"Entenbrot ist Ententod"

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Achtsamkeit in Sachen Natur ist unabdingbar

Ein Appell an alle Bürger: Lasst das Füttern der Vögel/ Enten. Was gut gemeint ist, bringt die Tiere in Gefahr und zieht zudem Ratten an.
Demnächst wird die ENNI Stadt & Service (ENNI) wieder den Moerser Königssee und den See im Freizeitpark reinigen. „Da das Wasser bereits gekippt ist, würden wir am liebsten sofort loslegen“, sagt Marcus Petrausch, bei der ENNI Sachgebietsleiter für die Grünflächenunterhaltung, dessen Team allerdings zunächst die gesetzlich vorgeschriebene Brut- und Setzzeit der Wasservögel abwarten muss. „Erst, wenn die Jungtiere selbstständig sind, geht es los.“

Diese Erfahrungen und Planungen kennen alle Städte mit Grünflächen. Parkanlagen sind nicht nur Naherholungsgebiete für die Bürger und Besucher einer Region, die künstlich angelegten Seen sind außerdem Lebensraum für viele Tiere. Doch die Gewässer haben auch ihre Tücken. Dabei ist der schlechte Zustand, der aktuell in Internetforen beklagt wird, in erster Linie „selbstgemacht“.

„Der Spruch ,Entenbrot ist Ententod‘ ist leider noch immer nicht von allen verstanden worden. Nach wie vor füttern viele Menschen, oft zur begeisternden Unterhaltung ihrer Kinder, die Tiere, meinen es gut, machen es aber falsch“, sagt Petrausch. Die LINEG hat zum Beispiel in Kooperation mit der Stadt Moers bereits eine entsprechende Aufklärungstafel am Königssee aufgestellt, denn ein Großteil der Nahrung landet nicht im Entenbauch, sondern bleibt im Wasser. Hier führt das organische Material zu einer Übermenge an Nährstoffen und begünstigt damit das Algenwachstum. „Bei der warmen Witterung im Sommer führt dies dazu, dass das Gewässer „kippt“.“

"Bitte die Enten nicht füttern"

Weiterer Nachteil: Das für die Enten gedachte "Futter" lockt Ratten an, was Bürger zwar dann mit Besorgnis oder Ekel zur Kenntnis nehmen, jedoch offensichtlich verkennen, dass sie selbst womöglich die Ursache dazu geschaffen haben. Die ENNI lässt am Moerser Königssee zwar regelmäßig Köder auslegen. „Aber die Tiere sind schlau und fressen stattdessen lieber das Entenbrot oder die Fastfood-Reste, die manche Menschen gedankenlos liegenlassen“, so Petrausch. Plastiktüten und Flaschen sind Standard, aber auch Einkaufswagen und alte Fahrräder hat sein Team bei der jährlichen Aktion schon gefunden. Was dagegen hilft? „Aufklärung!“, sagt Petrausch, der erneut an alle appelliert, die Enten nicht zu füttern und Abfälle vernünftig zu entsorgen.
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2 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 19.08.2017 | 16:31  
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Sahra Kleineker aus Moers | 25.08.2017 | 14:22  
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