Stadtbummel statt Online-Shopping?

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Das gemeinsame Bummeln und Entdecken kann kein Computer der Welt ersetzen. (Foto: Heike Cervellera)
 
Valentin Linse (15) möchte nicht stundenlang in der Stadt suchen

„Online ist man sich doch nie sicher, ob das Produkt wirklich ankommt und ob es so aussieht wie bestellt“, sagt die 13-jährige Lejla Mejric - und Recht hat sie. Doch warum verdrängt der Online-Handel den lokalen Handel dann mehr und mehr? Diese Frage haben wir den Moerser Passanten gestellt.

,,Wenn man genau weiß, was man will, dann kann man ja mal im Internet schauen, ob es dort günstiger ist“, so die 13-Jährige weiter. „Denn meist findet man gezielt gesuchte Produkte im Internet als Schnäppchen.“
Die 13 Jahre alte Valeria Lapira geht lieber in die Stadt, anders als ihre Freundin Katharina Albus, die auch schon mal im Internet shoppt. ,,Online gibt es oft Rabatte und die Sachen kommen sofort an. In der Stadt muss man manchmal echt lange suchen“, sagt sie. Die beiden gehen gerne mit Freundinnen shoppen, da sind sie sich einig. ,,Höchstens dann, wenn es mal schnell gehen muss und man nicht wirklich Zeit hat, dann bestelle ich etwas“ erklärt Valeria Lapira.

Lassen Amazon, Ebay & Co. Innenstädte aussterben?


So sieht das auch Marion Selchhör: ,,Ich gehe lieber in die Stadt, denn Beratung und Service sind mir wichtig. Aber das ist auch alles zeitabhängig: Ich habe Kinder, auf die ich aufpassen muss, und da bestellt man durchaus mal gemütlich von Zuhause aus“, so die 48-jährige Alpenerin.

Alwin Nezirevic geht definitiv lieber in die Stadt. Er wünscht sich allerdings mehr und angesagtere Läden für Moers, wie alle befragten jugendlichen Kunden. ,,Das Internet bietet im Gegensatz zu unserer Stadt mehr, da bestelle ich auch mal, aber ich gehe hauptsächlich in Einkaufszentren shoppen“, so der 18-Jährige. „Wenn man persönlich loszieht, kann man auch das Material besser beurteilen.“

,,In Moers habe ich alles, was ich brauche, ich habe bis jetzt noch nie im Internet bestellt und komme auch so gut zurecht“, berichtet Franz-Josef Braune. ,,Nur die Bus-Verbindungen könnten besser sein“, kritisiert der 83-Jährige.

Auch Ralf Bienemann ist kein großer Fan von Online-Shopping: ,,Außer CD´s bestelle ich gar nichts. Wozu denn auch? Man hört doch immer wieder von Bekannten, dass sie schlechte Erfahrungen mit Online-Shopping gemacht haben, entweder kam die Ware kam nicht an oder sah nicht so aus wie bestellt.“ Trotz dieseses Risikos bestellen viele Kunden online und lassen Innenstädte links liegen. Das spürt auch der Handel, dementsprechend sinkt das Angebot vor Ort noch mehr. Doch dem 15-Jährigen Valentin Linse ist das egal, er bestelle ja eh alles aus dem Internet. ,,Ich habe keine Lust, Stunden in der Stadt zu verbringen“, so der Schüler. ,,Online kaufe ich nur ein, wenn ich das Gesuchte nicht in der Stadt finde, ansonsten gehe ich viel lieber in die Stadt, die versteckten Kosten kann ich mir sparen“, erklärt Neele Rittinghaus. Die 14-jährige Schülerin gehe schon alleine wegen des Spaßfaktors in die Stadt. ,,Nach einer langen Shopping-Tour mit meinen Freundinnen gehe ich am liebsten noch ein Eis essen, das kann das Internet nicht bieten.“

Fazit der Umfrage: Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile. Wer auf Gemütlichkeit steht, bestellt im Internet, wer jedoch Zuverlässigkeit und Sicherheit sucht, der kauft lokal – auch weiterhin.
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 05.11.2014 | 11:56  
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