In Budberg, da steht eine Eiche ......................... ODER: Mein Freund, der Baum, ist tot

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Moers: Budberg | Ute Kleintges ist entsetzt, als sie die farbige Markierung auf der stattlichen Eiche entdeckt: Freigegeben zur Abholzung. Ute Kleintges, unterstützt von einigen Gleichgesinnten, beginnt unverzüglich ihren Kampf zur Rettung des Baumes. Und die Zeit drängt, denn für die Stadt, die die Fällung angeordnet hat, schließt sich das Zeitfenster am 28.Februar. Danach wären der Stadt für die Zeit bis zum Spätherbst aus Vogelschutzgründen die Hände gebunden.

Aber der Reihe nach. Ute Kleintges wohnt in Budberg, einem Ortsteil von Rheinberg. Dort begann schon vor Jahren die Planung eines Neubaugebietes mit mehr als 100 Wohneinheiten, auf dem Foto im Westen des Siedlungsgebietes grün ausgewiesen. Felder und Wiesen ragten dort bislang in das Ortsbild hinein.
Und Ute Kleintges erinnert sich an eine Bürgerversammlung der SPD, die im vergangenen Sommer im Landhaus Steinhoff stattfand, auf der es auch um den aktuellen Planungsstand des Neubaugebietes ging. Als kompetenten Referenten hatte die Stadtverwaltung Woytek Brzezinski entsandt. Die Erschließungsarbeiten hätten schon begonnen, im Frühjahr 2017 könnte mit dem Bau der Häuser begonnen werden. Und tatsächlich sind die Erschließungsarbeiten inzwischen fast abgeschlossen. Die gezielte Frage aus der Bürgerschaft, ob nach den bis dahin durchgeführten Baumfäll- und Baumschnittmaßnahmen der verbliebene Baumbestand erhalten bleibe, bejahte Brzezinski mit der vielsagenden Einschränkung, wenn sich keine zwingenden Gründe dagegen ergeben würden. Und da die Planung des Neubaugebietes mit der Parzellenaufteilung schon stand, war nicht davon auszugehen, dass die Stadt eine weit ausladende Eiche übersehen hatte.

Diese Eiche, um die es jetzt geht, ist nicht urplötzlich aufgetaucht, sondern steht in dem Neubaugebiet schon länger als ein Menschenalter. Und nun hat die Stadt festgestellt, dass sie das 711 Quadratmeter große Grundstück, auf dem der Baum steht, mit dem Baum nicht verkaufen kann. Dieter Paus, Technischer Beigeordneter der Stadt Rheinberg, gibt an, im vergangenen Sommer habe die Stadt noch nicht absehen können, dass die Eiche gefällt werden müsse. Sein heutiges Argument für die Abholzung ist, der Stadt gingen ansonsten 125 000 Euro Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstücks verloren.

Und nun ist diese Eiche zum Zankapfel zwischen Budberger Bürgern, allen voran Ute Kleintges, und der Stadt Rheinberg geworden. Im Umweltausschuss ist Ute Kleintges vor Tagen schon vorstellig geworden, ohne dass sie aus Politik oder Verwaltung Rückendeckung bekam. Erst Tage später schlossen sich die Grünen ihrem Anliegen an und versuchen nun ebenfalls, die Eiche zu retten. Ins gleiche Horn bläst der in Rheinberg ansässige Pulverturm-Verein.

Wie der Kampf um die Eiche ausgeht, ist ungewiss, muss allerdings in den nächsten sechs Tagen, bis Ende Februar, entschieden sein.

Nicht, dass Ute Kleintges in den kommenden Tagen den Baum aufsuchen will und mit Alexandra in den Klagegesang einfallen muss:
Mein Freund, der Baum, ist tot, er fiel im frühen Morgenrot
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6 Kommentare
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Willi Heuvens aus Kalkar | 22.02.2017 | 22:41  
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Martina Janßen aus Hattingen | 22.02.2017 | 23:34  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 22.02.2017 | 23:46  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 24.02.2017 | 16:04  
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Martina Janßen aus Hattingen | 24.02.2017 | 21:50  
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Sahra Kleineker aus Moers | 26.02.2017 | 11:00  
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