Die Jugend hackte im Bollwerk

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Bei „Jugend hackt Moers“ konnten interessierte Jugendliche von zehn bis 14 Jahren erste Programmierluft schnuppern oder ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefen.

Von Sarah Dickel

Es sieht aus wie in einer kleinen Kommandozentrale. Auf der einen Seite sitzen die Programmierer, die sich an Laptops mit der Programmiersprache „Python“ auseinandersetzen. Auf der anderen Seite fahren kleine Roboter durch den Raum und einige Jungs laufen ihnen begeistert hinterher.

„Wir zeigen den Kids hier zwei Richtungen auf“, erläutert Claus Arndt, Leiter Stabsstelle Zentrales E-Government der Stadt Moers und fügt hinzu „einmal den Bereich des Codierens und einmal den Bereich der Elektronik.“ Mit einer Batterie, einem Motor und einigen Kabeln entstehen so zum Beispiel in Windeseile kleine Roboter, die auf Küchenbürsten durch die große Halle des Bollwerks fahren. „Hier lernen die Kinder den ersten Einstieg ins Codieren“, erklärt Arndt das Konzept hinter dem „Hackday“.

Hacken als Hobby

Einer, der sich in dem Gebiet richtig gut auskennt ist Charly Kühnast. Der „absolute Nerd vom Niederrhein“, wie Arndt ihn liebevoll nennt, hat in seinem Haus alles unter Kontrolle: „Wir haben sogar unser Vogelhaus mit einer Webcam ausgestattet, um zu beobachten, wenn die Vögel brüten.“ Im Bollwerk bringt er dem technikbegeisterten Nachwuchs seine Erfahrungen weiter. Lennart Fischer ist einer von ihnen. Der 15-Jährige war vor drei Jahren beim ersten „Hackday“ dabei und ist seitdem total angefixt: „Damals konnte ich noch gar nicht programmieren“, berichtet der 15-Jährige, während er ein Programm erklärt, mit dem der Verbraucher die Feinstaubwerte der Umgebung überprüfen kann, „und heute räumt er Preise ab“, so Arndt nicht ohne Stolz. Für den Leiter der Stabstelle Zentrales E-Government, ist es ein toller Erfolg zu sehen, wie sich das Thema in den letzten Jahren entwickelt hat: „Bei unserer ersten Veranstaltungen waren es nur eine Handvoll Jugendliche, die interessiert waren. Mittlerweile hat sich eine kleine Szene entwickelt.“

Ein Thema, das Arndt auch beschäftigt und ebenfalls beim „Hackday“ vertreten ist, ist das Thema Datenjournalismus. Sophie Rotgerie, Datenjournalistin, ist deswegen extra da, um den Jugendlichen aufgrund der Daten der letzten Kommunalwahl in der Stadt Moers, das Prinzip des Datenjournalismus zu zeigen: „Wir probieren jetzt aufgrund der Daten Karten zu erstellen, um die Ergebnisse zu verdeutlichen.“

Fotos: Heike Cervellera
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