Update3 zur Pressekonferenz MoersFestival: „Fehler können passieren“ - Veranstalter halten an Plänen fest

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Keine leichte Aufgabe war es für die Verantwortlichen, am Schalttag 2016 vor die Presse zu treten, um Prognosen fürs Moers Festival abzugeben. (Foto: Stefanie Rink)
 
Juan de Marcos aus dem Jahre 2013 (Foto: privat)
 
Ob das MoersFestival eine Zukunft hat, steht momentan in den Sternen. (Foto: Heike Cervellera)

Letzte Woche hat Dirk Hohensträter, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, bekannt gegeben, dass die Moers Kultur GmbH im Jahr 2015 voraussichtlich einen Verlust in Höhe von 300.000 Euro gemacht hat.

Von Sarah Dickel

Moers. Christoph Fleischhauer, Bürgermeister der Stadt Moers, vergleicht die aktuelle Situation mit der eines Unfalls auf der Autobahn: „Der Unfall ist geschehen und die Hilfskräfte sind jetzt vor Ort und versuchen zu helfen. Bis die Autobahn aber freigeräumt ist, wird es noch dauern. Ebenso wie die Frage, wie es zu dem Unfall kam.“
Klares Statement also zu der Frage nach dem ‚Warum‘ - „Wir können zur Zeit nicht sagen, warum die Zahlen sind, wie sie sind“, so Fleischhauer.
Klar ist, dass die 300.000 Euro sich zur Hälfte aus dem operativen Teil zusammen setzen und zur anderen Hälfte aus Rückständen, die zurück bezahlt werden müssen.
Dirk Hohensträter, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH seit diesem Jahr, sagt direkt zu Beginn der eilig einberufenen Pressekonferenz: „Die Moers Kultur GmbH ist von keiner unmittelbaren Insolvenz betroffen. Die Liquidität kann, voraussichtlich bis Ende des Jahres, nachgewiesen werden. Um das Festival dieses Jahr stattfinden zu lassen, benötigen wir eine Patronatserklärung der Gesellschaft“.
Die Patronatserklärung ist eine Verlustsübernahmegarantie. Die Moers Kultur GmbH bräuchte diese Erklärung sowohl für 2015, als auch für 2016. Der Betrag läge bei 420.000 Euro. Wolfgang Thoenes, Kämmerer der Stadt Moers, erklärt, wie die weitere Vorgehensweise ist: „Am heutigen Tag (Montag) wird der Antrag gestellt. Darüber entscheiden, ob dieser genehmigt wird, muss die Bezirksregierung Düsseldorf“.
Für Thoenes steht nicht zur Debatte, dass die Patronatserklärung gegeben wird, viel mehr sei aber die Frage, zu welchen Bedingungen: „Es könnte auch Kompensationsmaßnahmen in anderen Bereichen des Haushalts bedeuten“.
Klar ist, dass im Dezember letzten Jahres bereits bekannt war, dass es einen Verlust in Höhe von 90.000 Euro geben würde, so Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festivals: „Eigentlich war ich da sogar euphorisch, denn mit den 150.000 Euro, die das Festival in diesem und den nächsten zwei Jahren vom Bund bekommt, dachte ich schon an die Fortführung von verschiedenen Kinderprojekten, die zur Zeit pausieren mussten. Mein Enthusiasmus wurde aber schnell gebremst“.
Trotzdem sah zu diesem Zeitpunkt die finanzielle Lage der Moers Kultur GmbH anders aus als heute. Michalke erklärt, wie es dazu kommen konnte: „Die aktuelle Prognose des Jahresabschlusses 2015 wurde vom neuen Geschäftsführer durchgeführt. Ulrich Greb, der alte Geschäftsführer prognostizierte 90.000 Euro Verlust. Ich würde mich eher der Prognose des alten Geschäftsführers anschließen“.
Hohensträter betont auch nochmal, dass es sich hierbei lediglich um eine Prognose handelt. Der offizielle Jahresabschluss wird wahrscheinlich erst im September vorliegen: „Denn komme ich in Teufels Küche, wenn ich als Geschäftsführer so etwas feststelle und nicht sage“.
Könnte es also sein, dass die Prognose sich im Endeffekt nicht bewahrheiten wird und die Diskussion völlig umsonst war?
„Wenn es am Ende so sein sollte, das ich zu vorsichtig war, prima. Allerdings war es in der Vergangenheit immer so, dass ich nicht zu vorsichtig geplant habe und es auch realitätsnah war. Über die Arbeit meines Vorgängers werde ich mir kein Urteil erlauben und Fehler können natürlich auch passieren“.
Abschließend versichert Fleischhauer: „Ja, wir schaffen es, das Festival aufrecht zu erhalten“.
Bleibt jetzt somit nur noch die Frage, wie dies realisiert wird und zu welchen Bedingungen. Die Moers Kultur GmbH möchte, so bald es Informationen von der Bezirksregierung Düsseldorf gibt, schnellstens darüber informieren.




