STM Spielzeit 2017/2018: Wir und die Anderen

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v.l.n.r.: (Susanne Zaun), Patrick Dollas, Len Entezami, Matthias Heße, Frank Wickermann und Magdalene Artelt. (Foto: Christian Nielinger)

Während die Vorbereitungen für Westwind in die Endphase gehen, präsentieren Ulrich Greb, geschäftsführender Intendant, Annika Stadler, Dramaturgin, und Larissa Bischhoff, Dramaturgin, das Spielzeitheft des Schlosstheaters Moers für 2017/2018.

Inspiriert von einem großen schwedischen Einrichtungshaus, wartet das Spielzeitheft mit vielen Eindrücken für die kommende Spielzeit auf. Entgegen der Vorjahre, in dem das Schlosstheater sich immer ein Motto für die Spielzeit setzte, wird es in der kommenden Spielzeit keines geben, was Greb wie folgt erklärt: "Anstatt eines Mottos haben wir uns in diesem Jahr für ein Thema, das über der gesamten Spielzeit steht, entschieden." Das Thema lautet "Wir und die Anderen" und wird in allen sechs neuen Produktionen zu finden sein: "Wir widmen uns nicht unbedingt klassischen Theaterstoffen, sondern experimentieren", erläutert Greb das neue Spielzeitthema.

Marissa Möller wird das Ensemble zwar als festes Mitglied verlassen, dem STM aber als Gast erhalten bleiben. Neu zum Ensemble dazu kommt Lena Entezami, die nach ihrem Abschluss an der Kunstuniversität Graz ihr erstes festes Engagement in Moers hat.


Sechs Premieren in der neuen Spielzeit


Die erste Premiere "Wir sind Schmidt" am 21. September, befasst sich mit einer typisch deutschen Musterfamilie, wie Bischhoff erklärt: "Wir werden uns mit den Fragen befassen, was eigentlich normal und der Durchschnitt ist." Das Stück wurde auf Basis von Deutsch-Als-Fremdsprache-Texten, Statistiken und Umfragen von Susanne Zaun geschrieben. Im Oktober wird es dann zu einer ganz besonderen Premiere kommen, wie Stadler berichtet: "Der Auftakt zu unserem experimentellen Projekt "The Suitcase" findet am 6. und 7. Oktober statt." Als Kulisse für das Stück, das an jeweils zwei Tagen im Oktober, Dezember, März und Juni weiterentwickelt und gezeigt wird, dient ein Film, der gerade mit dem Ensemble gedreht wird. Zudem unterstütz ein Ensemble von Musikern aus de zeitgenössischen Musikbereich die Vorführungen. Von Termin zu Termin wird das Projekt weiterentwickelt, sodass Fortsetzungsbesucher ihren Spaß haben werden. "Die verschiedenen Vorführungen werden aber auch für sich verständlich sein", so Bischhoff. Gefördert wird das Projekt über den Fonds Experimenteller Musik.

Eine weitere Premiere feiert das STM am 20. Oktober mit dem Stück "Sand und Asphalt", das durch das Bundesministerium und das Land NRW gefördert wird. Bei diesem Stück geht es um Geschichten von Flucht: "Uns ist aufgefallen, dass in der Thematisierung von Flucht meist junge Männer in den Fokus gerückt werden. Wir haben uns gefragt, was eigentlich mit den Frauen ist", so Bischhoff. Genau dieser Frage wird in dem Stück unter der Inszenierung von Barbara Wachendorff nachgegangen.

Das Kinderstück wird in diesem Jahr von Ulrich Greb inszeniert. Am 26. November findet die Premiere zu "Nur ein Tag" statt. In dem Stück, das ursprünglich erst als Theaterstück vorlag, bevor es in Buchform veröffentlicht wurde, geht es um einen Fuchs und ein Wildschwein, die beide die Geburt einer Eintagsfliege beobachten. Sie versuchen dann gemeinsam mit einer musikalischen Grille, die von John-Dennis Redken, Improviser in Residence, gespielt wird, ihr den besten Tag zu ermöglichen. Anstatt der Festivalhalle wird das neue Kinderstück in diesem Jahr im St. Barbara Jugendheim in Meerbeck aufgeführt.

Im neuen Jahr wird sich Greb dann "seiner historischen Verantwortung" stellen und den klassischen Stoff der Nibelungensage mit dem Stück "Der Ring", welches am 23. Februar Premiere feiert, auf die Bühne bringen. Wobei diese Bühne sich in diesem Fall im gesamten Wallzentrum befinden wird. "Eine große Rolle wird auch der Sound spielen, da wir in Kooperation mit dem moers festival arbeiten", verrät Greb und fügt hinzu, "das ganze wird nicht linear erzählt, sondern eine große Installation."

Die letzte Premiere in der kommenden Spielzeit wird im April 2018 stattfinden, enthält aber bisher noch kein Stück: "So wie Judas in diesem Jahr, halten wir uns das Stück auch noch offen und schauen, was sich bis dahin noch ergibt", erklärt Greb. Ein größeres Angebot wird es in der nächsten Spielzeit auch wieder im Bereich des jungen Schlosstheaters geben. Hier wird neben dem "Kidsclub" auch wieder ein "Youngsterclub" stattfinden. Zusätzlich wird es zudem zwei Inszenierungsprojekte und zwei Workshops in den Herbst- und Osterferien geben.
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