanen Diskussionen um den Bau der A46 und die Bewertung im Bundesverkehrswegeplan sind absurd. Denn nicht die A46/B7-Planung, sondern die vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vorgelegte alternative Verkehrsplanung ohne Autobahn schneidet in den Ergebnissen der Gutachter in vielen Belangen besser ab.

So liegen die Kosten für die sogenannte "Netzvariante" bei 65,7 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Die Autobahn plus neuer B7 ab Menden soll für gerade mal 19 Kilometer 510 Millionen Euro kosten, alleine die Kosten für den Abschnitt Hemer-Menden liegen bei 350 Millionen Euro.
Der erwartete Nutzen der Netzvariante ist mit einem Wert von 6,7 mehr als doppelt so hoch wie der Wert der Autobahn mit 3,1.
Darüberhinaus gehen die Gutachter davon aus, dass bei einer Verkehrsführung ohne Autobahn bedeutend weniger zusätzlicher überregionaler Verkehr in unsere Region fließt. Die Befürchtungen, dass es dabei zu erheblichen Mehrbelastungen kommt, bestätigt sich nicht.
Bei der Autobahn ist es genau anders herum. Da gehen Gutachter davon aus, dass die A46 von bis zu 42.000 Fahrzeugen täglich befahren wird. Das ist eine Verdopplung der heutigen Zahlen auf den vorhandenen Straßen. Wenn das Verkehrsministerium also davon spricht, dass das Ziel der A46 eine "Erhöhung der Leistungsfähigkeit" ist, dann bedeutet das mehr Verkehr, mehr Schadstoffe, mehr Lärm in bisher unbelasteten Gebieten.
Gleichzeitig wird immer deutlicher, welche gigantischen Zerstörungen der Bau der A46 und einer neuen B7 zwischen Hemer, Menden und Wickede mit sich bringen würde. Wichtige Naherholungsgebiete und ökologisch wertvolle Bereiche werden unwiderruflich zerstört, mit tiefen Schneisen und Riesenbrücken.

Nicht umsonst stehen die A46/B7-Planungen im Verkehrswegeplan nicht mehr in der höchsten Dringlichkeitsstufe. Auch die Gutachter halten eine Autobahn ab Menden nicht mehr für notwendig. Das alles zeigt: Die Luft für die A46 und ihre Befürworter wird immer dünner!

Umso unverständlicher, warum es bei diesen Bewertungen der Netzvariante im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans nur heißt: "Auf eine Dringlichkeitseinstufung wurde verzichtet, da es sich um eine Alternative handelt und zwar zum Vorhaben A46/B7".

Die Ergebnisse der Gutachter zeigen: Die Zeit ist reif für die Idee eine behutsamen und ökologisch vertretbaren Verkehrsplanung und -führung ohne Autobahn und ohne zusätzlichen überregionalen Autobahnverkehr. Die Netzvariante ist dazu ein erster Vorschlag, der in den Bewertungen besser abschneidet als die Autobahnplanungen. Das werden wir in den nächsten Wochen deutlich machen und das muss Einfluss haben auf die weiteren Diskussionen um den Bundesverkehrswegeplan auf Landes- und Bundesebene. Die A46 dagegen bleibt ein über 40 Jahre alter, teuer und umweltzerstörender Straßendinosaurier. Nicht ohne Grund sind Dinosaurier ausgestorben."
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