"Windräder werden gefährlich": Wir oder die Fledermäuse?

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Fotomontage: Marjana Kriznik
"Windräder werden gefährlich." War heute in der NRZ zu lesen. Nicht zum ersten Mal äußern neben Naturschützern Tierschützer heftige Kritik an Windturbinen zur Erzeugung von Strom. Heute also wieder mal die Fledermauslobbiisten.

So ging es bei einem jüngsten Treffen der NRW-Fledermausschützer in Wesel auch um die potentielle Gefahr, die Windräder für Fledermäuse darstellten. Verzeihung, für Mopsfledermäuse. Die Tiere seien mit ihrem Echolot-Systeme gegen die schnellen Rotoren machtlos. Die hohen Geschwindigkeiten der Windenergieanlangen könnten von den Tieren nicht wahrgenommen werden, so ein Fledermausexperte beim Nabu. Es gäbe zwar Messungen und Hochrechnungen, aber niemand könne sagen, wie viele Tiere an einer Windenergieanlage tatsächlich zu Tode kommen, heißt es weiter. Diese Aussage muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Man stelle also die Gegenfrage: Wie viele Menschen kommen ohne Windenergieanlagen (noch) zu Tode? Fazit: Hauptsache die Fledermäuse sind mopsfidel, die Landschaft "unverspargelt", aber der Menschheit drohen weitere Nuklearkatsatrophen oder was? By the way: Bei einem nuklearen GAU ginge es auch den Fledermäusen an den Pelz. Und die durch Kohlekraftwerke produzierten Emissionen sind auch sicherlich nicht der Gesundheit der putzigen kleinen Tierchen förderlich.

Fische profitieren von Windparks auf dem Meer

Zur Erinnerung: Erst vor zwei Jahren war es im japanischen Fukushima zu einer verheerenden Nuklearkatastrophe gekommen, bei der „Super-GAUs“ gleichzeitig abliefen. Jüngst erklärten Vertreter der japanischen Regierung, dass eine vollständige Wiederansiedlung der aus der Region Fukushima evakuierten Bevölkerung (circa 150.000 Menschen) wohl nicht möglich sein würde! Aber die Tierschützer machen sich Sorgen um die Fledermäuse. Das mutet doch reichlich grotesk an.

Übrigens: HInsichtlich Offshore-Windparks (auf dem Meer) hatte es auch geheißen, dass die Windräder auf dem Meer die Meeeresbewohner schädigten. Neuerdings gibt es da Entwarnung: Fische profitieren von den Windparks auf dem Meer.

Ein Vergleich am Rande: Von April 2011 bis März 2012 ereigneten sich in NRW 25.746 Wildtierunfälle. Von den Katzen und Hunden, die im Straßenverkehr umkommen, gar nicht zu sprechen.


Info:

In Deutschland verstärkten die Unfälle in kerntechnischen Anlagen die laufende Debatte über die Nutzung von Kernenergie und die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke. Am 14. März 2011 gab Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt, dass alle 17 deutschen Kernkraftwerke für drei Monate einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden sollen (Atom-Moratorium). Kurz darauf fiel die Entscheidung, die sieben ältesten Kernkraftwerke Deutschlands und das Atomkraftwerk Krümmel vorerst abzuschalten beziehungsweise abgeschaltet zu lassen. Die Umsetzung wurde den Bundesländern überlassen, in denen diese Kraftwerke stehen.
Nach einer Umfrage aus dem Jahre 2011 ging der Anteil der Kernkraftbefürworter in Deutschland von 34 auf 26 Prozent zurück, während der Anteil der Kernkraftgegner von 64 auf 72 Prozent anstieg. Am 30. Juni 2011 beschlossen Bundestag und Bundesrat mit deutlicher Mehrheit, dass die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke und das Kernkraftwerk Krümmel sofort stillzulegen sind, und dass alle übrigen deutschen Kernkraftwerke bis 2022 stillgelegt werden. (Quelle: Wikipedia)

Infos zu einer "Umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung in Deutschland" HIER.
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4 Kommentare
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 20.11.2013 | 06:25  
Marjana Križnik aus Essen-Nord | 20.11.2013 | 09:50  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 20.11.2013 | 11:58  
122.863
Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 13.12.2013 | 13:04  
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