Ein Kerzenmeer zum Gedenken

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Das Moerser Bündnis für Toleranz und Zivilcourage rief am vergangenen Freitag zum wiederholten Male auf, mittels einer Lichterkette ein Zeichen für Demokratie und gegen den rechten Populismus zu setzen.

Ein gewöhnlicher Freitagabend in der Moerser Innenstadt. Um 17.30 Uhr versammeln sich auf einmal zahlreiche Menschen auf dem Altmarkt. Wirklich ein gewöhnlicher Freitag? Nicht ganz. Zum 72. Mal jährte sich am vergangenen Freitag der Tag, an dem die Opfer des Nationalsozialismus aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit wurden. Ein Tag, der symbolträchtiger nicht hätte sein können, um die jährlich stattfindende Aktion des Moerser Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage, durchzuführen.

So haben sich auch viele Mitglieder der St.-Josef-Gemeinde auf dem Altmarkt eingefunden. Unter ihnen Michaela und Miriam Damme: „Wir waren schon häufiger bei der Aktion dabei. Vorher gibt es in der St. Josef Kirche immer einen Friedensgottesdienst.“ Für die beiden Frauen ist es wichtig ein Zeichen zu setzen: „Es ist enorm wichtig zu zeigen, was war, damit so etwas nicht noch mal passiert“, so Michaela Damme.

Mit dieser Meinung waren die beiden an diesem Abend keineswegs alleine. Vom Altmarkt bis zum Synagogenbogen, gegenüber vom Wallzentrum, zog sich eine Menschenkette mit Kerzen durch die Moerser Innenstadt. Alle waren gekommen, um Stellung zu beziehen. So auch die 17-jährige Therese Baro: „Ich war heute Vormittag schon in Krefeld und habe dort mit mehreren die Stolpersteine geputzt“, erzählt Baro, die sich gerne bei solchen Aktionen engagiert, weil sie „gegen Gewalt und Rassismus ist“.

Auch zahlreiche Politiker folgten der Einladung des Bündnisses und bekundeten bei der anschließenden Kundgebung auf dem Altmarkt ihre Zustimmung zu dieser Aktion: „Gerade in dieser Zeit macht es Mut, hier so viele Menschen zu sehen, die sich bei der Lichterkette zeigen und damit zum Ausdruck bringen, dass sie sich der Geschichte unseres Landes bewusst sind“, erklärt Ibrahim Yetim, SPD-Landtagsabgeordneter und weist auf die Worte der Präsidentin des Landtags NRW, Carina Gödecke, hin: „Demokratie und Freiheit brauchen Erinnerungen.“

Erinnerungen, die durch das Büdnis für Toleranz und Zivilcourage geschaffen werden.

Fotos: Heike Cervellera
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