Moers: Keine Werbung für den Werbering

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Gähnende Leere im Casino der Sparkasse: Aufbruchstimmung sieht anders aus. (Foto: Wochen-Magazin)

Den wenigen Mitgliedern und Besuchern der Veranstaltung des Werberings Moers am 24. Januar im Casino der Sparkasse am Niederrhein wurde ein leckeres Fingerfood-Buffet geboten. Das Fazit von vielen Beteiligtem am Ende der Veranstaltung: Das war es auch schon, was an Positivem zu berichten ist.

Von Karsten Schubert

Der Werbering hatte zur Mitgliederversammlung eingeladen. Nach den Rücktritten der beiden stellvertretenden Vorsitzenden Guido Makowski und Kathrin Olzog nach dem "Moerser Herbst" im Oktober 2017, dem zweiten und wohl auch letzten in Eigenregie durchgeführten Stadtfest, und einem internen Treffen im darauffolgenden Dezember, einigte man sich seinerzeit auf eine vorgezogene Versammlung inklusive Vorstandswahl auf Ende Januar.

Etwas knapp, wenn man bedenkt, dass der "Moerser Frühling" inklusive verkaufsoffenem Sonntag am 7. und 8. April stattfinden soll(te). Nach den üblichen Formalien wie Begrüßung sowie Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit der Versammlung interessierten sich die nicht einmal 20 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder (von derzeit circa 80) nebst Presse vor allem für den "schriftlichen Jahresbericht des Vorstands in Vertretung des Vorsitzenden", wie es in der Tagesordnung stand.

Entertainer und Moderator Dirk Elfgen trug diesen mündlich vor. Kopien sollten zwar ausgehändigt werden, aber man vergaß im Vorfeld, welche zu machen. Selbstkritik wurde dahingehend geübt, indem Elfgen zugab, dass er beispielsweise den eigenen Zeitaufwand in Funktion als Vorsitzender des Werberinges schlichtweg unterschätzt habe, aber auch "viel in der Welt" unterwegs war.

Vor allem das Tun anderer wurde bemängelt. So wären die Sicherheitsauflagen immer wieder verschärft worden oder es habe praktisch keine Resonanz auf die versandten E-Mails an die Mitglieder mit der Bitte um Ideen gegeben. Einige Male wurde, wie auch schon in der Vergangenheit des Öfteren, bemerkt, dass das Engagement in den Reihen des Werberinges ausschließlich ehrenamtlich erfolge. Am Ende trat der Vorsitzende Dirk Elfgen, nach Makowski und Olzog, ebenfalls zurück.

Keine Kassenprüfung, keine Neuwahlen

Der Vorstand konnte nicht entlastet werden, da es keine endgültige Kassenprüfung gab. Folglich fanden auch keine Neuwahlen statt. Zur "Aussprache zum Rücktritt und Austritt der beiden Stellvertreter des Vorstands während des Stadtfestes", wie es in der Tagesordnung unter Punkt 9 stand, erwähnte Guido Makowski , dass es nicht alleinige Aufgabe des Werberings sein könne, ausschließlich Stadtfeste zu organisieren.

Gemeinsames Sprachrohr gegenüber Politik und Verwaltung

Geschäftsführer Joachim Knauer meinte, dass es "ein gemeinsames Sprachrohr gegenüber Politik und Verwaltung" geben müsste. 

Meinung:

Was als Entschuldigung - die Werbering-Mitglieder seien ausschließlich ehrenamtlich tätig, ergo auch nicht so leistungsfähig wie (bezahlte) Profis - herhalten sollte, ist letztendlich ein Armutszeugnis. Zwar äußerte Guido Makowski, dass es nicht alleinige Aufgabe des Werberings sein könne, ausschließlich Stadtfeste zu organisieren, aber das war es dann auch schon im Großen und Ganzen unter dem Tagesordnungspunkt "Aussprache". Kathrin Olzog redete alles andere wie ein Buch, nämlich gar nicht. Ist auch eine Aussage.
Geschäftsführer Joachim Knauer meinte, dass es "ein gemeinsames Sprachrohr gegenüber Politik und Verwaltung" geben müsste. Wenn es aber innerhalb eines überschaubaren Vorstandes so eine Disharmonie gibt, wie soll man da andere für sich gewinnen? Elfgen und Co. haben - nicht nur an diesem Abend - ein schlechtes Bild abgegeben. Man sah aber auch, dass der Vorsitzende ziemlich alleine gelassen worden war. Jetzt ist Schadensbegrenzung angesagt. Apropos, zumindest ist die Kasse nach jetzigem Stand im Plus; doch noch etwas Positives.
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