Stoppt "Große Moosjungfer" die Teich-Renaturierung?

Anzeige
Die Oeseteiche: Bereit für eine Renaturierung oder geschütztes Habitat?

Menden. Es gibt Neuigkeiten von den Mendener Oeseteichen! Naturfreund Horst Kühn hatte im Bericht des Samstag-Stadtspiegels noch bedauert, dass er mit der "Nordischen Moosjungfer" zwar eine sehr seltene Libellenart gefunden hatte, die allerdings "nur" als "stark gefährdet" in Stufe 2 der Roten Liste steht. Doch bereits am Wochenende entdeckte er an den Teichen mehrere Exemplare, die er als "Große Moosjungfer" erkannt und natürlich auch fotografiert hat.

Und die "Große Moosjungfer" steht als "vom Aussterben bedroht" in Stufe 1, genießt höchsten Schutzstatus und zählt zu den besonders streng geschützten Libellenarten nach europäischen FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Richtlinien.
Aufgrund der gefundenen Menge, handelt es sich, laut Horst Kühn, um eine Population. Kühn: "Damit sind die Renaturierungspläne erst einmal gestoppt."
Und er erklärt weiter: "Mit den dort insgesamt gefundenen 39 Libellenarten sind die beiden Oeseteiche nicht nur in Menden, sondern auch in NRW einmalig."
Bereits am Montag hatte Horst Kühn die Mendener Stadtverwaltung informiert und kündigte an, dies umgehend auch beim NABU zu tun.

Auskunft des NABU


"Die Stadt Menden und die zuständige Wasserbehörde müssen diesem Hinweis nachgehen und dürfen ihn nicht ignorieren", betonte gestern auf Stadtspiegel-Anfrage Birgit Königs, Pressesprecherin des NABU-Landesverbandes NRW.
Üblicherweise müsse dafür ein Planungsbüro oder ein Libellenexperte eingeschaltet werden.
Auch gibt es im Märkischen Kreis ehrenamtliche Fachleute, die zu diesen Themen entsprechende Stellungnahmen abgeben.
Es seien allerdings noch etliche "Fragezeichen" zu klären, so Birgit Königs weiter. Zum einen, ob es sich bei der Entdeckung tatsächlich um "Große Moosjungfern" handelt. Weiterhin auch, ob die Libellen an den Oeseteichen fest angesiedelt sind. Und dann noch, in welchem Umfang die geplanten Renaturierungsmaßnahmen dieses Gebiet verändern würden.

Im Umweltausschuss


Über den möglichen Umfang der geplanten Renaturierungsmaßnahmen können sich Interessenten im nächsten Bau- und Umweltausschuss (16. Juni) informieren, für den eine Powerpoint-Präsentation geplant ist.
1
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
377
Franz-Josef Knur aus Menden (Sauerland) | 09.06.2016 | 11:27  
6
Gertjan Daniel aus Dortmund-Nord | 10.06.2016 | 10:04  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.