Kultur GmbH zur Moers Marketing? - Dirk Elfgen im Interview

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Dirk Elfgen, neuer Vorsitzender des Werberinges Moers, macht sich Gedanken. Und will denen Taten folgen lassen. Gemeinschaftlich mit der Kaufmannschaft. Foto: Heike Cervellera

Seit Mitte September ist Dirk Elfgen neuer Vorsitzender des Moerser Werberinges. Damit hat der 48-Jährige keine leichte Aufgabe übernommen, hat jedoch Visionen, Ideen und konkrete Vorstellungen. Es gilt, eingefahrene Strukturen aufzubrechen, neue Impulse zu geben und die gesamte Kaufmannschaft zu einer neuen Einheit zu führen. Dirk Elfgen sagt: "Ja, Moers - wir können es schaffen!"

Herr Elfgen, welche Visionen haben Sie für den Werbering und die Moerser Organisationen?
Grundsätzlich soll der Werbering eine starke Interessenvertretung für die in der Moerser Innenstadt ansässigen und tätigen Händler und Unternehmer sein. Das geht nur, wenn wir die Mitgliederzahl deutlich erhöhen.

Wie kann das in die Tat umgesetzt werden?
Dafür müssen wir den Händlern verdeutlichen, dass wir bei einer starken Organisation eine hörbare Stimme gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik sowie im Bereich der Werbung haben.

Viele Fragen, keine Antworten?


Und nur mit einem deutlich verbesserten finanziellen Rahmen zum einen effektiv gemeinsam Werbung auch außerhalb von Moers machen können, zum anderen aber auch die Qualität der Stadtfeste sichtbar steigern können, weil wir dann finanziell nicht mehr so darauf angewiesen sind, externe Händler nach Moers zu holen, die einen Bedarf decken, den die Geschäfte vor Ort auch selbst anbieten.
Hierfür wird es im Januar eine Auftaktveranstaltung für die Händler geben, bei der wir das noch einmal verdeutlichen wollen. Mein Ziel ist es, bis Ende März mindestens 50 neue Mitglieder zu haben. Besser und möglich wären allerdings über 100.

Was fehlt noch außer Mitgliedern?
Dann ist es für Moers insgesamt unabdingbar, dass wir die guten Ansätze aller Organisationen, die sich für die Innenstadt einsetzen, viel besser abstimmen und die Kräfte bündeln. Gemeint sind hier vor allem neben dem Werbering der Initiativkreis Moers, die Immobilien- und Standortgemeinschaft Innenstadt Moers (ISG), die Wirtschaftsförderung und die Moers Marketing GmbH. Dazu streben wir ab Januar regelmäßige Treffen an.

Was soll dabei konkret ausgearbeitet werden?
Generell brauchen wir für Moers einen einheitlichen Slogan, einen Leitsatz. Da gibt es viele Ansätze, aber seit Jahren irgendwie keinen Durchbruch. Aus welchen Gründen auch immer. Wichtig wäre es, wenn wir auch nicht zahlreiche Werbeplattformen und -Aussagen hätten, sondern uns auf Grundaussagen konzentrieren würden. Und die Kommunikation, Werbung und Pressearbeit einfach besser absprechen würden. Das würde ich gerne auch im nächsten Jahr mit angehen.

Starke Partner - starke Stadt?
Ich diesem Zusammenhang spreche ich der Moers Marketing GmbH übrigens eine wichtige Rolle zu. Wir brauchen ein starkes Stadtmarketing – vor allem auch als Klammer für die Kommunikation. Wir haben ja durchaus viele markante Eckpunkte in Moers: Das Schlosstheater, die Sportstätten und Sportvielfalt, den Schlosspark samt Schloss und vieles mehr. Würde man die Kommunikation besser abstimmen, könnten wir jeden Monat überregional einen Bigpoint setzen. Ich fände es daher auch gut, wenn sämtliche Imageevents der Stadt zumindest in der Kommunikation beim Moers Marketing lägen.

Also auch die Events der Kultur-GmbH?
Aus meiner Sicht: ja. Und das Comedy-Art meines Erachtens auch. Auf jeden Fall muss das verzahnt werden. Die Synergien müssen einfach besser genutzt werden.

Oder sollten alle Events in die Hände der Kultur GmbH gelegt werden?
Wenn die Defizite immer so schön von der Stadt ausgeglichen werden, warum nicht? Im Ernst: Vornehmlich geht es um Kompetenz, Transparenz und Nachhaltigkeit. Es muss gewährleistet sein, dass Fachleute am Werk sind und keine Posten geschoben werden. Es muss sichtbar sein, wer wofür zuständig ist. Es muss transparent sein, wofür die Stadt Geld ausgibt. Und es müssen langfristig tragbare Strukturen her.

Also Kritik an der Kultur GmbH? Was läuft da falsch?
Generell kenne ich zu wenig die Interna. Aber es scheint offensichtlich, dass in den letzten Jahren unsolide und zu sehr aus dem Bauch oder aus Zeitnot heraus entschieden wurde. Für mich ist Kultur auch mehr als das moers festival. Warum hat Kultur GmbH nicht auch wirklich das Parkfest in die Hand genommen? Warum keine Klassik-Events, wie sie jetzt beispielsweise die ENNI am 1. Januar 2017 macht? Oder das Comedy Arts? Dann erscheint mir das Modell mit dem Aufsichtsrat zweifelhaft. Wurde da wirklich effektiv kontrolliert? Konnte Herr Greb den Job als Geschäftsführer wirklich vernünftig neben seiner Hauptarbeit als Intendant machen? Wie sieht es da aus mit der Fachkompetenz im wirtschaftlichen UND kulturellen Bereich aus? Und nicht zuletzt: Wo ist die kommunikative Einbindung in das gesamte Stadtmarketing? Wieso könnte man eigentlich nicht das Festival der Moers Marketing GmbH unterordnen? Erspart einen Aufsichtsrat und hätte auch so einen Menge Synergien. Dann müsste natürlich das Stadtmarketing aufgerüstet und umstrukturiert werden, aber Geld ist ja in Summe dann auch vorhanden.
Generell: Wir brauchen in Moers meines Erachtens einfach sichtbar und greifbar mehr Moers als starke Einheit, um wieder ein Wir-Gefühl zu bekommen und uns regional besser zu positionieren.


Zur Person:
Dirk Elfgen, 48 Jahre, ist Musikkünstler, Moderator und Eventmanager. Er studierte in Duisburg Wirtschaftswissenschaft, Schwerpunkt Marketing, war unter anderem sieben Jahre als Redakteur und Moderator für Radio KW tätig, seit sechs Jahren Vorsitzender des "Künstler aus NRW e.V.". Und seit September Vorsitzender des Werberinges Moers.
Dirk Elfgen lebt seit seinem achten Lebensjahr in Moers. Vorher war er in Aachen und Hamburg zuhause.
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