Sturmtief "Friederike": Insgesamt 297 Einsätze im Kreis Wesel - in Moers Autofahrer durch umstürzenden Baum verletzt

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Auf den Tag genau, 11 Jahre nach dem Orkan Kyrill, wirbelte heute das Sturmtief "Friederike" durch den Kreis Wesel. Gegen 10 Uhr nahm Friederike so langsam Fahrt auf und löste bis 14 Uhr im gesamten Kreisgebiet mindestens 297 Einsätze aus. In den meisten Fällen mussten Polizeibeamte für umgestürzte Bäume und Strommasten ausrücken, aber auch herunterfallende Dachziegel, abgerissene Stromkabel und ausgefallene Ampeln gehörten zum Einsatzrepertoire.

So wurde in Moers ein Autofahrer auf der Krefelder Straße schwer verletzt, als ein umgestürzter Baum auf sein Fahrzeug schlug.

Die ENNI hatte darum gebeten, die Parkanlagen zu meiden  Sturmtief „Friederike“ schüttelte den Niederrhein durch. Bei der ENNI gingen zahlreiche Anrufe zu abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen im Moerser Stadtgebiet ein. Die Mitarbeiter aus dem Bereich Baumkontrolle und Baumpflege können das Schadensbild noch nicht abschätzen. Sie bitten die Bürger, die Parkanlagen im gesamten Stadtgebiet zu meiden. Wer einen Sturmschaden an einem öffentlichen Baum feststellt, sollte die ENNI unter der kostenlosen Hotline 0800-2221040 informieren.

Die Friedhöhe hat die ENNI bereits gesperrt.Die Abfallabfuhr findet aktuell wie geplant statt. Allerdings, so weiß der zuständige ENNI-Abteilungsleiter Ulrich Kempken, „kann der Sturm die leeren Tonnen leicht umwerfen oder wegdrücken und auf sie möglichweise auf die Fahrbahnen wehen.“ Deshalb bittet Kemp-ken die Moerser, ihre Tonnen nach der Leerung möglichst schnell von den Straßen zu holen. Wer nicht zu Hause sei, könnte seine Nachbarn oder Angehörige um Hilfe bitten. Die Elektriker der ENNI Energie & Umwelt sind heute den ganzen Tag in besonderer Alarmbereitschaft. Sie wissen: Abgebrochene Äste und umgekippte Bäume können in Freileitungen für Störungen sorgen. Im Störungsfall erreichen Kunden die ENNI unter der Mo-erser Rufnummer 02841/104-114.

Erhebliche Schäden

Auch in Rheinberg richtete „Friederike“  - wie vielerorts auch – erhebliche Schäden an.
Der Sturm pfiff etwa derart heftig um die Spitze eines Turms an der Kamper Straße, dass die Fensterscheiben zerbrachen und auf die Straße fielen. Glücklicherweise verletzte sich niemand. Aus Sicherheitsgründen wurden sowohl die Rheinberger Innenstadt, als auch alle Friedhöfe komplett gesperrt. Busse fielen aus. Auch die Schulen reagierten schnell und schickten ihre Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause, soweit die Betreuung der Kinder zuhause gewährleistet werden konnte.

In Rheinberg sind nach wie vor die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Umgestürzte und entwurzelte Bäume werden successive nach Prioritäten abgearbeitet. Die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung inkl. des rollenden Verkehrs und der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie den Besuchern der Stadt, stehen an oberster Stelle. Die Dachdecker in der Umgebung bemühen sich, möglichst schnell die vielen Schäden zu beheben. Leider müssen vielerorts die Hauseigentümer aufgrund der Vielzahl an Schäden Geduld mitbringen.

Auch die städtischen Gebäude wurden beschädigt – jedoch entstanden keine Großschäden. An 12 Gebäuden der Stadt – davon an 6 Schulen – sind Dachziegeln weggeflogen und Gebäudeteile durch umgestürzte Bäume beschädigt worden. Auch hier dauern die Aufräumarbeiten an. Nachdem am Freitag die Grundschule in Millingen aufgrund umgestürzter Bäume auf dem Schulhof geschlossen blieb, wird auch hier der Schulunterricht am Montag wieder wie gewohnt stattfinden – ebenso an allen übrigen Schulen im Stadtgebiet. Einzelne Bereiche wurden abgesperrt und somit gesichert, sodass keine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler besteht.

Nachdem am gestrigen Donnerstag die Innenstadt von Rheinberg aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt wurde, sind so gut wie alle Straßen wieder freigegeben worden. Lediglich die Underbergstraße bleibt vorerst gesperrt. Hier wurden einige Häuser so stark beschädigt, dass eine Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Sobald diese wiederhergestellt wurde, wird die Straße wieder befahr-/begehbar sein.

Die Friedhöfe, die am Donnerstag ebenfalls aus Sicherheitsgründen gesperrt wurden, sind wieder frei zugänglich. Auch der Stadtpark konnte wieder geöffnet werden. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis, dass im ganzen Stadtgebiet einige Geh- und Radwege abgesperrt bleiben, bis auch hier die Gefahr gebannt ist. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet. Um mögliche Unfälle zu vermeiden, bittet die Stadtverwaltung darum, abgetrennte Bereiche nicht zu begehen und auf mögliche angebrochene Äste zu achten, die auch nach und nach entfernt werden – ebenso durch den Sturm umhergewehter Müll. Bruchholz, welches auf den Grundstücken der Bürgerinnen und Bürger liegt, müssen von diesen selber entsorgt werden.

In Borth-Wallach müssen einige Anwohner kurzzeitig ohne Strom auskommen, da dort ein Baum auf die Oberleitungen gefallen ist und diese beschädigt hat. Die Firma Westnetz kümmert sich um die schnellstmögliche Beseitigung des Schadens. Im ganzen Stadtgebiet sind einzelne Straßenbeleuchtungen beschädigt und ausgefallen, die auch so schnell wie möglich repariert werden.

Das Gute trotz aller Schäden ist, dass es in Rheinberg keinen Personenschaden durch Friederike gegeben hat – auch aufgrund des unermüdlichen Einsatzes von Feuerwehr, des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung der Stadt, sowie von vielen freiwilligen Helfern.


In Alpen musste die Xantener Straße in Höhe der Leucht wegen mehrerer umgestürzter Bäume zeitweise voll gesperrt werden und die Ampelanlage Xantener Straße / Weseler Straße fiel aufgrund des Sturms komplett aus.

Im nahegelegenen Xanten - Birten waren mehrere Bäume in eine Stromleitung gefallen und lösten so einen weiträumigen Stromausfall im Bereich der Schulstraße aus.

Aktuell halten Polizeibeamte in Hamminkeln eine Herde Wasserbüffel in Schach. An der Krechtinger Straße stürzte ein Baum in einen Weidezaun, weshalb bei der dort eingepferchten Herde kurzfristig die Hoffnung auf Freiheit keimte.

Die Polizei im Kreis Wesel bewältigte insgesamt mindestens 297 Einsätze, die als Gefahrenstellen im Zusammenhang mit Sturmtief Friederike aufliefen:

Dinslaken: 60 Einsätze

Voerde: 24 Einsätze

Hünxe: 24 Einsätze

Schermbeck: 11 Einsätze

Wesel: 48 Einsätze

Hamminkeln: 18 Einsätze

Moers: 48 Einsätze

Neukirchen-Vluyn: 9 Einsätze

Kamp-Lintfort: 10 Einsätze

Xanten: 4 Einsätze

Alpen: 6 Einsätze

Sonsbeck: 3 Einsätze

Rheinberg: 32 Einsätze
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