Der Mann mit den fliegenden Flaschen: Ben Boll ist Show-Mixer am Niederrhein

Anzeige
Ben Boll lässt die Flaschen fliegen. (Foto: Heike Cervellera)

Für viele ist es ein einfacher Job, am Wochenende hinter der Theke zu stehen und die Gäste zu bedienen. Für manche ist es hingegen ein Lebensinhalt.

Samstagabend. Hinter der Bar steht ein junger Mann, der einen Mojito fertig mixt. Auf einmal nimmt er die Flaschen, wirbelt sie durch die Luft und fängt sie gekonnt wieder auf. Der Mann hinter der Theke heißt Ben Boll und für ihn ist es „eine Berufung hinter der Bar zu stehen“, so Boll.

Mit 18 hat er im PM Moers seine Bar-Karriere als Kellner angefangen. Einige Sachen kriegt er von seinen Kollegen beigebracht und er entwickelt eigene Rezepte, „die alle Freunde und Stammkunden probieren müssen.“ 2004 fährt Boll zu seinem ersten Wettbewerb bei dem er seine eigenen Kreationen vorstellt. Mit dem vierten Platz in der Tasche tritt er danach die Heimreise an.

Doch schon bald will der Barkeeper mehr. Boll schaut sich Youtube-Videos zum „Flairbartending“ an. Flairbartending bezeichnet die artistische Präsentation der Arbeit an der Bar. Boll ist fasziniert und fängt an „circa sechs bis sieben Stunden am Tag“ zu trainieren. Als Einsteiger-Motiv übte der Barkeeper einen Flip, eine doppelte Rotation der Flaschen. Wenn Boll die Flaschen fliegen lässt, erinnert das an einen Jongleur. „Zu meinen Bestzeiten habe ich vier Shaker und zwei Flaschen durch die Luft geworfen“, so Boll. Damit beim Training nicht ständig Flaschen zu Bruch gehen, wird mit Show-Flaschen trainiert.

Ein Highlight war für Boll seine Reise nach Kuba. Dort fand ein Wettbewerb für Havanna statt. Die 20 besten Barkeeper von Deutschland wurden dazu eingeladen und Boll war mit dabei: „Als Barkeeper ist es in Kuba ein Paradies. Die ganzen verschiedenen Rum-Sorten und die Bar „El Floridita“, in der Ernest Hemingway seinen Daiquiri immer serviert bekam, waren ein absolutes Highlight“, schwärmt Boll.

Zurzeit steht Boll im Motorrad Jansen als Leiter Gastronomie hinter der Theke. Er selbst mag am liebsten die ganz klassischen Cocktails, wie den Mojito oder den Tom Collins, vor allem keine „massenkompatible Zuckerplörre“, so Boll augenzwinkernd, bevor er die Flaschen wieder durch die Luft fliegen lässt und gekonnt auffängt. Den Cocktail gibt es daraufhin gut durchgeschüttelt, nicht gerührt.

Rezept:
- Ben’s Alternative zu Hugo und Co.: Rosalita
- Rotwein Glas, Eiswürfel, ein spritzer Orange Bitter, 1,5 cl Wassermelonensirup, 1,5 cl Lime Juice, 10 cl Sprudel und 10 cl Rosè Wein. Orangenschale aus drücken und hinzugeben. Umrühren fertig. Evtl. Stück Wassermelone an den Glasrand.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.