Ältere Nachrichten:

Update 2, Montag, 29. Februar, 12.40 Uhr

Obwohl die Bilanz fürs Jahr 2015 so katastrophal ausfällt (Minus von 300.000 Euro), wollen die Verantwortlichen in Moers, weiterhin am Konzept des MoersFestivals festhalten. Das ist das Ergebnis der Pressekonferenz, die am Montag gegen 12.35 beendet war. Das Festival ist in diesem Jahr vom 13. bis zum 16. Mai geplant und soll wunschgemäß stattfinden - die Zustimmung von Land und Bund vorausgesetzt. Details folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Zum Pressegespräch zur aktuellen Lage der Moers Kultur GmbH hatte Dirk Hohensträter, seit 1. Januar neuer Geschäftsführer der GmbH, weitere Gesprächspartner an seiner Seite. Anwesend waren Christoph Fleischhauer, Bürgermeister der Stadt Moers, Wolfgang Thoenes, Kämmerer der Stadt Moers, Carmen Weist, Aufsichtsratsvorsitzende der Moers Kultur GmbH, und Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festival.

Insgesamt schätzt man die Lage so ein, dass eine Durchführung des Festivals wegen der zu erwartenden Einnahmen günstiger ausfallen werde, als eine Absage.

Hohensträter teilte mit, dass „keine unmittelbare Insolvenz“ der Kultur GmbH drohe.
Fleischhauer meldete, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt keiner erklären könne, warum die Bilanz so ausfalle.
Bei dem veranschlagten 300.000 Euro-Defizit handele es sich augenblicklich noch um eine Prognose.





Update - Montag, 29. Februar: Ob das MoersFestival weiter bestehen bleibt oder nicht, und wenn, wer es bezahlt - das sind die großen Fragen, die sich auch die Lokalpolitiker in der Grafenstadt stellen. Seit 11.30 Uhr läuft die aktuelle Pressekonferenz im Moerser Rathaus zu diesem Thema. Wir berichten zeitnah!



Donnerstag, 25. Februar

Nachdem bekannt geworden ist, dass das MoersFestival vor dem Aus steht, bezieht die ortsansässige CDU zur Kultur-GmbH Stellung. Die Schuldfrage müsse später beantwortet werden, hieß es am Donnerstag von Seiten der Christdemokraten. Es gälte, Schlimmeres für die Moerser Kasse zu verhindern.

Bekannt geworden ist, dass der neue Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, Dirk Hohensträter, bei einem Kassensturz einen hohen Verlust feststellte: Das MoersFestival hat im Jahr 2015 rund 300.000 Euro Minus eingefahren. Möglicherweise droht der Kultur GmbH die Insolvenz.

Die Positionen der CDU-Fraktion zum MoersFestival und den Umgang dort mit Steuergeldern seien hinlänglich bekannt, gibt ein deutlich verärgerter Fraktionsvorsitzender Ingo Brohl zu verstehen. Brohl: „Aktuell geht es der CDU aber vordringlich darum weiteren finanziellen und Image-Schaden durch die massive Schieflage der Gesellschaft zu verhindern. Die Frage nach der Verantwortung steht aber nur dahinter an. Aus Sicht der CDU gäbe es verdammt viel dazu zu sagen, im Sinne der allgemeinen städtischen Finanzen und der Sache ist dies aber jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“

Die CDU sehe sich auch darin bestätigt, dass es notwendig und längst überfällig war, einen Geschäftsführer mit kaufmännischer Kompetenz zu bestellen.
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