Nicht der Weihnachtsmann!

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Weihnachtsmann oder Nikolaus? Für Manfred Dirkling zählt nur der echte "Bischof Nikolaus". Vor mehr als 40 Jahren hat der jetzt 77-jährige Dirkling angefangen, in das Bischofskostüm zu schlüpfen. Inzwischen hat er eine "Stammkundschaft", die von Schwelm bis Fröndenberg reicht. Foto: Privat
 
Manfred Dirkling ist stolz auf das Kostüm. Foto: Privat
Manfred Dirkling als Bischof Nikolaus

Kreis. Schon rein optisch, aber auch, was das "Programm" betrifft, liegen Welten zwischen "Weihnachtsmann" und "Bischof Nikolaus". Zunächst - vor über 40 Jahren - hatte Manfred Dirkling den Nikolaus lediglich mit aufgeklebten Brauen und Bart gespielt (und war doch sofort anhand seiner Schuhe vom Töchterlein erkannt worden).

Danach lieh sich der 77-Jährige zunächst für den Familienkreis Jahr für Jahr das Bischofskostüm von der Kirchengemeinde aus.
"Als ich vor 17 Jahren in Rente ging, bin ich dann richtig angefangen."
In der Vorweihnachtszeit besucht Manfred Dirkling seitdem Kindergärten, Vereine, Betriebsfeiern oder private Anlässe.

Von Schwelm
bis Fröndenberg

Sein Einzugsbereich reicht von Schwelm bis Fröndenberg - Stammgast ist er zum Beispiel in Lendringsen bei der GeWoGe.
Und dies immer sehr würdevoll: Die Mitra wurde in einer kirchlichen Schneiderei gefertigt. Stola. Mantel, Bart, Perücke, Handschuhe und Bischofsstab vervollständigen das Kostüm. Der Stab ist ein Unikat eines Hobbyschnitzers.
Den Inhalt seiner Auftritte hat Manfred Dirkling diesem Erscheinungsbild angepasst.
"Ich bin auch immer bereit, es lustig zu machen, aber immer mit Niveau."
Da sein Publikum sehr unterschiedlich ist, bereitet der Rentner immer drei Geschichten vor: eine für Erwachsene, eine christliche und eine für Kinder. Diesmal gibt's zum Beispiel eine Geschichte von einem sprechenden Tannenbaum.
"Vor allem erzähle ich immer, dass der Bischof tatsächlich gelebt hat." Nämlich, wie Dirkling weiß, in Myra in Antalya, wo man anscheinend in der St.-Nikolaus-Kirche das Grab des Heiligen Mannes entdeckt hat.
Und wer denkt, dass die Jungs und Mädels im Kindergarten von der historischen Geschichte des Bischof Nikolaus überfordert sind, der irrt. "Sie werden von den Kindergärtnerinnen immer sehr gut vorbereitet."


Als der Nikolaus
ins Schwitzen kam

In einem Fall, an den sich Manfred Dirkling noch lange erinnern wird, hätte ihn ein Junge fast in die Enge getrieben.
"Was steht denn nun in Deinem Buch über mich genau drin?", wollte der Knabe wissen und ließ nicht locker. Auch die Eltern spitzten die Ohren, wie sich Bischof Nikolaus wohl aus der Affäre ziehen würde. Denn er kannte ja weder den Jungen, noch irgendetwas über ihn. Hatte nur ganz allgemein bei der Begrüßung in einer Turnhalle behauptet: "Über jeden von Euch habe ich hier etwas in meinem Buch stehen!"
Mit den Worten "Das kannst Du nicht lesen", zeigte Manfred Dirkling dem Jungen das Buch. Und der staunte, denn er konnte tatsächlich nichts entziffern. Kein Wunder, handelte es sich doch um ein Lateinisches Messbuch.
"Hier steht: 'Du räumst Dein Zimmer nicht auf'", improvisierte Bischof Nikolaus und erntete von dem Jungen ein erschrockenes Gesicht, von den Eltern zustimmendes Nicken.
Dann wischte er sich erleichtert den Schweiß von der Stirn...
Lieber erinnert sich Manfred Dirkling da an seinen Auftritt beim russischen Generalkonsul in Bonn, bei dem auch der Don-Kosaken-Chor zugegen war. Doch das ist eine andere Geschichte..
Wer sich nächstes Jahr für seine Nikolaus-Aktivitäten interessiert, schaut einfach auf: www.nikolaus-iserlohn.de.
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