"Einfach Arsch lecken und gut ist!"

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Detlef Steves präsentiert sein neues Buch „Ich scheiß auf Winkel“ (Foto: Heike Cervellera)

Bekannt wurde Detlef, Deffi, Steves 2009 mit der VOX-Serie „Ab ins Beet“. Seitdem ist viel passiert, doch eines ist geblieben: Der sympathische Moerser sagt, was er denkt.

Das letzte Mal, das ich Detlef Steves persönlich gesehen habe, ist schon etwas her. Damals hatte er noch seine Baguetterie am Moerser Bahnhof und war auch dort immer für ein Gespräch zu haben. Heute ist Steves bekannt, wie ein bunter Hund. Ich bin gespannt, ob sich das auf ihn und seinen Charakter ausgewirkt hat.

Natürlich kommen zum Gespräch seine beiden Hunde, Kai-Uwe und Diva, mit. Das Telefon des Moersers klingelt: Er hat einen Termin vergessen und es scheint ihm mehr als unangenehm zu sein: „Sie müssen ja denken, dass ich der Chaot des Herren bin, bin ich aber wirklich nicht“, entschuldigt er sich.

Am Sonntag kam die erste Folge der neuen Serie „Hot oder Schrott“ auf Vox und seitdem steht sein Smartphone nicht mehr still. Die Einschaltquoten waren, trotz Europameisterschaftsfinale der Handballer, gut, bestätigt Steves.

Der Erfolg kam für ihn unerwartet: Er dachte, er macht mal eine Fernsehserie, aber rechnete nicht damit, solch einen Erfolg zu haben: „Ich weiß ja, dass ich ein schräger Typ bin, aber dass das so gut ankommt, hätte ich nicht gedacht.“
Starallüren? Fehlanzeige. Der gebürtige Moerser sagt, was er denkt und das kommt an: „Ich bin so, wie ich bin und alles andere ist mir scheiß egal.“

Gerade diese Authentizität ist es, die seine Fans an ihm mögen und schätzen. Spätestens seit „Detlef muss reisen“ ist er einem großem Publikum bekannt. Viele Zuschauer verfolgten, wie „der Dicke“, wie er sich liebevoll selbst bezeichnet, mit seinem Redakteur Daniel auf Reisen ging und zahlreiche Aufgaben erledigen musste. Zeit für Sightseeing? Eher kaum: „Ich habe kaum etwas gesehen und wusste ja auch nie, was mich erwartet und stand deswegen permanent unter Druck. Acht bis 14 Tage waren wir allein für eine Folge unterwegs. Im Fernsehen wurde das dann zu einer Stunde.“

Je mehr er erzählt, umso mehr glaubt man ihm, dass es für ihn wirklich eine Situation war, in der er angespannt war. Er spielt nicht, er ist so. Wenn er auf seinen Reisen seine Frau Nicole angerufen und geweint hat, weil er sie vermisst, dann ist das nicht gespielt, sondern echt: „Die ganze Zeit war ich immer ohne meine Nicole unterwegs. Das war das Schlimmste.“

Einfach mal den Alltagsstress vergessen


Nächste Woche bringt Steves sein eigenes Buch „Ich scheiß auf Winkel! Man kann auch arbeiten, ohne sich zu bewegen - Weises und Wahres aus Deffis Welt“ heraus. Sein Buch beschreibt der Niederrheiner als „eine schöne Mische guter Unterhaltung“. Und genau darauf kommt es Steves auch an: „Ich wurde mal gefragt, was das, was ich mache, überhaupt für einen Sinn hat, darauf habe ich geantwortet, ‚das hat den Sinn, dass man für eine Stunde mal den Alltagsstress vergisst‘. Nicht mehr und nicht weniger.“

So sieht Steves auch sein Buch: „Man soll es einfach nebenher lesen können. In dem Buch geht es um meine Kindheit, meine Gedanken und Ansichten und natürlich auch um meine Fernsehprojekte wie „Detlef muss reisen“ oder „Let‘s Dance“. Das Gefühl, sein eigenes Buch in den Händen zu halten?
„Porno! Es ist einfach unbeschreiblich. Auch wenn ich natürlich einen Ghostwriter hatte, der das für mich geschrieben hat, trifft es zu 100 Prozent meinen Ton, das war mir auch wichtig. Wir haben intensiv zusammen gearbeitet und ich kann jetzt wirklich sagen ‚Das bin ich‘“

Geld ist aber nicht immer alles und dass es dem Hobby-Gärtner darauf nicht ankommt, wird spätestens jetzt deutlich: „Es gab schon Anfragen für ein Parfum-Werbekampagne, aber das bin einfach nicht ich und deswegen mache ich das dann auch nicht.“

Kritische Hinterfragung der eigenen Person


Natürlich hatte auch er Phasen, wo er sich und sein Handeln stark hinterfragt hat: „Insbesondere bei Let‘s Dance wurde ich von vielen kritisiert und auch doof angemacht. Das war schon ´ne Phase, in der ich mich selber hinterfragt habe und überlegt habe, ob ich mich ändern muss.“
Geändert hat er sich nicht und das ist auch gut so. Sicherlich stößt er mit seiner Art bei manchen an, aber wenn ich den Mann, der heute vor mir sitzt mit dem vergleiche, der vor Jahren mein Baguette gemacht hat, kann ich keine Veränderung feststellen. Er sagt immer noch geradeheraus, was er denkt und hat sich nicht verbiegen lassen.

Als er mir zum Abschied einen „töften Tag“ wünscht, denke ich mir, ein dufter Typ, der Herr Steves.
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