"Keep calm and carry on" - Schüleraustausch am JSG in Zeiten von Brexit und WhatsApp

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Neukirchen-Vluyn und Buckingham - das funktionert beim Schüleraustausch am Julius-Stursberg-Gymnasium vorbildlich. Foto: privat

„Brexit hin oder her, unser Austausch läuft!.“ So sprach jüngst Luciane Guntner, Deutschlehrerin an der Silverstone UTC. Und sowohl ihre Kollegin Roswitha Box von der Royal Latin School in Buckingham, als auch Christian Berges, Englischlehrer am Julius-Stursberg-Gymnasium Neukirchen-Vluyn, pflichteten ihr bei.

Seit bereits acht Jahren besteht der Schüleraustausch zwischen dem Neukirchen-Vluyner Gymnasium und der altehrwürdigen Grammar School in Buckingham. Inzwischen zum dritten Mal dabei ist das technische Berufskolleg an der englischen Formel-1-Rennstrecke in Silverstone, unweit Buckinghams. Diese 2013 gegründete Schule bietet ihrer Klientel Leistungskurse in „Technical Event Managment“ und „High Definition Engineering“ an.
Dabei sind Neukirchen-Vluyn und Buckingham seit fünf Jahren durch eine offizielle Städtefreundschaft verbunden. Der gut etablierte Schüleraustausch bildet das Herzstück dieser Beziehungen über den Kanal hinweg.
Dass sich dies auch in Zeiten des anstehenden Brexit nicht ändert, bewies jetzt der Besuch von insgesamt 20 Schülern der beiden englischen Schulen am Niederrhein. Für eine Woche lebten sie in den Familien ihrer deutschen Gastbrüder oder -schwestern aus den Klassen 9 und 10 am Julius-Stursberg-Gymnasium (JSG), besuchten deren Unterricht und unternahmen gemeinsame Ausflüge.
Vor allem aber verbrachten sie ein ganzes Wochenende in ihren „host families“, so dass sie nicht nur in die hiesige Kultur eintauchen, sondern auch ihre Deutschkenntnisse vor Ort ausprobieren konnten. Weihnachtsmärkte, das CentrO und gemeinsame Aktivitäten wie Lasertech standen für viele auf dem Programm.

Tauziehen mit Licht

Aber auch die von Christian Berges organisierten Ausflüge kamen bei den Schülern gut an, allen voran der Besuch der Fontys Hogescholen in Venlo. Hier konnten die englisch-deutschen Schülerpaare gleich in zwei Workshops ihre Teamfähigkeit auf die Probe stellen: Zum einen bauten sie solarbetriebene Modellautos, die sodann gegeneinander zu einem „Tauziehen mit Licht“ gegeneinander antraten. Zum anderen regelten sie mithilfe eines Computerprogramms die Belüftung und Beleuchtung von Gewächshäusern.
Nicht nur den Schülern und Lehrern der drei Schulen gefiel die Möglichkeit, in den binationalen Teams zugleich auch einen Beitrag zur Studien- und Berufsorientierung geboten zu bekommen. Auch den Dozenten des Studiengangs Mechatronik der niederländischen Universität ist sehr daran gelegen, dass sowohl die Pennäler vom Niederrhein, als auch deren Partner aus England ihre Angebote kennen lernen. „Immerhin ist das Studium in Venlo, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch möglich und zudem auch noch ungleich preiswerter, als ein vergleichbarer Studiengang auf den britischen Inseln“, erläuterten die Fontys-Mitarbeiter Chantal Teeuwen und Frank van Gennip.

"Ich würde gerne noch viel länger bleiben"

So wurde der erste Teil des Austausches auch in diesem Jahr zu einer runden Angelegenheit. „Ich würde sehr gerne noch viel länger hier bleiben“ berichtete am Abschlussabend Joseph Searle von der Royal Latin School. Und sein Gastgeber Eric Bergmann freut sich auf den Gegenbesuch in Buckingham Anfang März. Bis dahin wird noch viel gechattet werden über den Kanal hinweg: Lisa Bialas und Johanna Werner etwa haben mit ihren beiden Austauschpartnerinnen Bryonie Conlan und Keren Teper von der Silverstone UTC sofort eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Dass dieser auch in Zukunft weiterlaufen wird, davon sind die Lehrer von UTC, RLS und JSG überzeugt. Den Blick über den kulturellen Tellerrand lassen sich die Engländer auch bei aller EU-Skepsis nicht nehmen, schätzt Schulleiterin Dr. Susanne Marten-Cleef. Ganz im britischen Sinne wird es also weitergehen: „Keep calm and carry on!“.
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