Update: Die "Heinzelmännchen" von Menden

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Erich Reichertz (li.) vom "Heinzelwerk" Mühlheim gab den Mendenern Ratschläge und warnte vor "Fallen". Initiator Rainer Jentsch stellte Einzelheiten der Idee vor. Christiane Meißner koordininiert das Sozialprojekt im Mendener Rathaus.
Mit dem „Heinzelwerk“ geht ein neues Sozialprojekt in Kürze an den Start.

Ehrenamtliche „Heinzelmännchen“ helfen Mitbürgern in Menden nicht nur bei Handwerksarbeiten, sondern zum Beispiel auch bei Behördengängen, beim Einkaufen oder stehen für Gespräche zur Verfügung. Ein erstes Treffen der Ehrenamtlichen fand in diesen Tagen statt.

Nächstes
Treffen

Die Aktiven des Heinzelwerks Menden treffen sich am Dienstag, 12. November, um 17 Uhr im Sitzungsraum B 140 des Rathauses.
Weitere Interessierte, die bei der ehrenamtlichen Initiative mitmachen möchten, sind herzlich willkommen. Für Rückfragen und weitere Informationen steht die Bürgerbeauftragte Christiane Meißner, Tel.: 02373/903543 zur Verfügung.


Die Idee zu diesem Sozialprojekt, bei dem ehrenamtliche Handwerker und Helfer Senioren, Behinderten oder Sozialschwachen unentgeltlich unter die Arme greifen, hatten Rainer Jentsch und Bürgermeister Volker Fleige, nachdem sie eine TV-Sendung gesehen hatten. Die Stadtverwaltung koordiniert und unterstützt die Arbeit des „Heinzelwerks“. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Christiane Meißner.
Bei dem ersten Treffen wurde ganz klar definiert, welche Aufgaben die "Heinzelwerker" übernehmen und welche nicht.

Das wird
nicht gemacht

- Winterdienst
- fest installierte Gas-, Wasser- und Elektroarbeiten
- Malerarbeiten
- Tapezieren
- Teppichbodenverlegung
- Umzüge
- Entrümpelungen
- Endreinigungen von Wohnungen
- Gartenarbeiten

Hier wird
geholfen

- Handwerksarbeiten
- Führen von Schriftwechsel
- Erklärung technischer Geräte
- Hilfe bei PC-Problemen
- Gespräche führen
- Begleitung bei Gängen
- Näharbeiten
- Einkaufen
- Saisonale Bepflanzungen

Fest steht, dass angenommene Aufträge auf jeden Fall unentgeltlich erledigt werden. Ob Materialkosten in Rechnung gestellt werden, muss noch geklärt werden bzw. hängt von den jeweiligen Umständen ab.
Alle ehrenamtlichen "Heinzelwerker" sollten möglichst einen Computer mit Internetzugang besitzen oder zumindest die Möglichkeit haben, gelegentlich einen solchen Account zu nutzen.
"Doch auch wer diese Möglichkeit nicht hat, kann mitmachen", betonte Rainer Jentsch. "Dann geht's eben per Telefon."
Üblicherweise werden die Aufträge des "Heinzelwerks" über ein speziell dafür angeschafftes Computerprogramm koordiniert.


Erfahrungen
aus Mühlheim

Aus einem reichhaltigen Fundus interessanter Erlebnisse konnte bei dem Treffen Gastreferent Erich Reichertz aus Mühlheim schöpfen, der das dortige "Heinzelwerk" ins Leben gerufen hatte. Dort sind 18 Männer und zwei Frauen ehrenamtlich tätig.
Träger ist die Diakonie, über die auch der versicherungstechnische Aspekt abgewickelt wird. So sind die Ehrenamtlichen sowohl selbst bei Unfällen bei der Arbeit und auf dem Weg versichert, als auch bei von ihnen verursachten Schäden.
"70 bis 80 Prozent unserer Einsätze geschehen im sozialbedürftigen Milieu", erläuterte Reichertz.
Üblich sind eigentlich Einzelaufträge, doch gibt es auch anhängliche "Kunden" Bei einer Seniorin wurden die "Heinzelwerker" bereits 19 mal aktiv!

Für Reichertz ist wichtig, "dass wir immer im Team von zwei Personen vor Ort sind". Das Team entscheidet, ob der Auftrag angenommen wird und auch, ob Kosten entstehen. Außerdem ist man in der Zweier-Gruppe abgesichert, sollte es einmal Diebstahlvorwürfe oder ähnliches geben. Die Mühlheimer "Heinzelwerker" haben bislang 1.200 Aufträge angenommen, sieben Prozent der Anträge wurden von ihnen abgelehnt.
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