Starke Bilder in Eick-West

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Karola Brück, "Cappuccino" Acryl auf Leinwand
 
"Meeresrauschen", Acryl auf Leinwand von Mieke Sieber
Moers: AWO- Begegnungsstätte Eick - West |

Gut besuchte Ausstellungseröffnung im der AWO Begegnungsstätte in der Waldenburger Straße

Elke Mauermann, seit wenigen Monaten die neue Leiterin der Begegnungsstätte „Hermann und Wilhelmine Runge Haus“ hatte eingeladen zum großen Reibekuchen – Essen und anschließendem Kultur – Genuss. Seit mehr als 15 Jahren schmücken wechselnde Bilder der Moerser Malergruppe „Spektrum“ die Räume der AWO in Eick-West, erstmals gab es jetzt dort anlässlich des Bilderwechsels eine Vernissage.

Im Rahmen einer kleinen, nachmittäglichen Feier wurden am Donnerstag 24. November 2016 die vier Malerinnen Karola Brück, Petra Krülls, Mieke Sieber und Gisela Wasielewski vom Moerser Künstler Hansfried Münchberg vorgestellt.
Alle Vier gehören seit vielen Jahren der Moerser Künstlergruppe Spektrum an und treffen sich fast jeden Montag-Vormittag zum gemeinsamen Malen.

Gisela Wasielewski und Petra Krülls sind Mutter und Tochter, beide fahren mit der Familie vorzugsweise nach Skandinavien in Urlaub. Daraus hat sich eine Vorliebe für eine bestimmte starke Farbigkeit entwickelt. Am Beispiel des Bildes „Wo viel Licht ist“ von Gisela Wasielewski, erläuterte Hansfried Münchberg „ganz starke Farbkontraste, starke Dunkelheit, starke Helligkeit, ein Grün welches einerseits das ganze Sonnenlicht verschluckt und dunkel erscheint, an anderer Stelle aber die Strahlen der Sonne in voller Schönheit durchbrechen lässt. Ein Bild mit ganz einfachen Formen, aus Rechtecken, Quadraten, Dreiecken entstehen wenige Häuser, eine gewölbte Linie deutet vielleicht einen Bergrücken an, Wolkenfetzen lassen nicht überall einen Blick auf die Landschaft zu.“

Ein zweites Beispiel aus Gisela Wasielewskis Pinsel, der „Fensterblick“, ein Bild, fast ausschließlich in der Farbskala von blau bis dunkelgrün gemalt, eine sehr zurückhaltende Farbigkeit, nicht aufdringlich bunt sondern Ton in Ton, aber gleichzeitig suggerieren starke Kontraste ein Tiefe, in die der Betrachter hineingesogen wird. Einfach ein Blick in eine Landschaft, nicht mehr und nicht weniger.

Eine Vorliebe für starke Farben gibt es auch bei der Tochter Petra Krülls, deren Lieblingsfarbe ist Indigo. Ohne Indigo kommt sie eigentlich bei keinem Bild aus. Indigo ist bekannt als eine Art Jeansblau, also ein tiefes Blau mit einer Spur in Graue. Wann immer Petra Krülls eine Landschaft anfängt, erstmal wird der Himmel gemalt, der Himmel, natürlich in Indigoblau, wenn auch in Abstufungen von ganz hell nach ganz dunkel. Ihre ganze Familie protestiert gerne immer wieder einmal: „nicht schon wieder einen Indigo Himmel, nimm doch mal ein anderes Blau !“ Aber dieser Farbton passt eben auch sehr gut nach Skandinavien, ist dort eine bevorzugte Farbe und so bleibt Petra Krülls ihrer Lieblingsfarbe treu. Sehr gut sehen bei dem Bild „Valön“ mit dem Segelboot, wie viele verschiedene Farbtöne man aus einer einzigen Farbe herausholen kann. Kleine rote oder grüne Stellen sind eher nur als beiläufige Begleiter zu sehen.

Die Nächste im Bunde ist Mieke Sieber, gebürtige Holländerin, hat nach Moers geheiratet. Sie ist begeisterte Kuchenbäckerin und verwöhnt die Gruppe mit den schönsten Leckerein.
Mieke Sieber präsentiert unter Anderem zwei Fensterbilder, das „Mysterium der blauen Lilie“ und das Bild „Stille“. Hier fällt das weiße Licht von draußen nach drinnen, der Betrachter ist erkennbar im Innenraum, aus dem gleißenden Weiß des Sonnenlichtes werden warme und kalte Farbtöne zerlegt, die insgesamt aber wieder einen ganz warmen Farbton erzeugen. Das sind Bilder, vor denen man meditieren könnte, einfach nur hinsetzen und angucken, an nichts denken, nur auf sich einwirken lassen. Genauso verhält es sich mit dem Meeresrauschen, der Muschel oder Schnecke, man muss sich nur vorstellen, man hielt sie sich ans Ohr, schon hört man die Nordsee!

Karola Brück hat zwei Still-Leben beigesteuert, diese sind nicht nur Ton in Ton gemalt, die dargestellten Gefäße sind auch aus Ton und eines der Bilder heißt deshalb auch „Ton in Ton“. Hier kam es darauf an, einerseits eine ganz moderne Bildauffassung zu präsentieren, andererseits aber mit der Hell-Dunkel Technik der alten niederländischen Meister die Gefäße vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Bei genauerer Betrachtung sieht man, daß fast genau neben der hellsten Stelle im Bild auch die dunkelste Stelle des Dargestellten liegt. Die Gefäße entwickeln sich in einer Tonwertskala von Dunkel nach Hell aus dem Dunkel des Hintergrundes heraus, scheinbare Räumlichkeiten entstehen. Die Illusion eines Hohlkörpers wird dem Auge vorgegaukelt, wo doch in Wirklichkeit nur die Fläche der Leinwand zu spüren ist.

Ein weiteres Bild von Karola Brück ist der Steg, der in den Sonnenuntergang führt, oder ist es ein Sonnenaufgang ? Sie hat mit ihrer Farbigkeit beide Möglichkeiten offen gelassen. Der Betrachter entscheidet, ob der Tag hoffnungsvoll anfängt, mit einem Gläschen Sekt zur Kreislaufanregung, oder ob er erfolgreich zu Ende geht, es Zeit ist, sich der blauen Stunde hinzugeben um sich ein Gläschen guten Cognac zu genehmigen.

Zu sehen sind diese und noch einige weitere Bilder im „Hermann und Wilhelmine Runge – Haus“ in der Waldenburger Straße 5 noch bis voraussichtlich Ende März nächsten Jahres.

Öffnungszeiten der Begegnungsstätte
montags bis freitags: 13.30 – 17.30 Uhr
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