"Dieter hört die Signale" im Schlosstheater Moers

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Schlosstheater Moers - "Dieter hört die Signale - Ein Liederabend mit dem Ensemble" - Dieter sitzt, Dieter lauscht. Dieter hört etwas. Dieter erinnert sich an eine Melodie. Dieter erinnert sich an eine Textzeile, die er vergessen hat und jetzt erinnert er sich, dass er diesen Text nie vergessen wollte. Dieter hat auf einmal so etwas wie eine Emotion. Dieter räuspert sich. Dieter räuspert sich immer, wenn er eine Emotion hat. Dieter hat auf einmal so ein Jucken im kortikalen Areal. Dieter spürt auch eine lei (Foto: Bettina Engel-Albustin / Fotoagentur Ruhr)

„Dieter sitzt, Dieter lauscht. Dieter hört etwas. Dieter erinnert sich an eine Melodie. Dieter hört die Signale.“

Um kurz vor 16 Uhr kam am Premierentag das Okay: Patrick Dollas, der bei der Generalprobe wegen Stimmproblemen ausgefallen ist, darf spielen und vor allem auch singen. Und das ist bei dem neuen Stück des Schlosstheaters Moers „Dieter hört die Signale“ unumgänglich, da es sich bei dem Stück um einen Liederabend mit Stücken von diversen Künstlern handelt. Neben Dollas stehen Marissa Möller und Matthias Heße als Sänger auf der Bühne. Begleitet werden sie von Jan Lammert am Piano.

Eröffnet wird der Liederabend von dem Quartett mit dem Wham! Klassiker „Last Christmas“. Die darauffolgenden 22 Lieder könnten unterschiedlicher nicht sein: Von Herr Nilssons „Juliette“ über Heinz Rudolf Kunzes „Wehr dich“ bis hin zu Amy Winehouses „Me & Mr Jones“ ist alles dabei. Natürlich immer in gewohnter Schlosstheater Manier arrangiert und zu eigen gemacht. So bleiben die Klassiker einerseits erhalten, kriegen aber auch überraschend neue Akzente. Ebenso wäre es kein Stück des Schlosstheaters, wenn die Lieder einfach nacheinander gesungen werden würden. Viel mehr wirkt es während des ganzen Abends so, als ob das Ensemble sich mal eben spontan zusammensetzt und improvisiert. Da muss von den Darstellern auch mal auf einer auf der Bühne stehenden Couch geklönt werden, etwas getrunken werden oder Heßes Verspannung von Dollas liebevoll eingecremt werden. Das Schlosstheatertheater-Ensemble, wie es leibt und lebt. Unterstützt von dem bekannten jungen Musiker Jan Lammert, der mit herausragenden Pianokünsten besticht und sich mühelos in das Schlosstheater-Ensemble einreiht.


Atmosphäre eines Jazzclubs


Spätestens beim kurz angestimmten „Country roads“ wird wieder mal deutlich: Möller kann nicht nur brillant schauspielern, sondern auch singen. Aber auch Heße besticht bei dem Lied „Juliette“ mit einer klaren Stimme und eine leichte Ahnung, was Dollas mit seiner Stimme alles machen kann, wenn diese fit ist, bekommt der Zuschauer bei dem Lied „Lovely Day“. Highlights des Abends sind aber trotzdem, neben allen skurrilen Einlagen, die gefühlvollen Lieder, die Möller mit ihrer ausgebildeten Stimme singt. Bei „Aged and Mellow“ fühlt sich der Zuschauer fast, als ob er in einem kleinen verrauchten Jazzclub sitzen würde, in dem eine Sängerin das Publikum mit ihrem Gesang in ihren Bann zieht. Und spätestens bei „Me & Mr Jones“ wird deutlich, wie perfekt Heße, Dollas und Möller als Trio funktionieren.

Insgesamt ein sehr kurzweiliger Abend, der mit vielen amüsanten, als auch grandiosen stimmlichen Momenten so überzeugt, dass sich auch ein zweiter Besuch lohnt, denn es passiert so viel auf, neben und an der Bühne, dass der Zuschauer eine wahre Freude daran hat, alles zu beobachten. Die nächsten Vorstellungen von „Dieter hört die Signale“ finden am 18., 24. Und 26. November um 19.30 Uhr im Schloss statt. Tickets gibt es unter 02841-8834110.
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