Situation der Deutschförderung für Flüchtlinge

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Aufgrund der derzeitigen Diskussion über die Situation der Deutschförderung für Flüchtlinge möchte die Volkshochschule Menden-Hemer-Balve nachfolgend die Situation der Förderung aus seiner Sicht darstellen.

Die VHS hat im Herbstsemester 2015 in Balve einen Sprachkurs und im Frühjahrssemester zwei Kurse zu je 100 Stunden durchgeführt. Zwei Kurse wurden über Mittel der Kirche und einer über Landesmittel finanziert. Zusätzlich wurden drei Kurse zu 320 Stunden durchgeführt, die über Mittel der Bundesagentur für Arbeit finanziert wurden. Insgesamt wurden so etwa 150 Personen grundlegende Sprachkenntnisse vermittelt. Derzeit ist für September ein weiterer Kurs zu 100 Stunden geplant, der ebenfalls über Landesmittel finanziert wird. Bei allen Kursen leistet die VHS zusätzlich einen erheblichen Anteil an Planungs- und Verwaltungsarbeit mit Personal der VHS, der nicht oder nur unzureichend über die Mittel finanziert wird.
Derzeit wurden der VHS ca. 50-60 Personen benannt, die noch eine Grundlagenschulung benötigen. Etwa 20-25 Personen können über den für Herbst geplanten Kurs versorgt werden. Insgesamt kann also gesagt werden, dass der Großteil wenigstens die Möglichkeit hatte, grundlegende Sprachkenntnisse zu erwerben. Leider haben von den in die Kurse aufgenommenen Personen einige die Kurse nur unregelmäßig besucht. Neben persönlichen Faktoren war sicherlich auch hemmend, dass die Schulungen teilweise nicht in direkter Nähe der Unterkünfte stattgefunden haben.
Für Balve scheint es so zu sein, dass insgesamt der Bedarf am Erwerb von Grundkursen nur noch in geringem Maß vorhanden ist, wenn man davon ausgeht, dass es keine neuen Zuweisungen gibt. Es steht jedoch im Raum, dass Balve weitere 40 Personen zugewiesen bekommt. Hier muss dann wieder über entsprechende Bildungsmaßnahmen und deren Finanzierung gesprochen werden.
Weiterhin muss klar benannt werden, dass es über den derzeitigen Stand der Deutschkenntnisse hinaus nur für die Menschen aus den unsicheren Herkunftsländern eine Perspektive gibt. Menschen aus Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia haben nach Abklärung unterschiedlicher Voraussetzungen die Möglichkeit, an einem Bundesintegrationskurs teilzunehmen. Dieser umfasst etwa 660 Stunden und endet mit einer B1-Prüfung. Dieser Personenkreis findet sich derzeit in den Kursen der VHS und anderer Bildungsträger vor allem in Menden wieder. Gegebenenfalls würde die VHS natürlich auch in Balve einen entsprechenden Kurs durchführen, wenn es genügend Flüchtlinge mit einer Zulassung zu dieser Kursart gäbe, was aktuell nicht der Fall ist.
Es geht nun also speziell um alle anderen Flüchtlinge, die keinen derartigen Anspruch haben. Hier stellt sich die Frage, was mit ihnen geschieht. Politisch völlig unklar ist derzeit, wie sich die Abschiebepraxis entwickeln wird und welche Menschen in Deutschland eine Bleibeperspektive haben werden. So lange hat dieser Personenkreis in der Regel keinen Anspruch auf Deutschkurse, unabhängig vom persönlichen Engagement. Es sollte unseres Erachtens nach diskutiert werden, ob zumindest die motivierten Personen eine Möglichkeit haben sollten, weiter gefördert zu werden. Wenn man einige Kurse mit einem Stundenumfang von ungefähr 300 Stunden finanzieren würde, könnten die Teilnehmenden zumindest mit einer A2-Prüfung abschließen, was ihnen ermöglichen würde, sowohl privat, als auch beruflich relativ gute Sprachkenntnisse zu entwickeln. Nicht zuletzt ist dies von großer Bedeutung für die Aufnahme einer Beschäftigung. Unabhängig vom Aufenthaltsstatus haben Flüchtlinge die Möglichkeit, nach drei Monaten in Deutschland einer Beschäftigung nachzugehen. Dies bedarf natürlich entsprechender Deutschkenntnisse.
Die Erfahrung des letzten Jahres hat uns gelehrt, dass nur über eine sehr konstante Bildung mit einem relativ hohen Anteil an Kursstunden die Motivation zur Kursteilnahme aufrechterhalten werden kann, da dadurch ein Sprachziel realistisch erreicht wird. Sie hat uns auch gelehrt, dass eine nicht unerhebliche Anzahl an Menschen ehrenamtlich oder professionell begleitet werden muss, damit diese Motivation aufrechterhalten wird und eine kontinuierliche Kursteilnahme stattfindet.
Als VHS ist es uns nicht möglich, hier eine entsprechende Begleitung zu gewährleisten. Wenn also eine weitere Förderung angedacht werden sollte, müssen VHS, Ehrenamtliche und kommunale Mitarbeitende noch stärker Hand in Hand arbeiten, damit das eingesetzte Geld auch tatsächlich bei einer hohen Zahl an Flüchtlingen zu guten Sprachkenntnissen führen kann.

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