Menden in drei Stunden und ein Blick aus dem 8. Stock

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Bürgerbusfahrer Michael Joest schenkt den Gästen unterwegs Kaffee ein. Als Tisch bei der Pause am Hexenteich dient ganz rustikal ein Baumstamm. (Foto: Gabriele Hoffmann, Hellweger Anzeiger)
 
Das Huckenohl-Stadion beeindruckt nicht nur Sportler, sondern auch Teilnehmer der Stadtrundfahrten. Der Bürgerbus legt dort immer eine Pause ein. (Foto: Gabriele Hoffmann, Hellweger Anzeiger)

Große Stadtrundfahrt mit dem Bürgerbus eröffnet neue Perspektiven

Eigentlich waren Neubürger als Zielgruppe im Visier, doch die große Stadtrundfahrt mit dem Bürgerbusverein ist für Alteingesessene mindestens ebenso aufschlussreich. Neues gibt es immer zu entdecken.


Das Angebot im Rahmen der Mendener Willkommenskultur wird sogar häufiger von echten Mendenern und solchen, die zumindest schon lange in der Stadt wohnen oder nach langer Pause in die Heimat zurückgekehrt sind, genutzt. Und alle, die denken, sie kennen Menden, kommen unterwegs aus dem Staunen nicht heraus. Erinnerungen an früher mischen sich mit vielen neuen Eindrücken. Denn die Stadt hat sich an vielen Stellen verändert.

Eine Stadtrundfahrt mit dem Bürgerbus lässt einen neuen Blick auf Menden und seine Ortsteile zu. Drei Stunden – und die Fahrgäste sind auf dem neuesten Stand. Sowohl Reiseleiter Jürgen Rosenthal als auch Chauffeur Michael Joest haben viel zu erzählen. Die beiden gehören zur Spezialtruppe innerhalb des Vereins, die mit zwei Stadtführern und fünf bis sechs Fahrern den touristischen Teil übernehmen.

Dabei rollt der Bus sowohl über die fahrplanmäßige Route als auch über neue, speziell für die Rundfahrten ausgesuchte Wege.

Start ist immer am Neuen Rathaus. Von dort geht es zunächst über die vier Wälle einmal um den Stadtkern herum. Kurze Blicke auf historische Mauern sind möglich. Einkaufszone, jüdischer Friedhof, Gymnasium, Amtsgericht, Bürgerbad oder Babywald bleiben rechts und links liegen.

Reiseleiter Rosenthal streut immer Informationen zur Stadtplanung ein. Fahrer Joest gibt persönliche Tipps, wie: „Das ist ein gutes Café.“ Beide Männer haben immer einen Scherz auf den Lippen – zur Erheiterung der sechs älteren Damen, die diesmal die Reisegruppe bilden. Es sind Mendenerinnen, eine Neubürgerin ist dabei, die einfach mal aus Neugierde mitfahren wollten. Nach drei Stunden werden sie beeindruckt und bester Dinge aus dem Bus steigen. Doch bis dahin sind noch einige Kilometer auszusitzen.

Die Fahrt ist kurzweilig und die Gespräche auf den hinteren Plätzen werden munterer. Rosenthals Erläuterungen werden mit Zustimmung quittiert. Die Fahrt über die „sieben Pückelkes“ löst Erinnerungen an die alte Rodelbahn aus.

Aus Menden heraus geht es nach Lendringsen, vorbei an Zeitzeugen ehemaliger Industrie und neuen Fabrikgebäuden. Dazu passt der kurzer Abstecher zum Gut Rödinghausen, dem künftigen Industriemuseum. Am Rödinghauser Hammer vorbei fährt der Bus nach Asbeck. Selbst Mendener waren noch nie in dem südlichsten Zipfel des Stadtgebietes. Das Meilerdorf Lürbke ist jedoch für sein Schützenfest bekannt. Bei der Vorbeifahrt am ehemaligen Naturfreibad Biebertal, das sich als Flop erwies, gibt es kritische Kommentare: „Das hätten die sich auch schenken können.“ Allgemeine Enttäuschung ist zu hören, als in Oesbern die alte Dorfkneipe passiert und über die bevorstehende Schließung zum Jahresende gesprochen wird. „Hier haben wir unsere Jugend verbracht.“

Mendens einziges Windrad liegt am Weg, ebenso wie der Spitthof. Dass hier mal ein Spital für Patienten mit ansteckenden Krankheiten betrieben wurde, weiß keiner außer dem Reiseleiter.

Das Huckenohl-Stadion „kann man nicht erklären“, fordert Rosenthal die Damen auf, auszusteigen. Der Blick auf das Waldstadion lässt diejenigen staunen, die es seit ihrer Schulzeit nicht mehr besucht haben.

Höhepunkt im wahrsten Wortsinn ist der Stopp am St. Vincenz-Krankenhaus. Mit dem Aufzug fährt die Gruppe in den 8. Stock und genießt den herrlichen Ausblick über Menden. Von dort lenkt Joest den Bus Richtung Norden durch Schwitten, Bösperde, Halingen und Platte Heide. Hier wird besonders deutlich, wie abwechslungsreich Menden sich präsentiert. Weite Landschaft, gewachsene und neue Siedlungsstrukturen und Gewerbegebiete mit weltweit agierenden Unternehmen. Dazwischen Hinweise auf Steinzeitfunde, das erste Mendener Hochhaus und das beliebteste Radfahrgebiet der Mendener.

Mit der Aufforderung: „Beehren Sie uns bald wieder“ verabschieden Rosenthal und Joest am Rathaus die sichtlich zufriedenen und applaudierenden Gäste.

Termine

Im September sind noch fünf Termine für Stadtrundfahrten geplant. Es sind die Samstage 12., 19. und 26. September sowie Mittwoch 23. und 30. September. Die Anmeldeformulare gibt es im Bürgerbüro. Start ist immer um 15 Uhr am Rathaus.

Verfasserin: Gabriele Hoffmann, Redaktion Hellweger Anzeiger
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Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 05.09.2015 | 12:05  
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