Figurentheater „Über die Trauer hinaus“ begeistert und macht gleichzeitig betroffen

Sonja Lenneke mit Figuren und dem Kästchen mit Erinnerungen
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Hospizkreis Menden und Netzwerk Hospiz MK Nord hatten ins TAZ eingeladen.

Wer kann sich ein Theaterstück ohne Worte vorstellen? Sonja Lenneke lieferte am vergangenen Freitag den Beweis dafür, dass das mit ihren Figuren ausschließlich über Gestik und Handlung möglich ist.
Fasziniert und aufmerksam verfolgten die Besucher aus Menden, Iserlohn, Hemer, Balve, Wickede und Fröndenberg das Geschehen auf der Bühne, wo es um Abschied, Trauer und um den Weg ins Leben zurück ging. Obwohl auch Kinder im Raum waren herrschte eine beruhigende Stille im Theater, so dass sprichwörtlich das Fallen einer Stecknadel hätte gehört werden können.
Es wirkt auf die Zuschauer fast wohltuend als eine Lichtgestalt, die verstorbene Person ganz vorsichtig und sanft, auf Händen tragend, langsam im Hintergrund der Bühne verschwindet. Eine kleinere und eine größere Figur bringen ihre Trauer durch Gestik und Körperhaltung auf verschiedene Weise zum Ausdruck. Gefühlschaos, Schmerz und Wut, festhalten wollen und der Versuch langsam los zu

lassen prägen ihre Trauer. Symbolhaft wird dieser Weg durch die Trauer ins Leben zurück auch durch verschieden farbige Tüchlein dargestellt, die von den Figuren aufgenommen und angeschaut werden. Diese Tüchlein werden zum Segel eines Bootes, mit dem beide Figuren ins Leben zurück segeln. Mit an Bord ist ein Kästchen voller Erinnerungen.
Nach dem Stück widmete sich die Akteurin den Fragen aus dem Publikum. Sie sprach besonders die Kinder an. Aus Erfahrung durch ihre Arbeit mit Kindern weiß sie: Kinder gehen ganz natürlich und unkompliziert mit den Themen Tod und Trauer um. Wen die einzelnen Figuren darstellen, will Sonja Lenneke bewusst offen lassen. Die Vorstellungen im Publikum waren dann auch unterschiedlich: Vater und Sohn, Geschwister unterschiedlichen Alters, Großvater und Enkelkind. Eine Zuschauerin sprach fasziniert von der Szene mit der Lichtgestalt. „Wenn ich nach meinem Tod so liebevoll ins Jenseits begleitet werde, dann habe ich keine Angst mehr vor dem Tod.“

Autor:

Anni Grüne aus Menden (Sauerland)

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