Weiteres "Endlos-Thema" mit EVONIK und Stadt Moers: Gefährliche Bodenberge und Baustellen am Wohnpark Meerbeck-Ost wieder ungesichert

  Moers: Meerbeck-Ost | Die Anwohner in den Moerser Stadtteilen Meerbeck-Ost und Hochstraß kommen einfach nicht zur Ruhe seit dem der Rechtsvorgänger der EVONIK-Wohnen GmbH vor fast 15 Jahren den ersten Spatenstich zum Mammuntbauvorhaben "Wohnpark Glückauf" tat. Zuerst wurden in der Stadtrandbebauung zwischen der Bismarck-, Römer- und Westerbruchstr. 75 Eigenheime hochgezogen, bis 2012 sollten 480 Häusern im sogenannten B-Plan 116 folgen.

Auch wenn diese Zielvorgabe und weitere Modalitäten in einem eigenen Städtebaulichen Vertrag zwischen dem Bauträger und der Stadt Moers besiegelt sind, so hält sich der Bauträger EVONIK weder an dieses Vertragswerks noch an sonstige baurechtliche Vorschriften:

1 Ungezügelter Bauverkehr brummt durch die beschauliche Vorortsiedlung, obwohl die Nutzung einer eigens errichteten Baustraße durchs nahe Landschaftsschutzgebiet zur Entlastung der Anwohner festgeschrieben ist.

2. EVONIK läßt das Baugelände und anliegende Gebiete, u.a. auch Landschaftsschutzebiete vermüllen und fühlt sich für die Entsorgung nicht verantwortlich.

3. Das Bauvorhaben wird nach neuen auf Druck unserer Anwohnerinitiative Meerbeck-Ost/Hochstraß vorgestellten Plänen mindestens noch bis 2019 dauern.

4. Immer wieder sind einzelne Bereiche des Baugeländes und aktuellen Bauabschnitte ungesichert.

Um diesen Punkt 4 soll es eigentlich in diesem Bericht gehen. Ein Vergleich mit den stets gleich beginnenden Szenen eines Asterix-Comics könnte gut für die Einleitung herhalten: Ganz Moers war von den raff-gierigen Bauherren und -Spekulanten, so wie ihren Vasallen aus der Stadtverwaltung unterworfen worden ... Ganz Moers ... bis auf dieses kleine unbeugsame Nest Meerbeck-Ost/Hochstraß mit seiner stets unkonventionell kämpfenden Anwohnerinitiative ...

Im Mai diesen Jahres haben wir mit Unterstützung eines Film-Teams der WDR Lokalzeit Duisburg erreicht, dass ungesicherte gefährliche Bodenberge eingezäunt wurden http://www.lokalkompass.de/moers/politik/baugelaen... . Diese Bodenberge mit überhängenden Bodennasen wurden von den zahlreichen Kindern der Neubausiedlung zum Spielen benutzt worden. Leicht hätten Erdmassen abrutschen können und spielende Kinder unter sich begraben können. EVONIK hatte aus dem tödlichen Unfall 2 Jahre zuvor in ihrer gleichnamigen Siedlung in Duisburg-Walsum keine Lehren gezogen. Damals verstarb ein 6 jähriger Junge.

Bis endlich alle gefährlichen Mutterbodendepots nach dem Dreh mit dem WDR-Team abgetragen bzw. durch Bauzäune abgesichert waren, vergingen weitere 3 Wochen und unzählige Telefonate und Mails an/mit dem zuständigen Leiter des Moerser Tiefbauamtes Herrn Hormes. Aber da tat sich zumindestens etwas ...

Kurz danach fingen die ersten Bauarbeiten bei den von EVONIK freiverkauften Grundstücken an. Kaum einer der Bauherren bzw. der beauftragten Baufirmen hielt sich an Sicherheitsvorschriften, eine ungesicherte Baugrube reihte sich an die nächste. Erste Warnhinweise der Nachbarin Gudrun versickerten im Dschungel der Moerser Stadtverwaltung. Meine, im Namen der Anwohnerinitiatve, darauf folgenden ausgesprochenen Hinweise wurde zumindest wahrgenommen, aber es tat sich wenig, da so Herr Hormes der Stadt die Hände nach dem neuen Baurecht gebunden sind. Mit der Beschleunigung der Genehmigungsverfahren durch Bauanträge liege die eigentliche Verantwortung bei den Bauherren und nicht bei der Bauaufsicht. Zu dem gäbe es in Moers auch nur einen Außendienstmitarbeiter für solche Kontrollen. Die wenigen ausgesprochenen Mahnungen verpufften im Nichts. Immer wieder holten Spaziergänger und Hundebesitzer spielende Kinder von den ungesicherten Bodenbergen vor den Baugruben oder aus den offenen Rohbauten.

Die aktuellen Fotos zeigen, dass sich teilweise wieder der alte Zustand eingestellt hat, da Kontrollen seitens der Stadt fehlen. Die Absperrungen zu den Bodendepots sind inzwischen durchlässig bzw. auch von Baufahrzeugen demoliert und eingefahren worden. Ob die vor einer Woche vom Tiefbauamtsleiter gegebene Zusage der Kontrolle dieser Mißstände letztlich auch umgesetzt wurde, ist fraglich, da sich die Situation nicht geändert hat. Für uns Anwohner ist dieses untätige Verhalten vergleichbar mit Don Quijote's Kampf gegen die Windmühlen, aber wir kämpfen weiter ... es muß ja nicht erst wieder ein tödlicher Unfall geschehen!
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Maria Brandt aus Wesel am 11.11.2010 um 10:09 Uhr  
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