Hundertfünfzig Meter Rheinkamper Straße - Indiz für den geistigen Verfall unserer Gesellschaft

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Moers: Umland | Vermüllung und Schmierereien - man kennt das Phänomen schon lange aus unseren Großstädten. Dabei handelt es sich um Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten, deren Urheber jegliches Gefühl für ein zivilisiertes, anständiges und respektvolles Miteinander abgeht. Sie handeln, um es mit einem Wort auszudrücken, asozial.

Je weiter man sich allerdings ins Ländliche bewegte, desto seltener traf man beides an. Nicht zuletzt der damit einhergehende ländlich-sittliche Charakter führt seit vielen Jahren zu nennenswerten Stadtfluchtbewegungen.
Inzwischen schwappt die Welle der Vermüllung und der Schmierereien aber zusehends über in den ländlicheren Bereich.

150 Meter Rheinkamper Straße in der 5.000 Seelen zählenden Rheinberger Gemeinde Budberg sprechen eine deutliche Sprache, was Schmierereien betrifft. Sämtliche Fotos dieses Beitrags sind dort entstanden. Die meisten Schmierereien sind in den letzten beiden Wochen entstanden. Dass die Schmierfinken fremdes Eigentum versauen, sei es privates oder Gemeineigentum, rührt sie nicht. Auch vor Verkehrsunfälle vorbeugenden Schildern machen sie nicht halt. Vornehmlich handelt es sich um Anti-Nazi-Parolen und den Namen des ortsansässigen Sportvereins, aber auch um Verunglimpfung der Polizei, wie das Titelfoto zeigt.

Diese 150 Meter Rheinkamper Straße stehen exemplarisch für den Niedergang unseres Miteinanders. Die Massivität der Schmierereien ist relativ neu im ländlichen Bereich. In Budberg allein findet man noch mehr Schmiereien. Ein Beispiel: Wenige Tage nach Aufstellung einer Lärmschutzwand für das zur Zeit aus dem Boden schießende Neubaugebiet war diese schon aufwändig beschmiert worden.

Aber nicht nur Schmierereien, sondern auch die Vermüllung, die im rechtsrheinischen Duisburger Norden schon länger zum Alltag gehört, stellt man inzwischen auch im linksrheinischen, gegenüber liegenden idyllischen Örtchen Orsoy fest, einem Nachbarort Budbergs. Es fängt schon an, sobald man mit der Fähre über den Rhein fährt und Orsoyer Boden betritt. Den negativen Trend bestätigt laut RP auch Hermann-Josef Heuvel, land- und fortwirtschaftlicher Mitarbeiter der Steag: "Es wird immer schlimmer." Von Picknickrückständen über Autoreifen bis hin zu Möbeln reicht die Palette der Umweltverschmutzung, so weiß er zu berichten. Würden kommunale Kräfte und Menschen wie Heuvel nicht permanent den Umweltsündern "hinterherräumen", so würde der Bürger schon bald in einer versauten Umwelt versinken, der er nichts Positives mehr abgewinnen könnte.
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3 Kommentare
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Jürgen Daum aus Duisburg | 17.06.2017 | 15:15  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 21.06.2017 | 23:21  
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Volker Dau aus Bochum | 09.07.2017 | 10:43  
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