Das Gefühl hat direkt "Ja" gesagt

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Carolin Pook mit ihrer Geige in ihrer neuen Residenz. (Foto: Heike Cervellera)

Seit neun Jahren gibt es in Moers etwas, was es so nirgendwo auf der Welt gibt: Den „Improviser in Residence“. Ein Jahr lang lebt ein Künstler in der Grafenstadt und darf sich musikalisch austoben.

Diese Ehre, denn als solche bezeichnet Carolin Pook ihre neue Tätigkeit, schafft für sie vollkommen neue Möglichkeiten. Gerade auch deshalb hat die 35-Jährige, die zur Zeit in Brooklyn in New York lebt, nicht lange gezögert: „Ich war sehr geehrt, als Angelika Niescier (sie war die erste „Improviser in Residence“ 2008) mich fragte, ob sie mich als neue „Improviser in Residence“ vorschlagen dürfe. Klar, es waren auch Zweifel da, weil ich New York ein Jahr verlassen muss, aber mein Gefühl hat direkt ‚ja‘ gesagt.“

Seit vergangenen Mittwoch ist Pook nun in Deutschland, genauer gesagt, in Moers. Die deutsche Geigerin und Komponistin studierte Jazzvioline und Jazzschlagzeug und lebt seit zehn Jahren in New York.

Von New York nach Moers


Nun ist sie für ein Jahr in Moers. Von der Metropole in eine kleine Großstadt, aber trotzdem kein Thema für die Künstlerin: „Die Leute versuchen mir eher zu suggerieren, dass dies ein Thema für mich sein müsste, aber mich schockt die Provinz generell überhaupt nicht und ich wollte ja bewusst in eine kleinere Stadt.“
Und Moers sollte, vor allem musikalisch, nicht unterschätzt werden, so Reiner Michalke, künstlerischer Leiter des moers festival und der Mann, der Pook nach Moers geholt hat: „Die Moerser selbst glauben mir oft nicht, das sie musikalisch schon einiges ‚gewöhnt‘ sind. Vor allem im Bezug auf die anliegenden Städte wie Duisburg oder Dinslaken ist Moers, was die Kultur angeht, etwas weiter, aber die Moerser selbst sehen das oft gar nicht.“

Pook kann Michalke nur zustimmen: „Durch das moers festival ist klar, dass hier etwas progressives stattfindet.“ Das moers festival war Pook schon lange ein Begriff, aber erst in ihrer New Yorker Zeit ist es ihr öfters begegnet: „Man kennt das Festival in der Szene und sich in die Reihe der anderen „Improviser in Residence“ einzureihen, ist eine Ehre.“

Pook hat die Liebe zur Musik quasi in die Wiege gelegt bekommen. Ihr Vater war Pianist und so kam sie schon früh mit Instrumenten in Verbindung: „Ich wollte gerne Geige spielen, musste aber Blockflöte spielen, um zu zeigen, dass ich auch wirklich Interesse und Durchhaltevermögen habe. Mit sechs Jahren habe ich dann eine Geige bekommen. Mit zwölf war das allerdings eher uncool und dann habe ich angefangen, Schlagzeug zu spielen.

Ihre Pläne für das Jahr sind noch relativ offen. Sie will in jedem Fall gerne Hauskonzerte machen und im Sommer am liebsten befreundete Künstler aus New York nach Moers holen: „Ich werde mit Sicherheit auch mal Leute beim Einkaufen ansprechen und einfach schauen, was sie ergibt.“

Förderung durch die Kunststiftung NRW


Genau das sei auch das Konzept des „Improviser in Residence“, so Michalke: „Der „Improviser in Residence“ soll jemand sein, der nicht nur das Thema ‚Bühne‘ beherrscht, sondern auch mit Menschen in Kontakt treten will. Die Person muss offen sein und das Thema ‚Improvisieren‘ den Menschen näher bringen, nicht nur machen und tun, sondern vor allem auch ganz viel Spaß haben.“
Michalke ist froh, dass Moers diese Institution als einzige Stadt weltweit hat und durch die Kunststiftung NRW zu 100 Prozent finanziert wird.

Gemeinsam musizieren


Die nächsten Wochen wird Pook in Moers verbringen, bevor sie für einige Termine zurück nach New York muss: „Ich freue mich aber auf jegliche Ideen, die gemeinsam umgesetzt werden können. Die Konzerte, die ich im Sommer machen möchte, sollen ganz leger sein, nicht so offiziell.“

Wer also gerne mit der neuen „Improviser in Residence“ musikalisch aktiv werden möchte, kann sich bei Yala Pierenkemper, Zuständige für das Projekt „Improviser in Residence“, unter der E-Mail-Adresse: yana.pierenkemper@moers-festival.de melden.
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