„Nen Schuss Essig und dann läuft's!" Zehn Frauen, ein Mann und eine Menge Werkzeug.

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Welchen Bohrer verwende ich für welche Bohrarbeiten? Einige Fragen gab es zum Thema „Bohren“ und Experte Jens Brachtendorf gab gerne Auskunft. (Foto: Heike Cervellera)
 
Marktleiter Dirk Heisters schaute sich mit Trainer Jens Brachtendorf das Handwerkbuch an, was alle Teilnehmerinnen zum Ende mitnehmen durften. (Foto: Heike Cervellera)

Wie kommt man bei einem Workshop für „Kleinreparaturen im Haushalt“ auf Essig zu sprechen? Ganz einfach: Man fragt Frauen, wie sie „kleine“ Probleme im Haushalt lösen.

Am vergangenen Freitag lud der toom Baumarkt zur Lady‘s Night ein. Ein paar Mal im Jahr veranstaltet der Baumarkt einen Abend ganz speziell für Frauen, an dem sie die Möglichkeit haben, sämtliche Fragen zum Handwerken zu stellen. Neben allgemeinen Workshops gibt es auch welche mit spezielleren Themen, wie zum Beispiel zum Thema „Parkett und Laminat legen“ oder „Streichen und Tapezieren“. Dieses Mal ging es jedoch ganz allgemein um Kleinreparaturen im Haushalt.
Man nehme also zwei Hände voller Frauen, einen Experten auf dem Gebiet Heimwerken und man erhält einen bunten Abend mit vielen Fragen und Antworten. Zu Beginn durften wir uns in einer Kennenlernrunde vorstellen und sagen, wo unsere Schwerpunkte sind. Schnell zeigte sich, dass die meisten Frauen schon eine Menge Vorerfahrung hatten. Bei vielen war der Wunsch da, einfach selbstständig einiges im Haus reparieren zu können, aber auch durch Verluste von Mann oder Vater mussten sich viele der Frauen von jetzt auf gleich selbst ums Haus kümmern. Da kommt so ein Abend, und damit einhergehend die Möglichkeit, einen Experten zu fragen, doch wie gerufen. Jens Brachtendorf von der Do it Yourself-Academy schärfte uns gleich zu Beginn ein: „Bei Fragen, bitte fragen! Haben Sie keine Scheu, dass eine Frage zu speziell oder dumm sein könnte. Wir sind heute hier, um alle Fragen zu beantworten.“
Als Erstes zeigte Brachtendorf uns, wie man ein Schloss wechselt und gab uns den Tipp, dass, nachdem die Schraube rausgemacht wurde, der Schlüssel nicht in der Normalstellung stehen darf, sondern auf 1 Uhr, denn nur so kann er rausgedreht werden. Danach ging es ans Siphon-Wechseln, was bei vielen der Frauen auf Begeisterung stieß.
Zuerst zeigte der Experte, wie man einen Siphon neu zusammen baut und bestmöglich befestigt. Danach nahm er das Siffon wieder auseinander und wir durften uns daran probieren. Freiwillige vor. Die waren allerdings rar gesät. Wenn allerdings schonmal eine Journalistin vor Ort ist, die über den Abend berichten möchte, ist eine Freiwillige schnell gefunden. Als Tochter eines Elektrikers frage ich bei allen anfallenden Fragen im Haushalt natürlich gern meinen Papa. Aber einen Siphon wechseln, das bekommt Frau doch wohl hin. Oder?
Gesagt, getan. Das Gute an einem Workshop mit Frauen ist, dass es zu keinem Wettkampfgedanken kommt, sondern dass das Miteinander groß geschrieben wird. So wurde ich schnell von den anderen unterstützt und im Nu ist der Siphon wieder zusammen gebaut. Nochmal gerettet. Brachtendorf erklärt, dass der Siphon oftmals nicht passt und zugesägt werden muss. Das wird dann am Besten mit einer Puksäge gemacht. Was macht Frau, wenn das Waschbecken verstopft ist, der Siphon aber überprüft wurde und es nicht daran liegt? Auch hierfür hat der Experte einen Tipp: Hier kommt die Spirale zum Einsatz. Mit Hilfe dieser kann der Verstopfung dann auf den Grund gegangen werden.
