Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Ein Blick in die Zukunft"

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Warum bloß werde ich heute ständig an meine Jugend erinnert
Da wollte ich - kein Scherz! - Science-Fiction-Autor werden. Ich hatte etliche eigene Stories und zusammen mit einem Kumpel sogar einen ganzen Roman an einen großen deutschen Verlag geschickt.
Die Antwort erfolgte nach ein paar Wochen mit den freundlichen, aber demoralisierenden Worten "Wir haben ... angelesen und müssen Ihnen leider mitteilen ...".
Nach dem Öffnen der Umschläge erkannte ich, dass sie nicht etwa wegen eines fetten Honorarschecks so dick waren, sondern weil der Verlag die "Werke" gleich wieder zurückgeschickt hatte.

Jetzt weiß ich auch, warum ich gerade an damals denken muss. Denn heute schlüpfe ich ganz kurz wieder in die Rolle eines SF-Autors und werfe einen Blick in die Zukunft - und diesmal, dafür sorge ich jetzt selbst, - da werden diese Zeilen auch veröffentlicht! Sie lesen sie ja gerade.

Während ich diese Kolumne tippe und so tue, als wäre Himmelfahrt längst vorbei, da holen Sie erst noch den Grill aus dem Keller, schreiben "Würstchen, Nackensteaks und Bauchfleisch" auf den Einkaufszettel und stellen das Bier für die Vatertagsfeier kalt.

Die einfache, aber logische Erklärung dieses "Zeitparadoxons":
Der Stadtspiegel, der Samstag verteilt wird, muss (aus meiner Sicht, heute) bzw. musste (aus Ihrer, Samstag) wegen des Feiertags nämlich schon Mittwoch fertig sein.
Deshalb fühle ich mich jetzt schon ein wenig blöd, wenn ich einen Tag vor Himmelfahrt tippe: "Ich hoffe, Sie HATTEN einen schönen Vatertag!"
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