Menschen Hoffnung geben: Bosnienhilfe - kein Ende in Sicht

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Auch mit 75 Jahren organisiert Heribert Hölz immer noch ehrenamtlich Hilfe für Menschen in Bosnien. Archivoto: WoMa
Immer noch Bosnien? "Herr Hölz, wir haben doch andere Probleme, bei denen wir helfen sollen!" so hört es der engagierte, ehrenamtlich tätige Neukirchen-Vluyner und Mitarbeiter der Caritas Duisburg öfter.

Am Niederrhein."25 Jahre, wie lange denn noch?" - Es gibt die Bosnienhilfe seit über 25 Jahren. "Ich weiss, dass ich das Land nicht verändern kann. Dafür sind wir viel zu unbedeutend. Aber wir könnenen einigen Menschen Hoffnung geben, ihnen bei der Bewältigung ihrer erheblichen Probleme helfen", sagt Hölz. "Außerdem ist es doch besser, Menschen vor Ort konkret zu helfen, als dass sie ihr Land verlassen und zu uns nach Deutschland kommen!"

Vor einigen Wochen ist Hölz zum 87. Male in dem immer noch krisengeschüttelten Balkanland gewesen un hat einige Projekte gefördert, etwa indem er Kleinbauern
half, sich selbst zu helfen. Sie bekamen eine kleine Schafherde - fünf Muttertiere und einen Bock. Damit hat die Familie immer Milch, immer Brotaufstrich, immer Käse, immer Wolle. "Das ist ein bescheidener Anfang, ihr Leben selbst zu meistern in einem Land, in dem die Korruption blüht und große Arbeitslosigkeit herrscht, derzeit um die 65 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Das schreit zum Himmel! Junge Menschen verlassen
das Land, weil sie keine Perspektive haben, obwohl sie gut ausgebildet sind.
Was Hölz auf seiner letzten Fahrt durch Bosnien erlebt hat, liest sich wie ein Märchen, doch das ist leider Realität. Heribert Hölz erzählt: "Ich besuchte mit meiner Frau und drei Begleiterinnen, die der Bosnienhilfe nahestehen, unter anderem eine Familie mit vier Kindern, die ohne Hilfe von außen kaum überleben können. Grundsicherung? Fehlanzeige. Sozialhilfe? Fehlanzeige. Arbeitsplatz? Fehlanzeige. Die Eltern haben
natürlich keinen fesen Arbeitsplatz. Wovon lebt denn diese Familie? Die Frage drängt sich auf. Derzeit lebt sie davon, dass die beiden ältesten Kinder, 10 und !2 Jahre, Pilze im Wald sammeln und dann versuchen, diese zu vekaufen. Das klingt wie ein Märchen, ist aber Realität.

Dass es bei uns in Deutschland auch arme Menschen gibt, ist leider eine Realität. Aber diese Armut in Bosnien habe eine andere "Qualität", so Hölz. "Das ist nicht arm, das ist Elend!", bringt es der rührige Neukirchen-Vluyner auf den Punkt.
Vor Weihnachten wurde überall für verschiedene Projekte weltweit gesammelt. Die Bosnienhilfe ist am Niederrhein recht gut bekannt. "Sie wird deshalb unterstützt, weil die Menschen wissen: Diese Hilfe ist notwendig, um Not zu wenden, diese Hilfe kommt an", so Hölz.

Trotz seiner inzwischen 75 Jahren ist Heribert Hölz immer noch jeden Tag ehrenamtlich im Caritasbüro in Duisburg-Buchholz und organisiert die Hilfe. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Seine Frau Ursula hat wieder begonnen, Marmelade einzukochen....
Last, but not least: Natürlich gibt es noch das Projekt mit der Suppenküche in
Zenica. Dafür benötigt Hölz jährlich 30.000 Euro. Ebenfalls gibt es noch die Familienpatenschaften, dafür werden jährlich Spendengelder in Höhe 25.000 Euro benötigt. Und für die Alten- und Krankenhilfe sammelt Hölz jährlich weitere 25.000 Euro Euro an Spenden. Die Aufzählung er Projekte ist längst nicht vollständig.....
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Sahra Kleineker aus Moers | 11.01.2018 | 16:09  
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