Auch, wie ein WC-Sitz montiert wird, wurde uns gezeigt. Gar nicht mal so schwierig, einziger Nachteil: Unsere Toilette war nicht, wie üblich am Boden, montiert und stand auf einem Tisch, also leicht zugänglich. In der Realität ist das natürlich etwas anders. Aber wie wir den Sitz wechseln können, das wissen wir jetzt trotzdem.
Als Nächstes zeigte uns Brachtendorf, wie man einen Perlator an der Armatur wechselt. Oftmals ist es so, dass dieser etwas verkalkt ist. Hier kamen direkt zahlreiche Tipps der Frauen: „Am besten in Essig einlegen!“. Das ist wohl der größte Unterschied zwischen solch einem Workshop mit Frauen und einem mit Männern. Frauen haben immer ein paar nützliche Tipps aus dem Haushalt parat, die bestens auch für kleine Probleme beim Handwerken eingesetzt werden können.
Bevor es ans Bohren ging, kam erstmal Marktleiter Dirk Heisters mit einer Stärkung: Zwei Tabletts voller Brötchen wurden dankend in Empfang genommen. Auch die bereitstehenden Getränke wurden bei einer Außentemperatur von 30 Grad Celsius schnell geplündert. Nach einer kurzen Pause ging es ans Eingemachte: Wer wollte, durfte durch einen Stein bohren. Begeistert nahm eine nach der anderen den Bohrer in die Hand, um Löcher zu bohren. Da wird das Kinder in der Frau wach.
Aber auch wie Griffe am Fenster (neu)montiert werden oder was Frau machen kann, wenn das Fenster schleift, zeigt uns Brachtendorf. Zudem gibt er wieder einen Profitipp: „Bei neuen Fenstern die Folie am besten schnell abziehen, da sie sich sonst in den Rahmen hinein brennt.“
Große Freude kam ebenfalls auf, als Breitenbach das Silikon rausholte. Kaum zu glauben, aber Frauen haben großen Spaß am Verfugen mit Silikon. Und das Resultat konnte sich wirklich sehen lassen. Profitipp: „Das alte Silikon vorher kompeltt abschneiden. Kleine Reste können mit Nitronverdünner oder Waschbenzin entfernt werden.“ Für all diejenigen, die nicht gerade die ruhigste Hand haben, rät Breitenbach dazu, sich mit Kreppband eine Linie zu ziehen, ebenso wie beim Streichen. Auch hier hat der Experte einen Tipp parat: „Das Kreppband direkt, nachdem die Farbe oder das Silikon drauf ist, abziehen. Wenn die Farbe bereits getrocknet ist, kann die Farbe abplatzen!“.
Auch beim Blitzzement waren wieder alle mit Feuereifer dabei. Unsere gebohrten Löcher konnten wir mit Hilfe des Zements wieder zuspachteln, doch Brachtendorf warnte uns :„Es heißt nicht umsonst Blitzzement,“ und das durften wir daraufhin feststellen. Schneller als man meint, ist der Zement bereits wieder hart und damit nicht mehr zu verarbeiten.
Im Anschluss ging Breitenbach nochmal ausgiebig auf einige spezielle Probleme der Teilnehmerinnen ein. Alles in allem also ein sehr aufschlussreicher Abend, an dem eine große Menge Fragen geklärt wurden und auch die Abenteuerlust der Frauen ausgelebt werden durfte. Resultat: Frauen können durchaus so einiges, wenn Mann sie lässt.
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 16.06.2015 | 18:42  
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