Freie Radikale

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Intendant des Schlosstheater Moers: Ulrich Greb (Foto: Schlosstheater Moers)

Formen des Extremismus und Radikalismus gibt es immer mehr. Doch wie wird am Besten mit den beängstigenden Tendenzen umgegangen? Wie schützen wir uns davor? Antworten darauf hält das Schlosstheater in der neuen Saison bereit.

Das Theater soll eine Plattform des offenen Diskurs sein, so Intendant Ulrich Greb. Darum werden auch aktuelle Themen aufgegriffen und verarbeitet.
Die neue Saison startet am 5. September mit dem Stück „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch. In dem Stück, welches mithilfe von Masken eine ganz neue Spielästhetik bietet, geht es elementar darum, wer die Brandstifter sind. Passend zum Thema der neuen Saison, schildert das Schauspiel die absichtliche Blindheit des Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr. Hier wird somit auch die Frage aufgegriffen, inwiefern die Bevölkerung oder auch ein Individuum Gefahren überhaupt sehen und wahrnehmen möchte. Eine spannende Frage, die mit der Inszenierung von Ulrich Greb Raum für Spekulationen lässt.

Als nächste Premiere folgt am 30. Oktober das Stück „Pornographie“ von dem britischen Autor Simon Stephens. Das Stück mit dem herausstechenden Namen ist eine Reaktion auf den Terroranschlag 2005 in Großbritannien. Während die eigentliche Katastrophe schon eingetreten ist, beschreibt das Schauspiel London im Ausnahmezustand, zwischen Euphorie und lähmenden Entsetzen. Im Mittelpunkt steht hierbei nicht nur das Ereignis selbst, sondern die Auswirkungen auf Paare und Passanten. Die „normalen“ Bürger machen Grenzerfahrungen. Nachdem das Stück 2006 in Hannover uraufgeführt wurde, ist dies die erste kleinere Produktion.
Das nächste Stück, welches am 20. November Premiere feiert, ist ein Kinderklassiker: „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Für das Stück ist wieder die außergewöhnliche Atmosphäre der Festivalhalle vorgesehen und Ulrich Greb verspricht, dass die Zuschauer „absurde und groteske Momente erleben werden.“
Als erste Premiere im neuen Jahr folgt „Richard III.“ von William Shakespeare am 3. Februar. In dem Stück mit insgesamt zwölf Toten wird es, so kündigt Greb an, eine Überraschung geben, die er aber jetzt noch nicht bekanntgeben kann. Zudem „ist das Drama eine Blaupause wie politische Macht funktioniert“, so Greb und deswegen gerade heute aktueller, denn je.

Die letzte Premiere der neuen Spielzeit findet am 9. April statt. Gezeigt wird die Komödie „Leonce und Lena“ von Georg Büchner. Die Inszenierung erfolgt erstmalig von dem Schauspieler und Intendant Björn Gabriel, der bereits in anderen Städten einige Stücke inszeniert hat. Die Hauptfiguren sind in der Komödie die Extremisten: Der Prinz, der alles hat und sich langweilt: „Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.“ Er unternimmt einen halbherzigen Ausbruchversuch, um den System zu entkommen. Die Komödie wird mithilfe eines Videokünstlers, den Gabriel mitbringt, zum gelungenen Abschluss der neuen Spielzeit.
Zudem erwarten die Besucher noch zwei weitere Highlights: Zum einen vier musikalische Lesungen mit dem Titel „Frequenzen I-V“ im Peschkenhaus, zum anderen wird im Rahmen der Ruhrtiennale am 3. Dezember ein Kapitel aus „The Rest is Noise“ aufgeführt.
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